Auch die Nachbarn können wachen

Im Kampf gegen Lärm und Vandalismus: Polizei Planegg befürwortet Sicherheitswacht

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Was eine Wacht konkret tun dürfte, wie viele Ehrenamtliche es bräuchte und ab wann sie auf Streife gehen könnten, lesen Sie im Artikel.

In München hat Thomas Sorgalla vor seiner Zeit als Planegger Polizeichef bereits eine Sicherheitswacht aufgebaut. Jetzt könnte er das Gleiche im Würmtal realisieren...

Planegg – Laute Partys, Scherben, Schäden an Vereinsheimen: Immer wieder ist das etwa am Sportpark in Planegg zu beklagen (Hallo berichtete). Der Ferienausschuss der Gemeinde hat darum beschlossen, den bisherigen Rundgang eines Sicherheitsdienstes auszuweiten und mit der Polizei ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Auch eine ehrenamtliche Sicherheitswacht steht zur Debatte. 

Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla hat bereits bei seiner früheren Dienststelle in München-Neuhausen eine Wacht aufgestellt. Im Interview erklärt er, was er von dieser Option hält.  von Romy Ebert Adeikis

Herr Sorgalla, wozu braucht es ein Sicherheitskonzept?
Ein Sicherheitskonzept soll definieren, in welchen Bereichen der Gemeinde Handlungsbedarf besteht, welche Maßnahmen dort jeweils möglich und bei welcher Art von Störung auch erforderlich sind. Das reicht vom Aufstellen von Schildern bis hin zu einer Sicherheitswacht oder – bei massiven Störungen – Videoüberwachung. Hat man das erarbeitet, kann man auch kurzfristig auf Störungen reagieren.

Wann soll das Konzept stehen?
Spätestens im Frühjahr 2020, wenn es mit der Freiluftsaison wieder losgeht.

Planeggs Polizeichef Thomas Sorgalla.

Wo sehen Sie in der Gemeinde neuralgische Punkte?
Sicher im Bereich des Feodor-Lynen-Gymnasiums, wo es durch jugendliche Gruppen immer mal wieder zu Ordnungs- und Ruhestörungen kommt (Hallo berichtete). Auch am Marktplatz gibt es hin und wieder Beschwerden. Der Bahnhof ist ebenfalls ein Thema. Ich würde diese Bereiche aber nicht als Kriminalitäts-Brennpunkte bezeichnen. Es werden dort in der Regel nur Ordnungswidrigkeiten begangen. Und auch da verzeichnen wir keinen eklatanten Anstieg. Aber: Wenn man alles laufen lässt, kann einem die Situation natürlich entgleiten.

Wie sinnvoll finden Sie eine Sicherheitswacht für Planegg?
Das ist schon überlegenswert, denn was in der Gemeinde angesprochen wurde, trifft genau den Einsatzbereich einer Sicherheitswacht. Vielleicht ist in Planegg die Bereitschaft der Bürger, sich für ihren Ort einzusetzen, sogar noch größer als in München.

Zum Beispiel am Skatepark beim Planegger Gymnasium gibt es immer wieder Ärger mit Müll und Lärm, berichtet Polizeichef Thomas Sorgalla.

Welche Befugnisse hat eine Sicherheitswacht?
Sie geht auf Streife und soll Ansprechpartner für die Bevölkerung sein. Sie darf zwar mehr als ein Sicherheitsdienst – zum Beispiel Platzverweise erteilen oder Personalien aufnehmen – aber ist eben nicht die Polizei. Die Ehrenamtlichen sind keine Hilfssheriffs, sondern qualifizierte Mitteiler für die Polizei.

Wie sollte die Wacht für Planegg aufgestellt sein?
Erstmal würden sicher zwei bis vier Ehrenamtliche reichen. Idealerweise sollten das Planegger sein oder Interessierte aus den Nachbargemeinden. Vielleicht würden wir auch die anderen Würmtal-Gemeinden fragen, ob dort der Wunsch nach einer gemeinsamen Sicherheitswacht besteht.

Wie schnell könnte eine Wacht aufgebaut werden?
Das könnte sogar noch 2020 funktionieren. Zuerst braucht es die Zustimmung der Gemeinde, bevor wir dem Polizeipräsidium München den Bedarf melden. Einmal im Jahr können sich Interessierte für ein Engagement bei der Sicherheitswacht bewerben. Wer angenommen wird, muss eine 40-stündige Ausbildung absolvieren.

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