Reiner Stolte im Interview

Mit Klößchen auf ein Bier: TKKG-Zeichner feiert seinen 75. Geburtstag

+
München: Reiner Stolte ist der zeichnerische Schöpfer der TKKG-Buchreihe.

München: Reiner Stolte im Gespräch. Warum schöne Bilder für Kinder wichtig sind und was der Chefredakteur eines Herrenmagazins zu Stolte sagte

Reiner Stolte ist eigentlich ein Ur-Bayer, geboren am Tegernsee. Wenn er spricht, rollt er das „r“ in bairischer Manier. Dann hört man aber plötzlich einen Otto Waalkes aufblitzen, ein “viea“ statt vier. Oder zwischendurch auch mal einen Udo Lindenberg. Stolte bezeichnet sich selbst als „sturen Hund“, vom Naturell her sei er ein echter Bayer.

München: Stolte hat TKKG illustriert

Der Cartoonist aus Hadern, der vor allem für seine Illustrationen der Kinderbuchserie TKKG bekannt ist, wird 75 Jahre alt. Aus Geburtstagen habe er aber auch schon vor Corona „keinen großen Zirkus gemacht“. Warum schöne Bilder für Kinder wichtig sind und was der Chefredakteur eines Herrenmagazins zu Stolte sagte.

Herr Stolte, Sie als zeichnerischer „Papa“ des bekanntesten Detektiv-Quartetts: Hand aufs Herz, haben Sie einen Favoriten? 

Klößchen war für mich der Originellste. Klößchen ist der Mobbel, der dicke gutmütige Typ, der ein bisschen dödelig ist. Mit Klößchen würde ich heute auf ein Bier gehen.

1978 haben Sie begonnen, TKKG zu illustrieren. 

Ja, das war ein Glücksfall. Es ging bis 2010. Dann war die Sache im Prinzip gelaufen, weil ich angeblich einen zu antiquierten Stil hatte.

Der Münchner Stolte bekommt heute noch Fanbriefe zu TKKG

Ich bekomme heute noch Briefe von Fans, die es bedauern, dass sie mich damals abgeschossen haben. Mich freut es, dass mein Stil viele während ihrer Kindheit begleitet hat.

Hatten Sie selbst als Kind gerne illustrierte Bücher? 

Ja natürlich. Deswegen hatte ich auch sehr bald die Mission, schöne Bilder zu machen.

Schöne Bilder? 

Sympathische Bilder. Heute sieht man ab und zu so Fratzen. Unangenehme Sachen. Und wenn ein Kind damit aufwächst, wird es davon geprägt.

Stolte: Kinderbücher bedeuten eine Verantwortung

Und deshalb hatte ich schon immer das Gefühl, eine Verantwortung den Kindern gegenüber zu haben.

Sie haben nicht nur Kinderbücher illustriert, sondern auch für viele Magazine gearbeitet. 

Meine Art zu zeichnen hat mir auch viele Jobs zum Beispiel bei Frauenzeitschriften eingebracht. Ich habe auch für Playboy und Penthouse, also für die Herrenmagazine, gearbeitet. Der Chefredakteur des ersten deutschen Herrenmagazins – „Er“ hieß das, gibt es heute nicht mehr – hat mal zu mir gesagt: „Der Stolte kann zeichnen, was er will, das schaut nie unanständig aus.“

Unabhängig von TKKG hat Stolte schon viele Bücher gezeichnet

Aber ich habe auch schon viele Bücher gezeichnet, unabhängig von TKKG.

Eines dieser vielen Bücher ist gerade erschienen: Mythos Herakles. Was ist daran besonders? 

Das Werk ist eigentlich zehn Jahre alt und lag seitdem in der Schublade. Der Zeichenstil ist nicht sehr mainstream und für die Kids von heute vielleicht etwas unüblich.

Sie haben auch „Kids von heute“ in der Familie – zwei Enkel. Bekommen die von Ihnen Cartoons zum Geburtstag?  Im Laufe der Jahre hat jeder Mal ein paar Werke geerbt.

Werden da noch welche dazu kommen? 

Ich zeichne pausenlos – seit ich einen Griffel halten kann und ich werde so lange zeichnen, bis mir der Griffel aus der Hand fällt.

Hallo verlost fünf Exemplare von "Mythos Herakles"

Kein Held der Antike ist Herakles in Stärke, Geschick und Tapferkeit ebenbürtig. Ausgestattet mit übermenschlicher Kraft trotzt der Halbgott allen Gefahren. In "Mythos Herakles" (Morisken Verlag) erzählt Reiner Stolte mit seinen Bildern von den Abenteuern des Helden.

München: In Stoltes neustem Buch geht es um die Abenteuer des Halbgottes Herakles.

Hallo verlost fünf Exemplare. Stichwort: Herakles

Ihr Schreiben senden Sie bitte per Fax oder Mail an: (089) 14 98 15-832 / gewinn@hallo-muenchen.de

Einsendeschluss ist Samstag, 23. Mai.

Sophia Oberhuber

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Die Bühne ist nix für schwache Nerven“
„Die Bühne ist nix für schwache Nerven“
Hofspielhaus mit neuen Projekten zurück - Leiterin Christiane Brammer im Interview 
Hofspielhaus mit neuen Projekten zurück - Leiterin Christiane Brammer im Interview 

Kommentare