Trauerzeit fürs Arbeitsleben

Schwierigkeiten beim Übergang in den Ruhestand? – Psychologin hilft mit Seminar

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Seminarleiterin und Psychologin Sabine Bachmair.

Viele fiebern jahrelang auf ihn hin, doch wenn er dann da ist, werden sie nicht mit ihm glücklich: der Ruhestand. Im Seminar lernt man den Umgang mit der neuen Situation...

Planegg – In der Würmtal-Insel startet Psychologin Sabine Bachmair (72, Foto) im November ein Orientierungsseminar zu dem Thema. Warum gerade Männern der Austritt aus dem Arbeitsleben schwerfällt und wie man sich am besten für den Ruhestand rüstet, hat Bachmair vorab in Hallo verraten.

Frau Bachmair, warum braucht es ein Seminar zum Ruhestand?
Das Seminar ist für diejenigen, die noch unsicher sind, wie sie mit der nächsten Lebensphase umgehen sollen. Psychologisch gesehen ist der Ruhestand ein bedeutender Einschnitt: Alle Regeln und Rituale ändern sich. Vor allem Männer fallen dann oft in ein Loch.

Warum gerade Männer?
Weil sie sich stärker über die Arbeit definieren als Frauen. Ihre Identität ist mit der Berufsrolle eng verknüpft. Auch Selbstständige können schlecht von der Arbeit loslassen. Und Frauen? Die müssen in der Zeit eher lernen, sich wieder von der Familie abzugrenzen. Viele Frauen werden als Mutter oder Oma vereinnahmt, jetzt, wo sie doch im Ruhestand sind und Zeit haben.

Wie geht man am besten an den Austritt aus dem Arbeitsleben heran?
Behutsam. Man sollte die Dynamik, nicht mehr in die Tretmühle treten zu müssen, erstmal ein paar Monate durchleben und sich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Wer sehr viel gearbeitet hat, darf auch ins Loch fallen. Der Ruhestand ist ja eine Form von Abschied, den man betrauern kann. Wie im Trauerjahr nach einem Sterbefall muss man die neue Situation einfach eine Zeit erleben.

Sich vorbereiten sollte man also nicht?
Man kann sich natürlich Gedanken machen, ein bisschen phantasieren und mit Familie und Partner sprechen. Aber das sollte nur eine lose Ideensammlung sein. Sonst nimmt man sich vielleicht zu viel vor. Ein Seniorenstudium beginnen, ein Instrument oder eine Sprache lernen – sind solche Vorhaben sinnvoll? Etwas ganz Neues fangen Ruheständler eher selten an. Der Idealfall ist, dass man ein Hobby weiterführt, für das man sich schon sein ganzes Leben lang mehr Zeit gewünscht hätte.

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Das Orientierungsseminar 

„Und was kommt jetzt?“ in der Würmtal-Insel, Pasinger Straße 13, Planegg, findet donnerstags von 17.30 Uhr bis 20 Uhr statt. Beginn ist am 7. November, es gibt insgesamt vier Termine. In einer Gruppe von maximal sieben Personen sollen die eigene Persönlichkeit, Interesse und Wünsche erkundet sowie Angebote zur Freizeitgestaltung vorgestellt werden. 

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bis Mittwoch, 30. November, per E-Mail an bianka.fink@ wuermtal-insel.de.

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