Protest mit dem Stift

Von Sturmtrachtler bis Münchner Gsindl: Karikaturist Julian Opitz zeigt neue Werke

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Ein Münchner im Himmel? Nein! Ein Bavarian Unicorn!

Sarkastisch, witzig, kreativ und doch mit tiefer Botschaft: In seiner neuesten Ausstellung „Schmutzkampagne“ bekommen so manche Politiker und Klischees ihr Fett weg...

München – Hochrangige Politiker, bayerische Eigenheiten oder sogar sein eigenes Umfeld – der 1982 geborene Münchner Zeichner Julian Opitz nimmt alles aufs Korn. Jetzt zeigt er seine neuesten Werke in der Ausstellung „Schmutzkampagne“. von Sebastian Obermeir

Herr Opitz, was ist das Ziel Ihrer Bilder?
Sie sollen zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregen. Die Bilder transportieren auch inhaltliche Positionen und Politisches. Ich will deutlich machen, dass die Dinge mehr Seiten haben als die, die man zuerst sieht.

„Münchner Gsindl“ – das in Jogginghose und Kapuzenpulli durch die Stadt treibt.

Wollen Sie auch provozieren?
Provokation gehört natürlich auch dazu. Ich versuche niemanden zu beleidigen, was eine Gratwanderung ist, die mir nicht immer gelingt. Einen Trump muss man aber zum Beispiel auch nicht schonen.

Ist das Ihre Art von Protest?
Die Zeit ist wahnsinnig politisch aufgeladen. Was früher unglaublich war, ist heute plötzlich zumutbar. Die Karikatur ist ein Weg, damit umzugehen. Auch für mich selbst. Ich kann Erdogan nicht sagen, wie doof ich ihn finde. Aber ich kann ihn zeichnen.

In Ihren Bildern zeigt sich auch Kritik an München. Die Liebe zur Stadt jedoch genauso.
Ursprünglich habe ich im Glockenbach gelebt, da wurde ich rausgentrifiziert. Später waren wir auf der Suche nach einer größeren und bezahlbaren Wohnung, die wir tatsächlich in Bogenhausen gefunden haben. Ich lebe bei den Millionären, das liefert immer wieder Stoff für mich. Viele Menschen in München sehen oft gar nicht, wie gut es uns hier geht.

Ausstellung: „Schmutzkampagne“

Star Wars auf Bayerisch: Als „Sturmtrachtler“ trägt der Storm Trooper Lederhosen.

Bissiger Humor, Wortspiele und eine geballte Ladung bunter Bilder: In der Plakatserie „Schmutzkampagne“ hält der Münchner Zeichner Julian Opitz der Politik den Spiegel vor. Ob Trump, Merkel, Erdogan – sie alle bekommen ihr Fett weg. 

Die Vernissage findet am Montag, 16. September, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt, Blumenstraße 7, statt. Die Ausstellung ist bis 3. Oktober zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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