Mission Heiderettung

Natura 2000 hat einen neuen Gebietsbetreuer: Das sind seine Sorgen

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Tobias Maier ist der neue Gebietsbetreuer für das Natura 2000-Gebiet.

Fröttmaning - Er sorgt dafür, dass die Münchner Heide-Landschaften auch in Zukunft erhalten bleiben: Biologe Tobias Maier ist der neue Betreuer für das Natura 2000-Areal - Mit Hallo hat er im Interview über seine Sorgen gesprochen

Die Heideflächen und Lohwälder im Münchner Norden haben einen neuen Beschützer: Biologe Tobias Maier (51) ist ab sofort als Gebietsbetreuer für das Natura 2000-Gebiet zuständig, zu dem zum Beispiel die Panzerwiese oder die Fröttmaninger Heide gehören. Im Interview spricht er über seine Herausforderungen und Pläne.

Herr Maier, was ist das Besondere an den Heideflächen?
Heute ist nur noch ein Bruchteil der früheren Münchner Schotterebene übrig. Über die Jahrtausende hinweg sind offene, lichte Wälder und artenreiche Wiesenlandschaften entstanden. Die Artenvielfalt an der Fröttmaninger Heide ist zum Beispiel zehn Mal so hoch wie in Grünanlagen.

Wird der Schutz der Landschaften schwieriger?
Ja. Der Freizeitdruck ist größer, dadurch sind einige Tierarten verschwunden oder dezimiert. Früher wurden Heideflächen militärisch genutzt, da gab es weniger Störungen. Außerdem wurden durch den Bundeswehrbetrieb Lebensräume erhalten, für die jetzt Pflegemaßnahmen notwendig sind.

Zum Beispiel?
Die Wechselkröte zum Beispiel lebt in Tümpeln, die an der Fröttmaninger Heide durch die Befahrung mit Militär-Lkw und Panzern entstanden sind. Im Winter muss sie jetzt ein Lkw die Verdichtung wieder herstellen. Mit einer Schafsbeweidung sorgen wir dafür, dass die Flächen nicht verwalden.

Warum ist der Artenschutz so wichtig?
Wenn zu viel zerstört wird, ist es schwer zu vermitteln, warum das Gebiet als Naturschutzgebiet erhalten bleiben soll.

Immer wieder gibt es Konflikte zwischen Naturschutz und den Bedürfnissen der Menschen. Wie gehen Sie damit um?
Wir wollen die Flächen nicht komplett sperren, weil wir den Menschen die Schönheit der Natur vermitteln wollen. Stattdessen werden wir verschiedene Zonen einrichten. Manche darf man frei betreten, andere nur außerhalb der Brutzeit oder nur auf den Wegen.

Wie sieht es mit Hunden aus?
Hunde müssen im Naturschutzgebiet an der kurzen Leine geführt werden. Leider sind dazu nicht alle Hundehalter bereit. Auch grobe Verstöße wie Müllablagerungen machen uns immer wieder Probleme. Deshalb ist es mir wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die Fröttmaninger Heide ist mit Kampfmitteln belastet. Wie schlimm ist die Situation?
Die Munitionsbelastung aus dem Zweiten Weltkrieg ist viel höher, als wir gedacht haben. Bis zum Jahresende soll es ein Gutachten geben. Im Süden konnten wir schon einige Wege entmunitionieren – aber es bleiben immer noch Bereiche gesperrt. cla

Tobias Maier wird beim Sommerfest des Heidehaus am Sonntag, 8. Juli, vorgestellt. Beginn ist um 13 Uhr. Maier plant Heideführungen. Infos unter www.heideflaechenverein.de.

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