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Oscar-Preisträger Steven Price im Interview: So klingt die Welt in „Unser Planet“

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Von: Sebastian Obermeir

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Die Naturdokumentation „Unser Planet – Live In Concert“.
Die Naturdokumentation „Unser Planet – Live In Concert“. © Jamie McPherson/Silverback/Netflix

„Unser Planet – Live in Concert“ verbindet Natur und Orchester. Der Oscar-prämierte Komponist Steven Price im Interview über seine Arbeit...

So schön ist unsere Welt! Die Naturdokumentation „Unser Planet – Live In Concert“ zeigt die Vielfalt der Erde – mit Orchesterklängen und spektakulären Bildern. Hallo hat den Oscar-prämierten Komponisten Steven Price gesprochen. 

Der Termin für „Unser Planet – Live In Concert“ im September in der Olympiahalle München ist aus produktionstechnischen Gründen ersatzlos gestrichen.

Herr Price, wie klingt es, wenn ein Löwe eine Antilope jagt? 

Ich versuche immer, den Klang des Films in der Musik zu übernehmen. Also habe ich mir bei einem vergangenen Projekt Aufnahmen eines Löwen schicken lassen. Als ich das in meinem Studio anhörte, sind meine Lautsprecher explodiert. Da war so viel Bass! Man denkt, das wäre nur ein Brüllen, aber es ist so viel mehr. Die Tiere sind angsteinflößend, aber unglaublich schön. 

Die Dokumentation zeigt die Wüste, die Arktis, den Dschungel. Wie haben Sie diese Gegensätze in die Musik eingearbeitet? 

Die Orte übernehmen das für einen. Sie sehen unterschiedlich aus, fühlen sich unterschiedlich an. Also haben sie mich auf verschiedene Arten inspiriert. Im Dschungel gibt es so viele kleine Geräusche und Gewusel, da schreibt man die Musik entsprechend, die Arktis hingegen lud mich ein, atmosphärischer und elektronischer zu schreiben. Wir möchten im Film aber auch zeigen, wie diese Umgebungen zusammenhängen: Was wir hier machen, hat dort Auswirkungen. Also habe ich Melodien immer wieder aufgegriffen.  

Hat die Arbeit an „Unser Planet“ Ihre Sicht auf die Welt verändert? 

Absolut. Man denkt oft, der Klimawandel beträfe einen nicht. Aber das stimmt nicht. Vieles, was wir für selbstverständlich ansehen, verschlimmert die Situation noch. Dabei sind es auch kleine Dinge, die jeder machen kann, die etwas bewirken. Das habe ich durch den Film gelernt.  

Oscar-Preisträger Steven Price.
Oscar-Preisträger Steven Price. © GEALive

Der Film zeigt auch das Weltall. War es schwierig, sich musikalisch von Ihrer Oscar-prämierten Arbeit zum Film „Gravity“ abzugrenzen?  

Bei „Gravity“ ging es um das Gefühl, im All verloren zu sein, um jemanden, der unbedingt zurück auf die Erde wollte. Wenn wir das All in „Unser Planet“ sehen, dann von der Erde aus. Wir möchten zeigen, dass wir Glück haben, hier zu sein und was für ein schöner Planet es ist. Es ist also eine positivere Botschaft. Das hört man auch. 

„Unser Planet“ ist eigentlich eine Dokumentation mit acht Folgen. Wie wurde sie zur Live-Show? 

Wir haben uns die Original-Aufnahmen nochmals angesehen und eine neue Reise entworfen. Wir haben brandneue Szenen geschnitten, es gibt Montagen mit meinen Lieblingsmomenten aus der Filmmusik. Es geht einmal um die Welt in zwei Stunden. Es ist eine Art Best-of, das sich nach etwas Eigenständigem anfühlt. Einige meiner Lieblingsstellen sind Teile, die es noch nicht zu sehen gab. 

Freuen Sie sich auf die Bühne oder ist Ihnen das Studio lieber?

Ich mag das Studio zu sehr. Das ist ein guter Grund, sich auf die Bühne zu wagen. Bei den Shows werde ich Gitarre spielen und zum Publikum sprechen. Mein Job im Studio ist sonst sehr abgeschottet. Jetzt die Musik gemeinsam mit anderen zu erleben, das kann ich nicht oft machen. 

Hallo München verlost Karten für „Unser Planet – Live In Concert“ in der Olympiahalle.

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