Katharina Abt im Gespräch mit Hallo München

Über Schluss machen und Nudelholz-Prügel

Katharina Abt in "Trennung macht frei"
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Katharina Abt in "Trennung macht frei"

Die Schauspielerin Katharina Abt wurde als Kommissarin in „Der Bulle von Tölz“ berühmt. Mit Hallo spricht sie über Trennungsschmerz und wortlose Diäten mit Ottfried Fischer...

Was macht man, wenn auf einmal der Ex vor der Tür steht, aber statt Avancen im Auftrag für den aktuellen Lover Schluss macht? Im Stück „Trennung frei Haus“ reagiert Katharina Abt da nicht so gelassen wie im echten Leben. 

Frau Abt, sind Sie schon mal mit dem Nudelholz auf wen losgegangen wie Pauline, die Sie in „Trennung frei Haus“ spielen?
(lacht) Höchstens in Gedanken. Manchmal bin ich zwar wütend, aber das würde ich nie tun.

Auch auf keinen Ex, der aus dem Nichts auftaucht?
Nein, ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist. Pauline windet sich ja auch anders raus.

Wie macht man denn am besten Schluss?
Auf jeden Fall persönlich. Nicht per E-Mail, nicht per SMS und schon gar nicht über eine Schluss-Mach-Firma. Das sind bequeme Wege, aber feige. Je schneller und mutiger man Schluss macht, desto leichter fällt es beiden. Auch das Loslassen. Dieses Herumdrucksen und Nachhängen tut keinem gut. Wenn man Schluss macht, soll man auch bloß nicht selbst heulen. Man soll dem anderen die Chance geben, einen zu hassen und nicht noch Mitleid erwecken.

Nicht gerade zimperlich!
Noch fürchterlicher ist es, einfach zu verschwinden. Ghosting nennt man das heutzutage. Auch das würde ich nie machen, das ist ein Missachten der Spielregeln. Wenn man sich mit jemanden auf eine Beziehung einlässt, muss man auch am Ende dazu stehen und es durchziehen.

Zurück zum Stück: Ist es für Sie eine große Herausforderung, wenn nur drei Personen auf der Bühne stehen, um die sich alles dreht?
Eine größere Herausforderung wäre es, wenn es mehr Figuren wären: Je mehr Beziehungen auf der Bühne zu spielen sind, desto schwieriger. Mit Ingo und Sven zu spielen ist großartig. Ich habe das Stück vor allem wegen der beiden zugesagt. Das ist jetzt mein erster Ausflug ins Boulevard-Metier, bisher habe ich eher ernste Stücke gespielt.

Dieser Ausflug wird jedenfalls intensiv – sie spielen das Stück 42 mal.
Jeden Tag zu spielen wird schwierig. Ich mag es lieber, wenn da auch mal eine Pause ist. Aber ich freue mich auf eine tolle Zeit. Und wenn es eben nur drei auf der Bühne sind, dann ist es schön, mit zwei Männern zu spielen. Da ist man dann die Henne im Korb.

Wie fühlt es sich an, für das Stück in Ihre alte Heimat zu kommen, wo Sie doch in Hamburg leben?
Ich bin immer wieder in Bayern – schon alleine, weil ich oft hier drehe. Ich habe auch immer noch ein Fahrrad in München stehen. Meine Wurzeln sind schon immer noch hier.

Ihren Durchbruch haben Sie auch hier erlebt – im Bullen von Tölz mit Ottfried Fischer.
Ich liebe Ottfried und wir haben auch heute noch Kontakt. Er ist ein treuer Freund, der sich auch ansieht, was ich mache. Ottfried war ein toller Lehrmeister, vor allem was so spontane Schlagfertigkeit angeht. Drei Kilo, drei Kilo – das war damals unser Spruch.

Drei Kilo?
Wir haben immer gemeinsam Diät gehalten. Am Drehtag haben wir nur Trennkost gegessen, keine Süßigkeiten. Das wollten wir den ganzen Tag durchhalten. Ottfried hat nur bis Mittag durchgehalten und mich wegen meines schwankenden Gewichts immer aufgezogen... Drei Kilo, drei Kilo, ge! So ging das. Wir haben uns aber auch wortlos verstanden. Einmal kam ein neuer Kollege, den wir beide unabhängig voneinander unsympathisch fanden. An dessen erstem Drehtag bin ich in der Mittagspause zum Ottfried, wollte ihm meine Meinung kundtun,  und der meinte nur: Brauchst gar nix sagen, mei, brauchst gar nix sagen.

ZUR PERSON

Geboren wurde Katharina Abt 1967 in München. Das Schauspiel erlernte sie in Bochum, von dort ging es an Theater in Dortmund, Düsseldorf, Zürich und schließlich nach Hamburg, wo sie seit rund 17 Jahren lebt.

Vor der Kamera hatte die Schauspielerin ihren Durchbruch als Kommissarin in „Der Bulle von Tölz“. Seit 2016 ist sie die Kommissarin in „Die Rosenheim Cops“. Bayern lässt die Schauspielerin also nicht los.

von SEBASTIAN OBERMEIR

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