So bunt wird’s am Wald

Street-Art-Künstler gestalten den Zugang zum „Sendlinger Wald“

Die Künstler Fraubath (li.) und Crimp bringen Street-Art nach Sendling-Westpark.
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Die Künstler Fraubath (li.) und Crimp bringen Street-Art nach Sendling-Westpark.

Sendling-Westpark: Joggerinnen, Hunde beim Gassi gehen, einen Uhu – die Künstler Fraubath und Crimp bringen jetzt den Südpark als Graffiti in die Unterführung an der Innerkoflerstraße. 

Ein Uhu auf einem Baum, eine Frau die durch den Wald joggt, ein Hund der samt Herrchen hinterher rennt – diese Szenen sollen bald eine Unterführung schmücken, die Sendling-Westpark mit dem Südpark (auch Sendlinger Wald genannt) verbindet. Im Frühjahr 2018 soll sie mit Graffiti aufgepeppt werden. Vier Künstler, darunter Anna-Louise Bath (Fraubath) und Heiko Krause (Crimp) werden am Dienstag, 19. Dezember, dem Bezirksausschuss (BA) ihren Entwurf vorstellen. Hallo München hat die beiden getroffen.
dbo

Wie soll die neue Unterführung aussehen?

Fraubath: Der BA wünscht sich, dass der Durchgang möglichst hell und angstreduzierend gestaltet wird. Die Unterführung führt ja von der Stadt in den Wald und das wollen wir auch bei der Gestaltung einfließen lassen. Die Wände sollen aber nicht komplett vollgemalt werden, damit es nicht drückend wird. Wir arbeiten viel mit Grüntönen, es werden Elemente aus der Natur zu sehen sein sowie Character (Figuren) und Schriftzüge.

Sind das jetzt Graffiti oder ist das Street-Art?

Fraubath: Die Übergänge sind fließend. Für die einen sind Graffiti immer illegal, alles andere nennen sie dann Street-Art. Das stimmt nicht unbedingt, jeder definiert es anders.

Crimp: Und man kann schließlich nicht gegen das Eine reden, ohne das es das Andere gar nicht geben würde.

Machen Auftragsarbeiten überhaupt Spaß?

Crimp: Es ist nicht immer nur Selbstverwirklichung, es ist auch ein Job. Und manchmal wird einem die Insel der Glückseligkeit leider madig gemacht. In meiner utopischen Vorstellung würde ich natürlich am liebsten sprühen, ohne damit Geld zu verdienen.

Fraubath: In diesem Fall ist der Auftrag so ein Zwischending. Wir haben zwar Vorgaben aus dem BA, sind in der Gestaltung aber frei. Und wir werden vom Kulturreferat bezahlt.

Crimp: In der Szene sind Auftragsarbeiten ziemlich umstritten. Sie sind sozusagen das Privileg der „Etablierten“. Da wird man natürlich auch mal von den Jüngeren „gehated“.

Und was kann man dagegen tun?

Crimp: Die Situation in München ist schon frustrierend, es gibt im Grunde keine legalen Flächen für kreativen Freiraum.

Fraubath: Es ist wichtig, dass neue dauerhafte legale Flächen geschaffen werden und nicht nur Holzstellwände, die dann wieder entfernt werden. Wir brauchen mehr Halls (siehe Kasten), an denen sich jeder mal am Graffiti-Sprühen ausprobieren darf.

Wäre dann nicht beispielsweise Berlin die bessere Stadt für Künstler?

Crimp (grinst): Naja, wenn alle Coolen nach Berlin gehen, dann bleibt München ja doof.

Halls of Fame

Halls of Fame sind Orte, an denen das Sprühen jeder Person erlaubt ist, und die jederzeit zugänglich sind. Diese Orte müssen allerdings offiziell als solche ausgewiesen sein. Eine Übersicht über legale und illegale Flächen und Institutionen in München bietet die Homepage www.münchengraffiti.de.

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