Sängerin Yvonne Catterfeld im Gespräch mit Hallo München

Yvonne Catterfeld: „Mein Spiegelbild ist mir fremd“

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Ihr Leben lang musste Yvonne Catterfeld mit Vorurteilen kämpfen. Ihrem vierjährigen Sohn will sie deshalb beibringen darüber hinwegzusehen.

Sängerin, Schauspielerin, „The Voice“-Jurorin, Synchron-Sprecherin und Mutter: Yvonne Catterfeld überzeugt in allen Lebenslagen – Hallo hat mit der Powerfrau ein Interview geführt

Die 38-Jährige erzählt, mit welchen Vorurteilen sie ihr Leben lang zu kämpfen hatte und was sie ihrem vierjährigen Sohn auf keinen Fall vorleben will. von MAREN KOWITZ

Frau Catterfeld, Sie haben gesagt, Tabaluga wird der erste Film sein, den ihr vierjähriger Sohn Charlie mit Ihnen im Kino anschauen darf...
Ich muss zugeben, seit ich das gesagt habe, waren wir tatsächlich schon einmal im Kino. Um „Petterson und Findus“ bin ich nicht umhingekommen... (lacht). Aber ich werde ihm an Nikolaus Mamas neuen Film zeigen. Das ist ja dann immer noch etwas Besonderes.

Was hoffen Sie, dass Charlie aus dem Film mitnimmt?
Er wird sich bestimmt genauso in den Marienkäfer Limbo verlieben wie ich. Der ist echt superlustig. Aber ich finde das Wichtigste, was „Tabaluga“ (Hallo verlost Kino-Tickets) einem vermittelt, ist auf sein Herz zu hören und sich nicht zu schnell eine Meinung über jemanden zu bilden. Mein Sohn geht jetzt noch so offen und unvoreingenommen auf Menschen zu. Man muss aufpassen, dass man den Kindern Vorurteile nicht vorlebt. Ich weiß, was es heißt, wenn Leute Vorurteile haben.

In „Tabaluga – Der Film“ hat Yvonne Catterfeld der Eisprinzessin Lilli ihre Stimme geliehen (Hallo verlost Kino-Tickets).

Inwiefern?
Mein Leben lang musste ich mit gewissen Vorurteilen kämpfen. Dadurch, dass ich – vielleicht so wie Lilly – feenhaft und mädchenhaft wirke, bekommt man eine eindimensionale Perspektive von mir. Dabei ist mir mein Spiegelbild manchmal fremd. Ich bin eher der Kumpel-Typ mit einem guten Humor, wenig Schminke und Turnschuhen.

Und jetzt spielen Sie eine Prinzessin?
Genau in die Falle bin ich getappt. Dass ich anfangs dachte: „Oh, nicht auch noch so ’ne Eisprinzessin.“ Und war mir nicht so sicher, ob ich sie spielen will. Dann habe ich gemerkt, dass sie neben ihrem feenhaften Gesang manchmal eine echt schroffe Haltung hat und so etwas kerlig-kerniges. Wenn man sich erst die Mühe macht, sie kennenzulernen, entdeckt man einen ganz anderen Menschen und den fand ich viel spannender.

Ist das gerade in unserer heutigen Gesellschaft die wichtigste Botschaft?
Unbedingt. Gerade, wo sich die Seiten so verhärtet haben, finde ich es wichtig, hinter die Fronten zu schauen. Wo ist die Ursache, nicht: was sind die Symptome? Und man soll seinem eigenen Urteilsvermögen mehr glauben, als dem, was andere versuchen einen glauben zu machen.

Wie schafft man das?
Ich bemühe mich meinem Sohn nicht zu sagen, „Du bist müde“, sondern „Ich habe das Gefühl, du bist gerade müde.“ Auch mein Sohn sagt, „Der sieht so aus“, nicht „Der ist so“. Man sollte aufpassen mit Interpretationen. Das löst viele Kommunikationsprobleme.

Apropos Kommunikationsprobleme: Wie erleben Sie die aktuelle Staffel von „The Voice“?
Ich tu‘ mich schon schwer mit protzen und prahlen. Da sind die Jungs sicher geübter drin (lacht). Deswegen bin ich froh, dass jetzt die „Blind Auditions“ vorbei sind und ich mit den Talenten tatkräftig arbeiten kann. Der direkte Kontakt ist das Schönste für mich. Das Schlimme ist nur, dass mein Team das beste ist und ja immer Leute auf gleichem Niveau mit ähnlichen Stilen gegeneinander konkurrieren.

Sie sprechen von den so genannten „Battles“, bei denen jeder der Coaches je zwei oder drei seiner Talente gegeneinander antreten und nur einen weiterkommen lässt...
Dieses Jahr musste ich tatsächlich jemanden rauswerfen, der in die Live-Shows gehört hätte. Das war furchtbar.

Zur Person

In der aktuellen Staffel von „The Voice of Germany“ kämpft Yvonne Catterfeld mit ihren Gesangstalenten gegen ihre Coach-Kollegen Mark Forster, Michi Beck und Smudo sowie Paddy Kelly (von links).

Yvonne Catterfeld feiert am 2. Dezember ihren 39. Geburtstag. Geboren wurde sie 1979 in Erfurt. Nach dem Abitur studierte sie an der Musikhochschule Leipzig Jazz- und Popularmusik ihren Durchbruch als Sängerin feierte sie 2003 mit den Bohlen-Hits „Für Dich“ und „Du hast mein Herz gebrochen“ – zu dem Zeitpunkt spielte sie auch in der Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. 

Seit Oktober 2016 entdeckt Yvonne Catterfeld als Coach Gesangstalente in der Show „The Voice of Germany“ – in dieser Staffel an der Seite von Mark Forster, Michi Beck und Smudo sowie Paddy Kelly. Derzeit lebt sie mit ihrem Mann, Schauspieler Oliver Wnuk („Stromberg“), und ihrem vierjährigen Sohn Charlie in Berlin. 

„Wenn ich dort jemals wegziehen würde, würde ich in den Süden Deutschlands ziehen – das Grün ist satter und die Stimmung aufhellender“, erklärt Catterfeld im Interview. „Ich mag vor allem das Münchner Umland, war mit Charlie an den Seen und in den Bergen. Ich bin auch sehr naturverbunden und liebe es, wenn ich Kühe und Ziegen sehe.“

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