Kein Freiluftkino – aber Moonlight Sports bleibt

Planegg: Ruhestand des Jugendreferenten hat Konsequenzen – Veranstaltungen entfallen

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Viele Besucher zog das Freiluftkino im Martinsrieder Parc de Meylan an – heuer fällt es aus.

Das Ende einer Ära: 24 Jahre lang hat sich Micha Rabeneck um Planeggs Jugendliche gekümmert. Im Mai hat er sein Amt niedergelegt. Jetzt fordert sein Rücktritt ersten Tribut...

Update: 19. Juni 2019

Planegg – Im Mai ist der bisherige Planegger Jugendreferent Micha Rabeneck in den Ruhestand gegangen. Nun hat sein Rückzug erste Folgen: Das bislang von ihm organisierte Freiluftkino im Martinsrieder Parc de Meylan wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Zwar hat der Gemeinderat im März beschlossen, wieder einen Jugendreferenten einzusetzen und den Minijob sogar auf eine 30-Stunden-Stelle aufzustocken. Bis jetzt ist aber noch kein Nachfolger gefunden. Weil die Organisation des Kino-Open-Airs als Privatperson nicht möglich ist, hätte die Gemeinde dafür Rabeneck einen gesonderten Vertrag ausstellen müssen. Dem 65-Jährigen zufolge sei das aber nicht geschehen. „Da hat sich wohl einer auf den anderen verlassen“, so Rabeneck. Darum folgte jetzt die Absage.

Ein anderes Event, das bisher ebenfalls in seiner Verantwortung lag, soll hingegen auch heuer sicher stattfinden: das „Moonlight sports“ – ein Abend mit Sport-Aktionen, Vorführungen und Musik am Sportpark am Feodor-Lynen-Gymnasium. „Ich habe dem Bürgermeister angeboten, das Moonlight sports wieder zu planen“, bestätigt Rabeneck gegenüber Hallo. Als Termin hat er den 14. September anvisiert. Unter anderem will Rabeneck eine Cricket-Mannschaft, Bumerang-Werfer und Frisbee-Sportler für das Event gewinnen.

Dass das Freiluftkino für immer Geschichte ist, glaubt Rabeneck aber nicht. Er geht von einer Wiederbelebung durch seinen offiziellen Nachfolger aus. Dieser soll laut Gemeinde voraussichtlich im Herbst an den Start gehen. Bewerbungen seien bereits eingegangen.

Romy Ebert-Adeikis

Erstmeldung: 04. April 2019 – Micha Rabeneck: „Eine Jugendkneipe fehlt“

„Es wäre doch sehr seltsam, wenn ein Rentner die Jugendarbeit im Ort macht“, erklärt Micha Rabeneck auf die Frage, wieso er sich als Jugendreferent zurückzieht.

Planegg – Als Micha Rabeneck (65) vor 24 Jahren auf 650-Mark-Basis als Jugendreferent der Gemeinde Planegg angestellt wurde, war das ein absolutes Novum. Fast überall sonst lief Jugendarbeit ehrenamtlich. Jetzt geht er in den Ruhestand und wieder will Planegg Vorreiter sein: Der Gemeinderat hat beschlossen, die Stelle des Jugendreferenten auf 30 Stunden aufzustocken und sie direkt an die Gemeineverwaltung anzudocken. Wie Rabeneck darüber denkt und was er seinem Nachfolger mit auf den Weg geben möchte, verrät er im Hallo-Interview. von Romy Ebert-Adeikis

Herr Rabeneck, Sie hören als Jugendreferent auf. Warum?
Es wäre doch sehr seltsam, wenn ein Rentner die Jugendarbeit im Ort macht. Aber ich finde es sehr gut, dass die Gemeinde das, was ich angestoßen habe, dermaßen weiterführt.

Sie haben Events wie das Freiluftkino eingeführt, eine Skateanlage und später den Sportpark am Gymnasium ausgehandelt. Was sehen Sie als Ihre größte Leistung?
Dass ich in Planegg Vorurteile abbauen und vernetzen konnte. Als ich vor 24 Jahren angefangen habe, gab es viele Ressentiments zwischen der Verbands- und der offenen Jugendarbeit. Es stellte sich dank einer Umfrage von mir aber heraus, dass ein großer Teil der Jugendlichen sowohl in Vereinen als auch in der offenen Jugendarbeit war. Das hat viel verändert. Den Ort für Jugendliche so attraktiv zu machen, haben wir nur in der gemeinsamen Zuammenarbeit erreichen können.

Einige Gemeinderäte wollten für den neuen Jugendreferenten nur eine Halbzeitstelle, weil Planegg ohnehin gut aufgestellt sei. Wie sehen Sie das?
Grundsätzlich stimmt das, ja. Aber es fehlt im gesamten Würmtal noch eine Jugendkneipe, so wie früher das „Ting“ in Gräfelfing oder das „Schabernack“ in Krailling. Außerdem ist es wichtig, dass der Jugendreferent künftig bei Planungen im Vorfeld einbezogen wird und nicht erst danach. So etwas kann man nur mit entsprechend vielen Stunden leisten.

Haben Sie ein Beispiel?
Bei der neuen Ortsmitte in Martinsried weiß ich nicht, ob daran gedacht wurde, was passiert, wenn sich diese als neuer Treffpunkt für Jugendliche entwickelt. Davon gibt es in Martinsried ohnehin noch zu wenige.

Was sollte Ihr Nachfolger noch angehen?
Bisher wurde das Jugendforum, bei dem alle zwei Monate die Multiplikatoren der Jugendarbeit in Planegg zusammenkommen, vor allem von kleineren Organisationen und Vereinen getragen. Das sollte sich künftig ändern. Ich hoffe, dass die Teilnahme auch verbindlicher wird als bisher. Aber dafür muss sich mein Nachfolger auch gut durchsetzen können.

Und in Sachen Angebote für die Jugend?
Wir brauchen vor allem Sportstätten, die allgemein zugänglich sind – wie das Eiswunder. Leider war die Eisfläche zuletzt häufig geschlossen. Wir sollten sie, zum Beispiel mit einer Überdachung, witterungsunabhängiger machen und am besten auch den Standardmaßen anpassen. Dann wäre das Eiswunder eine winterliche Fortführung des sommerlichen Sportparks.

Die Gemeinde hat erst jetzt die neue Stelle beschlossen. Was bedeutet das für Veranstaltungen wie das Freiluftkino, das eigentlich im Juli stattfindet?
Da müssen ganz schnell Lösungen gefunden werden. Als Privatperson kann ich das Kino nicht organisieren. Hoffentlich kann es dieses Jahr trotzdem stattfinden.

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