Leslie Mandoki: „Musik war eigentlich meine zweite Berufswahl“

Leslie Mandoki: „Musik war eigentlich meine zweite Berufswahl“

Leslie Mandoki: „Musik war eigentlich meine zweite Berufswahl“
Paul Janke: „Tanzen habe ich nicht in der Hüfte“

Paul Janke: „Tanzen habe ich nicht in der Hüfte“

Paul Janke: „Tanzen habe ich nicht in der Hüfte“

Jane Goodall im Gespräch mit Hallo München

Jane Goodall: „Die Wildnis ist nicht nur wundervoll...“

+
Energie, die nie zu enden scheint: Jane Goodall verriet im Hallo­-Interview, woher sie sie nimmt. „Aus meinen Genen und meiner Entschlossenheit – beides hat mir meine Mutter gegeben.“

Sie ist 85 – doch auch nach fast 60 Jahren in der Tierforschung arbeitet Jane Goodall weiter. Denn die Lage ist akut wie nie, der Planet kurz vor der Zerstörung, sagt die Britin im Hallo-Interview...

Mit 26 ging sie in den Dschungel von Gombe in Tansania, um die Tierwelt zu erforschen. Seit 1991 begeisterte sie mit ihrem Projekt „Roots & Shoots“ über 150 000 junge Menschen für Umweltschutz. Warum Zoos nicht per se schlecht sind und sie mit 85 Jahren beschäftigter denn je ist, erklärt sie im Interview. von Marie-Julie Hlawica und Sabina Kläsener

Frau Goodall, Sie sind jetzt 85 Jahre alt und arbeiten immer noch.
Ja, leider bin ich mehr in Flugzeugen unterwegs, als zuhause zur Ruhe zu kommen. Mit 85 bin ich beschäftigter und mein Alltag ist hektischer, als er es früher war. Warum? Weil die Situation, in der wir uns befinden, akut ist: Wir zerstören den Planeten. Also reise ich zu meinen Instituten, um den jungen Menschen zu sagen: Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Krise ist auf einem Höhepunkt. Wir müssen jetzt handeln, um den Planeten zu retten.

„Retten wir den Planeten“ – Freitag, 21. Juni, ab 19.30 Uhr im Showpalast München. 

Sie müssen per Flugzeug um die Welt reisen.
Oh ja, und in der Tat fühle ich mich damit nicht so gut, weil sie die Umwelt verschmutzen. Aber es ist ein schneller Weg zu reisen und all diese Menschen weltweit zu erreichen. Bisher war ich in diesem Jahr in Australien, Neuseeland, Paris, Amsterdam, Abu Dhabi und der Schweiz.

„Wir können etwas ändern“

Bei Ihren Reisen wollen Sie besonders die Jugend inspirieren. Ihr Rat an sie?
Denkt nicht, dass der Planet immer alles wegstecken kann. Wir versauen es jetzt gerade – nehmt das ernst! Die Menschen haben einen tollen Verstand – weckt sie auf, ihre Leidenschaft! Es gibt die sozialen Medien, mit denen man Millionen von Menschen erreicht. Da ist dieser unbezwingbare menschliche Geist. Wir müssen sehen: Die Natur kann zurück kommen. Gebt Tieren eine weitere Chance. Wir können etwas ändern – nicht nur Ansichten, sondern das gesamte Wirtschaftssystem.

Engagement für Primaten seit den 60er-Jahren: Jane Goodall mit Schimpansen-Baby Flint.

Dort setzt auch „Roots & Shoots“ an, ein globales Programm für Kinder und Jugendliche.
Seit 1991 lehren wir Mädchen und Jungen Bewusstsein für die Umwelt, Tiere und Menschen. Viele Mitglieder, die damals anfingen, sind heute in verantwortungsvollen Positionen. Wir sind eine große Familie aus verschiedenen Ländern – vereint in der Liebe für diesen Planeten!

Ein junger Mensch, der sich für die Umwelt stark macht, ist Greta Thunberg. Haben Sie sie getroffen?
Nein, nicht persönlich. Ich hoffe, dass ich einmal mit ihr sprechen werde. Ich beobachte, was sie macht und hoffe, dass sie mehr Schüler dafür interessieren kann, nicht nur aus Spaß oder für einen freien Schultag auf die Straße zu gehen. Sondern dass sie echte Leidenschaft dafür spüren, unsere Umwelt zu retten – und Bewusstsein für unsere Natur und den Planeten zu schaffen.

„Die Schimpansen lehrten mich, rauszukommen aus der begrenzten menschlichen Denkweise“

Sind Sie manchmal noch in Afrika?
Ja, in der Tat. In diesem Jahr war ich in Gombe in Tansania. Das mache ich zwei Mal im Jahr. Ich nehme mir einen Tag frei von meinen Geschäftsmeetings und gehe alleine in den Dschungel.

Was haben Sie aus dem Dschungel bis heute mitgenommen?
Ich habe viele Erinnerungen. Die Schimpansen haben mir beigebracht, dass sie menschlich sind. Als ich in Cambridge studiert habe, wurde uns beigebracht, dass Tiere keine Gefühle haben und kaum intelligent sind. Mit ihnen im Dschungel gelebt zu haben, bewies: In Wirklichkeit sind sie hochintelligent. Sie lehrten mich, rauszukommen aus dieser begrenzten menschlichen Denkweise.

Nach dem Dschungel – mögen Sie Zoos überhaupt?
Dschungel bedeutet nicht Paradies. Die Wilderei und das Jagen sind mehr und mehr geworden, immer tiefer in den Wald hinein. Tiere werden erschossen, ihre Jungen gestohlen. Es ist nicht nur wundervoll in der Wildnis zu leben. Es ist auch grausam. Zoos werden heute immer besser, sind eher Schutzgebiete. Die Menschen tun mehr, um zu verstehen, was die Tiere brauchen. Die Tiere sind nicht mehr so gelangweilt und eingesperrt wie früher. Es ist niemals entweder schwarz oder weiß. Man kann nicht sagen, dass Zoos immer schlecht sind oder dass die Wildnis ein Paradies ist.

Zur Person

Jane Goodall im Budapester Zoo.

Als Tochter eines Ingenieurs und einer Schriftstellerin wird Jane Goodall am 3. April 1934 in London geboren. Ihr Weg zeichnete sich früh ab: „Tarzan“ und „Dr. Dolittle“ sind die Lieblingsbücher ihrer Kindheit. Mit zehn hat sie den Traum, nach Afrika zu reisen. „Alle lachten mich aus. Es war der Zweite Weltkrieg, keiner nahm mich ernst.“ 

Bis auf ihre Mutter, die zu ihr sagte: „Wenn du das willst, musst du hart arbeiten und darfst niemals deinen Traum aufgeben.“ 

1957 wird dieser Traum mit einer Reise nach Kenia wahr. Drei Jahre später beginnt sie im Nationalpark in Tansania das Verhalten von Schimpansen zu erforschen. Mit einer Ausnahmegenehmigung darf sie sich 1962 zur Promotion in Cambridge einschreiben – ohne vorher studiert zu haben. 

2004 ernennt Queen Elizabeth II. die Verhaltensforscherin zur Dame. Sie war zwei Mal verheiratet und hat einen Sohn.

Zur Feier ihres 85. Geburtstages besucht die Britin München, Hallo verlost Tickets für ihre Veranstaltung.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Leslie Mandoki: „Musik war eigentlich meine zweite Berufswahl“
Leslie Mandoki: „Musik war eigentlich meine zweite Berufswahl“
Paul Janke: „Tanzen habe ich nicht in der Hüfte“
Paul Janke: „Tanzen habe ich nicht in der Hüfte“
Wolfgang Niedecken: „Ans Aufhören denke ich noch lange nicht“
Wolfgang Niedecken: „Ans Aufhören denke ich noch lange nicht“

Kommentare