Neue Folgen von „Marie fängt Feuer“

Normal? Nichts für ihn! Wolfgang Fierek über seine Zweit-Heimat und Wege, die kein anderer geht

Wolfgang Fierek in seiner Garage
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Wolfgang Fierek ist leidenschaftlicher Harley-Fan.
  • Sebastian Obermeir
    vonSebastian Obermeir
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Wolfgang Fierek lässt sich in keine Schublade stecken. Denn irgendwo wartet immer die Freiheit auf ihn und seine Harley.

  • Als „Tierpark Toni“ in Monaco Franze oder als der „Bayer auf Rügen“ liebte ihn das Fernsehpublikum. Erfolge feierte Wolfgang Fierek aber auch als Sänger – vor allem mit dem Lied „Resi, i hol di mit mei’m Traktor ab“. 
  • Jetzt ist der Ayinger Schauspieler ist in neuen Folgen von „Marie fängt Feuer zu sehen“.
  • Im Interview spricht er über seine Harley-Leidenschaft, wo es Freiheit gibt und warum die Wiesn nur in München daheim sein kann.

Ein Oberbayer aus Oberschlesien, ein Schauspieler, der als Schlagersänger durchstartet, ein Christ, der eine indianische Hochzeit feiert: Wolfgang Fierek lässt sich in keine Schublade stecken. Denn irgendwo wartet immer die Freiheit auf ihn. Jetzt ist der Harley-Fan in neuen Folgen der ZDF-Filmreihe „Marie fängt Feuer“ zu sehen.

München: Schauspieler Wolfgang Fierek über seine Zweit-Heimat in Arizona und warum Bayern auch dort nicht fern ist

Marie fängt Feuer, Wolfgang Fierek brennt für ...?

Grenzenlose Freiheit!

Das klingt nach den endlosen Highways in Ihrer Zweit-Heimat Arizona.

Wenn man acht Stunden durch dieses unglaubliche große und wunderschöne Land fährt und man niemandem begegnet, das ist so etwas wie Freiheit, ja.

Die erste der beiden neuen Folgen von „Marie fängt Feuer“ zeigt das Schicksal eines Spielsüchtigen. Wie sind denn Ihre Erfahrungen im Casino? Nevada, und damit Las Vegas, grenzt schließlich an Arizona.

Ich bin kein Spieler, ich verdiene mein Geld zu hart, als dass ich es beim Glückspiel raushauen würde. Ich bin zu sehr Realist: Letztendlich verliert man immer. Und ich bin keiner, der gerne verliert.

Wären Sie gern Feuerwehrmann wie in „Marie fängt Feuer“? Haben Sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Aying schon beworben?

Ne, noch nicht! Als Kind will man ja Pilot werden oder Raumfahrer, auch Feuerwehrmann hätte mir ganz gut gefallen, aber irgendwie kam es anders.

Begonnen hat alles in München – als Sie durch Klaus Lemke zur Schauspielerei kamen.

München hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Die Stadt war stets der Anfangspunkt, wo ich gespürt habe, da geht es in die Welt hinaus. Der Flughafen, der Bahnhof, die Autobahn, das sind dann meine Exits zur Freiheit.

Was vermissen Sie von hier am meisten, wenn Sie in den USA sind?

Eigentlich nix. Die Welt ist so global, wenn ich in Arizona in den Supermarkt gehe, gibt’s im Regal Ayinger Bier. Aber ich lasse mich gern auf Neues ein. Ich würde nicht nach Amerika fahren, nur um dort etwas aus Bayern zu vermissen.

Und Oktoberfeste organisieren die Amerikaner eh auch.

Allerdings. In Arizona gibt es jedes Jahr auf einer Airbase, wo die Luftwaffe stationiert ist, ein Volksfest. Irgendwann wurde ich eingeladen und ich war verblüfft, wie die Amerikaner mit den Deutschen dieses Volksfest feiern. Die stehen da richtig drauf.

Wolfgang Fierek: „Echte Oktoberfest-Stimmung gibt es nur in München“

Kann das mithalten mit der echten Wiesn?

Na, da kann gar nichts mithalten. Das Oktoberfest gibt es nur einmal. Sie probieren es in Tokio, Saudi-Arabien, überall. Aber nirgendwo gibt es diese Stimmung. Die gibt es nur in München.

Nochmal zu „Marie fängt Feuer“. In der anderen neuen Folge hält Ihre Figur Ernst Reiter eine Ansprache, was eine glückliche Ehe ausmacht. Das mussten Sie wahrscheinlich nicht oft proben, sondern das kam von Herzen, oder?

Ja, wenn man in der glücklichen Lage ist, eine tolle Ehe zu haben – über drei Jahrzehnte – fühlt man das ein oder andere Wort doch sehr innerlich, weil man ganz genau weiß, wovon man redet.

Ihre Heirat war auch recht filmreif und ungewöhnlich.

In meinem Leben war ja noch nie etwas normal. Ich bin Wege gegangen, die kein anderer sich getraut hätte zu gehen. Ich wollte kein Muslim werden und meine Frau keine Christin. Dann haben wir gesagt: Wir müssen einen Mittelweg finden und der Schöpfer ist ja überall. Also sind wir den indianischen Weg gegangen und das hat bis heute, toi toi toi, gehalten.

Wie ist es für Sie, den verantwortungsvollen Opa in der Serie zu spielen?

Mei, das ist eine Rolle für mich. Sobald ich abgedreht bin, wechsle ich in mein Hawaii-Hemd und steig auf meine Harley oder in den Pick-Up und bin wieder der Wolfgang Fierek.

… der auch nach seinem 70er letztes Jahr nicht daran denkt, mit dem Schauspielen aufzuhören?

Die Frage hab ich mir natürlich schon mal gestellt, aber ich wüsste gar nicht, was ich dann den ganzen Tag tun sollte. Ich liebe meine Arbeit und mich in die Rollen hineinzuversetzen. Solange ich mich bewegen kann und solange es nicht hilflos aussieht, werde ich das weiter durchziehen.

Zur Person: Wolfgang Fierek

Geboren wurde Wolfgang Fierek am 9. Dezember 1950 in Otto­brunn. Seine Eltern stammen aus Oberschlesien. Nach einer Feinmechaniker-Lehre jobbte Fierek als DJ, Kellner und Lkw-Fahrer, bis er 1975 durch Klaus Lemke als Schauspieler entdeckt wurde. Als „Tierpark Toni“ in Monaco Franze oder als der „Bayer auf Rügen“ liebte ihn das Fernsehpublikum. Erfolge feierte er aber auch als Sänger – vor allem mit dem Lied „Resi, i hol di mit mei’m Traktor ab“. Sein aktuelles Musikalbum „Sweet Home Bavaria“ erschien 2015. Wolfgang Fierek lebt mit seiner Frau Djamila Fierek, die er 1994 nach einem Ritual der Sioux-­Indianer in den USA heiratete, in Aying und in Arizona.

Verlosung: DVDs von „Marie fängt Feuer“ mit Wolfgang Fierek

Als Ernst Reiter ist der Schauspieler Wolfgang Fierek in „Marie fängt Feuer“ mit Christine Eixenberger in der Hauptrolle im ZDF zu sehen. Jetzt sind neue Folgen am Start: Die beiden neuen Filme „Spiel des Lebens“ und „Coming Out“ sind ab Samstag, 1. Mai, in der ZDF-Mediathek verfügar. Ausgestrahlt werden die Filme am Sonntag, 9., und Sonntag, 16. Mai, um 20.15 Uhr. Hallo verlost einmal alle Staffeln auf DVD.

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