Sandra Bouscarrut im Gespräch mit Hallo München

Wenn die Überraschung am Herd wartet... 

Farbenfroh gekleidet und lächelnd: So ist Sandra Bouscarrut zukünftig bei „Wir sind Bayern“ zu sehen.
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Farbenfroh gekleidet und lächelnd: So ist Sandra Bouscarrut zukünftig bei „Wir sind Bayern“ zu sehen.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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München: Sandra Bouscarrut übernimmt die Moderation der Sendung „Wir in Bayern“. Ein Gespräch über Fußstapfen, Lampenfieber und Zufälle.

Blau und dunkles Pink sind ihre Lieblingsfarben – so farbenfroh gekleidet sieht man die 37-Jährige in Zukunft regelmäßig im Fernsehen. Sie übernimmt die „Wir in Bayern“-Moderation für Sabine Sauer (Hallo-Interview). Dabei verdankt die Wahlmünchnerin aus Obergiesing es vor allem dem Zufall, dass sie jetzt im Live-Studio vor der Kamera steht. 

Frau Bouscarrut, es geht für Sie als Moderatorin von „Wir sind Bayern“ los. Sind sie aufgeregt?

Ich habe Lampenfieber! Ich bin zwar schon lange beim BR Fernsehen als Autorin und Redakteurin, aber eine 75-minütige Live-Sendung habe ich noch nie moderiert.

Haben Sie sich aktiv auf die Stelle beworben?

Tatsächlich nicht auf diesen Posten! 2019 habe ich mich für eine Stelle als TV-Reporterin für ein „Wir in Bayern“-Projekt beworben, doch die Stelle wurde anderweitig vergeben. Aber anscheinend hat sich jemand an mein Bewerbungs-Video erinnert und mich letzten Sommer zum ersten Wir-in-Bayern-Casting im Juli vorgeschlagen.

Wie stellen wir uns das Moderatoren-Casting fürs Fernsehen konkret vor?

Es gab zwei Runden. In der ersten wurde eine „Wir in Bayern“-Sendung simuliert, nur in gekürzter Fassung. In der zweiten Runde bekamen wir dann spontane Aufgaben, die wir mit Interviewpartnern bewältigen mussten. Unter anderem sollten wir versuchen, unserem Interviewpartner, einem Überraschungsgast, die ein oder andere interessante Info zu entlocken. Währenddessen sollte auch noch gekocht werden. Die größte Herausforderung für mich dabei war, alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen: Ich musste einen Induktionsherd bedienen, hatte aber zuvor noch nie mit einem gekocht, mich dann auf das Kochen, gleichzeitig die Moderation und das Führen eines lockeren Gesprächs konzentrieren. Da habe ich ganz schön geschwitzt – aber es ist mir gelungen!

„Jetzt fang ich erstmal an, den Rest und den Ruf muss ich schon selber schaffen.“

Sandra Bouscarrut

Wann wussten Sie selbst, dass Sie die „neue Sabine Sauer“ werden?

Ende Oktober stand die Entscheidung fest. Ich habe mich sehr gefreut. Natürlich habe ich dies damals nur vertraulich meinem engsten Familien- und Freundeskreis erzählt.

Den Satz „sie ist die neue Sabine Sauer“ hören Sie jetzt sicher recht oft...

Ja, aber ich will und kann sie nicht kopieren. Sabine Sauer hat zurecht einen großen Namen, das Format fast zwei Jahrzehnte entscheidend geprägt. Ich habe mir zur Vorbereitung viele alte Sendungen angesehen, aber jetzt fang ich erstmal an, den Rest und den Ruf muss ich schon selber schaffen.

Das beliebte TV-Format „Wir in Bayern“ gibt es seit Jahren. Welche eigenen Ideen werden Sie zur Sendung neu mitbringen?

Ich habe ein Redaktionsteam, das die Sendung thematisch vorbereitet und mich unterstützt, aber ich hoffe und freue mich, wenn ich den ein oder anderen Gast vorschlagen kann!

Sie sind zukünftig eine Woche pro Monat, montags bis freitags, auf Live-Sendung – hat sich der Inhalt Ihres Kleiderschranks dafür verändert?

Ich habe sehr gute Beratung von einer BR-Stylistin, welche Farben, Stoffe und Muster auf dem Bildschirm gut ankommen. Meine Lieblingsfarben, blau und dunkles lila sind dabei. Ich habe viel dazu eingekauft, aber im Sinne der Nachhaltigkeit werde ich nicht jede Sendung ein neues Kleidungsstück tragen.

Was wird sich für Sie selbst im Alltag verändern?

Ich wurde positiv vorgewarnt, dass man als BR-Moderatorin oder -Moderator in der Öffentlichkeit auf der Straße angesprochen wird – da ist die Maske jetzt ein guter Schutz.

Frau Bouscarrut, zum Schluss: Ihr Name ist außergewöhnlich. Man spricht ihn „Buskarü“. Ist das ein Hindernis im bayerischen Fernsehen?

Ich bin das Buchstabieren gewöhnt. Der Name stammt, familiär, aus Frankreich und ich denke und hoffe, nach dem ersten „Wer ist denn das“ gewöhnt sich das Publikum daran und verbindet den Namen mit mir.

Zur Person

Im Chiemgau am Chiemsee geboren und aufgewachsen, ist sie heute in Obergiesing zuhause – dort lebt die neue BR-Moderatorin Sandra Bouscarrut (37) mit Mann und Sohn. Als Kind wollte sie zum Theater, da die Familie ihrer Urgroßmutter zum fahrenden Theatervolk gehörte. Nach ihrem Abitur in Prien bewarb sie sich um ein Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule in München – und wurde abgelehnt. Kurzerhand sattelte sie um, studierte stattdessen in Bremen und Südfrankreich schließlich Kulturwissenschaften, Germanistik und Geschichte. Danach begann sie 2010 beim Bayerischen Rundfunk ein journalistisches Volontariat. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie für BR-Hörfunk- und Fernsehsendungen. Privat und in ihrer Freizeit trifft man die Wahlmünchnerin meist an der frischen Luft, ihr unverkennbares Markenzeichen ist das rollende R.

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