Der Schauspieler im Gespräch mit Hallo München

Max von Thun: „­Schauspieler werden nicht erwachsen“

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"Mein Sohn findet es cool, dass ich einen Beruf habe, in dem das Wort spielen vorkommt."

Max von Thun spricht im Hallo-Interview über seine neue Rolle als Kinderbuchautor, seinem Sohn Leo und seinem Wunsch für München

Im Musikfernsehen gab der heute 41-Jährige noch den durchgeknallten Kindskopf. In zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen bewies er dann seine Vielseitigkeit. Jetzt stimmt er als Kinderbuchautor auch ernstere Töne an. Aus welchem Schlaflied die Geschichte dazu entstand und welche Rolle sein Sohn dabei spielte, verrät er im Interview.  SEBASTIAN OBERMEIR

Vom Schauspiel-Star und Sänger zum Kinderbuch-Autor. Wie kam es dazu, Herr von Thun?
Durch Zufall. Ich habe vor drei Jahren begonnen, für meinen Sohn Schlaflieder zu komponieren und in meinem Studio aufzunehmen. Damit ich ihn auch in den Schlaf singen kann, wenn ich irgendwo weit weg in einem Hotel und bei einem Dreh bin. „Der Sternenmann“ war eines dieser Lieder. Ich dachte, es wäre schön, die Geschichte aufzuschreiben.

Und nun steht im Buch die Widmung „Für Leo, von Papa“.
Es ist ein wunderbares Erlebnis, dass ich die Möglichkeit habe, ihm ein so persönliches Geschenk zu machen. Jetzt macht es auch anderen Kindern eine Freude. Letztens hatte Leo das Buch im Kindergarten mit und scheinbar war er da sehr stolz. Das führte sogar so weit, dass andere Kinder ihre Eltern fragten, wann sie denn ein Kinderbuch bekämen. Der Leo hätte seines ja schon.

Leos Meinung war nämlich schon beim Schreiben wichtig

Wie oft haben Sie das Buch schon vorlesen müssen?
Sehr oft. Aber das war fast klar, Leos Meinung war nämlich schon beim Schreiben wichtig. Seinen Umhang verdankt der Sternenmann etwa meinem Sohn. Er ist gerade in einer Superman- und Batman-Phase. Dann hatte der Sternenmann ursprünglich noch eine Katze, Leo mag aber Hunde lieber.

Wenn das Publikum bei der Lesung gähnt – ist dann das Ziel erreicht oder das Gegenteil?
Wenn ich zuhause lese, dann schon etwas getragen, um auf die Nacht vorzubereiten. Bei der Lesung spiele ich auch Gitarre, mache die Lieder etwas schneller, damit dieser Effekt nicht so stark eintritt. Was ich auch wunderschön finde: Wenn ich das Lied vom Sternenmann spiele, sehe ich, dass manche Kinder mitsingen.

Und Ihres singt in der ersten Reihe?
Die Lesung in München wird die erste sein, bei der er dabei sein wird. Ich habe das schon mit ihm besprochen, wie das sein wird. Ich habe ihm erklärt: Gäbe es dich nicht, wären wir heute nicht hier. Deshalb habe ich ihn auch gefragt, ob er mit auf die Bühne mag. Bloß nicht, hat er gesagt und ist ein wenig rot geworden.

Glauben Sie, dass er später mal als Schauspieler im Rampenlicht stehen will?
Momentan will er mal Feuerwehrmann, mal Pilot werden. Aber er findet es cool, dass ich einen Beruf habe, in dem das Wort spielen vorkommt. Er spielt nämlich auch gerne, sagt er dann. Und ich habe ihm erklärt, dass Schauspieler ein Beruf ist, bei dem man nicht erwachsen werden muss. Wo es ihn hin verschlägt, wird sich noch zeigen. Ich werde ihn bei allem unterstützen.

Gibt es Aufgaben als Vater, die Sie nicht so gern haben?
Es gibt schon so Sachen, die ich nicht so toll finde, die aber zum Vater sein dazu gehören. Nägel schneiden zum Beispiel. Mein Sohn spielt ja gern Krieger und wenn wir herumtollen, wird es schnell gefährlich, wenn seine Krallen zu lange sind. Als Selbstschutz muss ich es dann machen (lacht).

Aus der Perspektive eines Vaters: Ihr Wunsch für München?
Was ich mir als Vater wünsche, betrifft weniger München als Deutschland oder ganz Europa. Wir leben in Zeiten, in denen man Stellung beziehen muss und ich habe große Sorge, dass mein Sohn in eine Welt hinein wächst, wo rechte Politik die Atmosphäre vergiftet. München ist für mich ein offenes Pflaster. Und ich wünsche mir, dass das weiter so bleibt. Ich habe mir vor 15 Jahren mal überlegt, nach Berlin zu gehen und ich bin heilfroh, es nicht gemacht zu haben. München ist für mich Lebensqualität.

Zur Person

Maximilian Romedio Johann-Ernst Thun-Hohenstein, so heißt Max von Thun mit vollem Namen. Der gebürtige Münchner entstammt einem österreichischen Adelsgeschlecht. Bereits sein Vater Friedrich von Thun war ein gefeierter Schauspieler, für den 1977 geborenen Max von Thun war schon früh klar, dass er zum Fernsehen will. Bei MTV begeisterte er mit seiner lockeren Art die Zuschauer, es folgten Fernseh- und Kinofilme, unter anderem unter der Regie von Marcus H. Rosenmüller.

Für das Buch „Der Sternenmann“ schlüpfte er in die Rolle des Kinderbuch-Autors: Er hat für seinen Sohn Leo geschrieben. Ob eine Fortsetzung folgt? „Mein Sohn kommt im Herbst in die Schule. Deshalb überlege ich, eine Art Jugendbuch mit Abenteuergeschichten zu schreiben. Ich will als Hobbyautor mit meinem Sohn mitwachsen.“

Hallo verlost das Buch "Der Sternenmann" und Karten für die gleichnamige Lesung

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