Nicht zu bremsen: 3 Frauen 1 Auto

Susanne Wiesner über ihre neue Fahrgemeinschaft, Tracht und Bruderliebe

Susanne Wiesner als Julia in 3 Frauen 1 Auto
+
In „3 Frauen 1 Auto“ spielt Susanne Wiesner eine Fitness-Trainerin.
  • Sebastian Obermeir
    VonSebastian Obermeir
    schließen

Statt auf dem Oktoberfest das Wiesn-Frühschoppen zu moderieren, sitzt die 30-Jährige Schauspielerin jetzt täglich im Auto. Halb so schlimm, denn mit ihren Beifahrerinnen Luise Kinseher und Angela Ascher gibt‘s in „3 Frauen 1 Auto“ einiges zu lachen.

Nur allzu gern würde die 30-Jährige auch heuer das Wiesn-Frühschoppen im BR moderieren. Aber weil gerade alles anders ist, tauscht sie ihr geliebtes Dirndl gegen unberührte Fitness-Kleidung und gründet in der Serie „3 Frauen 1 Auto“ mit Luise Kinseher und Angela Ascher eine Fahrgemeinschaft, in der die Rollen klar verteilt sind. Hallo hat sie gesprochen.

Frau Wiesner, haben Sie sich gestritten, wer vorne sitzt und wer fährt?
Nein, nein, es war von Anfang an klar, dass die Jüngste hinten sitzt (lacht).

Dafür haben Sie nicht fahren müssen.
Darüber war ich tatsächlich froh. Ich hab die Angie (Angela Ascher, Anm. d. Redaktion) nicht darum beneidet. Sie aber auch bewundert – weil es eine zusätzliche Herausforderung ist, im Gespräch natürlich zu wirken und sich gleichzeitig auf den fiktiven Verkehr zu konzentrieren.

Das Auto steht also, oder?
Ja, in einem Studio. Es gab jemanden, der es ständig rüttelte, damit es nach Fahren aussieht. Und um uns waren große Bildschirme, die Verkehr zeigen.

Wie sieht denn Ihr Arbeitsweg aus, wenn Sie nicht gerade mit Frau Kinseher und Frau Ascher pendeln?
Zuerst geht’s Richtung Kindergarten. Und dann genieße ich es, wenn ich alleine im Auto bin, nicht reden muss und Zeit hab, mir richtig gute Musik anzuhören. Die ist übrigens ganz unterschiedlich, ein bisschen auch von der Verkehrslage abhängig.

In „3 Frauen 1 Auto“ spielen Sie eine Fitness-Trainerin. Wie steht’s um Ihr Sportprogramm?
(lacht) Oh, ganz schlecht. Jeder in der Familie, der gehört hat, dass ich eine Fitness-Trainerin spiele, hat sich fast gebogen vor Lachen.

Kämpfen Sie auch mit dem inneren Schweinehund? Gewinnen Sie ein Fitness-Paket aus Thera-Band, Trinkflasche und Hanteln.

Wo wir bei Familie sind: Ihre Geschwister sind zum Teil auch Schauspieler, allen voran Ihr ältester Bruder, Maximilian Brückner. Herrscht ab und an Konkurrenzdenken?
Na, überhaupt nicht. Mit den anderen Brüdern ist’s sogar eher so, dass er, wenn er eine Rolle nicht annehmen kann, sagt: Ich schlag jetzt einfach mal dich vor, vielleicht wärst du der Richtige.

Und im Volkstheater treten Sie gemeinsam auf.
Genau. Wir spielen schon seit ich weiß nicht wie lang den Brandner Kaspar. Der Maxi spielt den Boandlkramer, ich spiel’s Marei und zwei Brüder sind bei den Riederingern im Ensemble.

Wie ist es, mit den Brüdern auf der Bühne zu stehen?
Es ist das Allerlustigste überhaupt. Im Stück gibt’s diese Wirtshaus-Szene, das Marei ist die Bedienung und dann kommen die Musiker rein. Ich muss da meinem Bruder ein Bier bringen, aber ich mach es grad z’fleiß nicht. Dann stellt er sich vor mich, dass mich keiner sieht. Das wissen nur wir zwei und wir haben unseren Spaß. Der Zuschauer merkt es aber nicht. Hoffe ich (lacht).

Sie moderieren das „Wiesn-Frühschoppen“ auf dem Oktoberfest. Was halten Sie denn von Touristen in Billig-Tracht?
Mei, ist doch toll!

Ihnen blutet nicht das Herz? Schließlich haben Sie mit Ihrer Schwester eine gemeinsames Trachten-Label, für das Sie Dirndl entwerfen.
Man muss in die Gesichter schauen – wenn die Leut eine Freude haben, dass sie a Plastik-Lederhosn anhaben, dann passt das. Schad wird’s nur, wenn das weggeschmissen wird und das ein Abfallprodukt wird.

Geht’s nach der Wiesn jetzt zum Nockherberg zum Derblecken oder hat Ihnen das Frau Kinseher als Mama Bavaria ausgeredet?
Ui, ich glaub, das ist nix für mich. Das Derblecken sollten schon Kabarettisten machen. Außerdem mag ich überhaupt’s nicht gern die Menschen so offensiv ärgern. Fürs Derblecken bin ich zu schüchtern, glaub ich.

Zur Person

„Mein Ziel war immer, dass sich keine Woche gleicht“, sagt ­Susanne Wiesner über ihre Berufswahl. Das dürfte gelungen sein: Mit ihrem Mann betreibt sie ein Trachtengeschäft am Tegernsee, mit ihrer Schwester vertreibt und entwirft sie Dirndl, mit ihrem Bruder, dem Schauspieler Maximilian Brückner, steht sie auf der Bühne des Volkstheaters, mit den Perlseer Dirndln war sie 2016 beim Singspiel am Nockherberg beteiligt. „Genau diese Mischung find ich das Allerbeste“, sagt die 30-Jährige. Der neueste Projekt: Die Serie „3 Frauen 1 Auto“ im Bayerischen Rundfunk, wo sie zudem die Sendungen „BR Heimat – Zsammg’spuit“ und „Wiesn-Frühschoppen“ moderiert.

Susanne Wiesner lebt mit ihrer Familie am Tegernsee.

Auch interessant:

Meistgelesen

Über Schluss machen und Nudelholz-Prügel
INTERVIEWS
Über Schluss machen und Nudelholz-Prügel
Über Schluss machen und Nudelholz-Prügel
Trotz Bürgerentscheid – Kohlekraftwerk läuft weiter
INTERVIEWS
Trotz Bürgerentscheid – Kohlekraftwerk läuft weiter
Trotz Bürgerentscheid – Kohlekraftwerk läuft weiter
Münchens berühmtester Pfarrer wird 60: Rainer Maria Schießler geht in den Vorruhestand
INTERVIEWS
Münchens berühmtester Pfarrer wird 60: Rainer Maria Schießler geht in den Vorruhestand
Münchens berühmtester Pfarrer wird 60: Rainer Maria Schießler geht in den Vorruhestand

Kommentare