Von A bis Z mit Willy Astor

Homebase Hasenbergl – Willy Astor über seine Jugend in München und seine Erziehungsmethoden

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Willy Astor, der Reim-Schmied und Hasenbergl-Original.

Er ist Kabarettist und Musiker. Mit Hallo spricht Willy Astor über seine Kindheit im Münchner Norden und darüber, wie er seine eigenen Kinder erzieht.

Er ist Reim-Meister und Wortspiel-König – und gleichzeitig ein begnadeter Musiker. Diese beiden Karrieren hat Willy Astor 2014 zusammengeführt und daraus eine dritte gemacht: Als Kinder-Kabarettist. Fünf Jahre nach dem Erfolgsprogramm „Der kindische Ozean“ bietet er jetzt im Nachfolger „Der Zoo ist kein logischer Garten“ fabelhafte Fantasietiere und lustigen Schabernack ohne Erziehungsauftrag. 

Den erfüllt er an seinen eigenen kleinen Kindern, die zwischen drei und acht Jahren alt sind. „Mir ist wichtig, dass sie bairisch sprechen – und dass sie weiterprobieren, wenn ihnen etwas misslingt“, erklärt der gebürtige Münchner, der auch schon eine 24-jährige Tochter hat, im A bis Z-Interview. 

Seine eigene Kindheit und Jugend sei wunderschön gewesen, erinnert sich der 58-Jährige. „Das Hasenbergl ist meine Homebase, da bin ich Radl gefahren, hab Fußball gespielt und die Nachbarn geärgert, weil ich bis 12 Uhr nachts Gitarre geübt habe.“

Maren Kowitz

Kabarettist und Musiker Willy Astor (58) von A bis Z

Alter: Solange ich im Sprint mit meinen Kindern – ob mit meiner 24-jährigen Tochter oder meinem achtjährigen Sohn – die Nase vorne habe, bin ich total entspannt.

Bairisch: Mir ist wichtig, dass meine Kinder bairisch können. Da muss ich ein bisschen darauf schauen, denn meine Frau kommt aus Bingen am Rhein. Ansonsten wird von mir niemand missioniert – außer eben meine Kinder.

CSU: Seit ich 18 war, wähle ich grün – außer wenn es um die Oberbürgermeister der Stadt München geht. Da habe ich immer SPD gewählt. Christian Ude ist mein Standesbeamter gewesen, wir haben bis heute einen herzlichen Kontakt.

Donnersberger Brück’n ist eine sehr gefragte Nummer, wenn mein Publikum sich eine Zugabe wünschen darf. Das Lied ist ein echter Klassiker geworden.

Ehrgeiz: Wenn der Ehrgeiz krankhaft wird, geht auch der Humor verloren. Aber man sollte seine Kinder dazu erziehen, wieder aufzustehen und weiterzuprobieren, wenn sie etwas gemacht haben, was ihnen misslungen ist.

FC Bayern: Den Stern („Stern des Südens“, Anm. der Red.) habe ich vor 21 Jahren geschrieben. Ich habe ihn zehnmal bei der Meisterfeier auf dem Rathausbalkon gespielt, sogar bei der Verabschiedung von Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld. Ein sehr bewegender Moment, Ottmar Hitzfeld hat geweint.

Gerhard Polt ist nicht nur mein Idol, sondern eine Ikone des deutschen Kabaretts. Ein Luntenleger für jeden Kabarettisten, eigentlich ist er der bayerische Loriot.

Hasenbergl: Das ist meine Homebase – da habe ich meine Nachbarn geärgert, weil ich nachts um 12 Uhr noch Gitarre gespielt habe. Ich habe mich damals um den Glasscherbenviertelruf nicht geschert. Ich bin stolz, dass ich da herkomme.

Immer neu: Man muss im Leben immer neugierig bleiben, immer offen für Neues. Wenn die Verkrustungen zu groß werden, werden wir alle verbittert.

Jahreswechsel: Es gibt keine grausamere Zeit als die Stunden zwischen 20 Uhr und Mitternacht an Silvester. Da dauern die Minuten doppelt so lange. Ich habe viele schreckliche Silvesterabende hinter mir.

Klischees: Es ist mir völlig egal, ob ich Klischees bediene. Wenn am Ende Leute sagen, genauso empfinde ich es auch, endlich sagt es mal einer, dann muss ich mich nicht schämen.

Lesch: Professor Harald Lesch und ich kennen uns. Mein Techniker hatte die Idee, ob er nicht im neuen Programm so einen verrückten Professor spielen könnte, der den Kindern was von Weltall erzählt. Er war sofort dabei.

München: Ich merke als jemand, der so lange in dieser Stadt gelebt hat, dass sie den Charakter einer Großstadt annimmt. Es gibt immer mehr Verkehr. Mittlerweile raubt sie mir mehr Energie als sie mir schenkt.

Nervfaktor: Schlechtes Fernsehprogramm nervt mich, speziell am Samstagabend. Das ist eine Frechheit, was für drei, vier, fünf Stunden lange Mist-Shows man sich bieten lassen muss. Aber am allermeisten nervt mich, dass die Deppen nicht aussterben.

Optimismus: Mein Geist hat den Status eines 25-jährigen Lausbuas. Mir fallen Haare aus, aber mein Sinn für Schabernack ist ungebrochen.

Pubertier: Ich war kein Pubertier und meine 24-jährige Tochter auch nicht. Ich musste mit 15 Jahren das Arbeiten anfangen. Da hätten mir meine Meister schon etwas erzählt... Aber ich habe das Lied für Pubertiere geschrieben, die zu Hause den Rebell machen – und mir wurde bestätigt, den Ton getroffen zu haben.

Qualle: „Rosmarie, die Kitzelqualle“ war das erste Lied, das ich für den „Kindischen Ozean“ geschrieben habe. Am Campingplatz in der Nähe von Bordeaux.

Reim Dich oder...: Das ist immer reime Nervensache, sag ich gerne. Meine Helden im Bereich des Reims sind Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und Heinz Ehrhardt. Das ist die große Liga, an der man sich orientieren sollte.

Sechz’ger: Ich kenne unglaublich viele, wahnsinnig nette Sechz’ger-Fans – mein Schlagzeuger ist Sechz’ger. Solche Fans hat die Vereinsführung gar nicht verdient.

Therapie: Ich persönlich müsste mich dringend physiotherapieren lassen, weil ich so einen verspannten Nacken habe vom vielen Gitarrespielen.

Umzug: Ich wollte meinen Kindern ein Haus mit Garten bieten und das war in München ein aussichtsloses Unterfangen. Und im Englischen Garten fahren Fahrradkuriere meine Kinder und Hunde zam. Deswegen bin ich vor drei Jahren nach Schäftlarn gezogen.

Veganer: Tolerant bleiben. Nicht versuchen die Welt zu missionieren. Aber ich finde, weniger Fleisch essen ist ein richtiger Ansatz.

Weihnachten: Da habe ich endlich Zeit für meine Familie und mich. Geschenkemäßig schenke ich meinen Kindern die Dinge, die ich mir als Kind selbst gewünscht hätte. Da bin ich ehrlich – da lasse ich es schon mal krachen.

Xanthippe: Die Frau von Sokrates. Er hat daraufhin gesagt: „Heirate oder heirate nicht – du wirst es bereuen.“ Ein interessanter Vorname macht noch keine gute Ehefrau.

Yesterday: Dieses Lied ist für mich der Heilige Gral.Wenn die Beatles nicht gespielt hätten, wäre ich heute nicht auf der Bühne.

Zoo: Ich bin kein Fan vom Zoo. Tiere in der freien Wildbahn zu sehen, hat eine ganz andere Qualität.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer spannender Interviews finden Sie in unserer Übersicht.

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