Julia Fischer im Gespräch mit Hallo München

Stargeigerin Julia Fischer – „Extremes Publikum“

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Spielt ausverkaufte Konzerte in der ganzen Welt: die Violinistin Julia Fischer. 

Gefeiert wird die 36-jährige Violinistin überall – Nur in ihrer Geburtsstadt ist es mitunter schwieriger. Warum dort sogar schon Zuschauer den Saal verlassen haben...

Frau Fischer, haben Sie heute schon geübt?
Ja, das habe ich. Ich versuche täglich ein bis zwei Stunden zu spielen, wobei das natürlich je nach meinem Terminkalender variiert.

Sie spielen eine Geige aus dem Jahr 1742. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre, damals Violinistin gewesen zu sein?
Vor allem habe ich mir Gedanken gemacht, wie damals musiziert wurde. Und natürlich wäre es schön, wenn ich Mozart treffen könnte. Die Guadagnini spiele ich übrigens schon seit ungefähr 15 Jahren.

Aber nicht ausschließlich?
Neben meinem Hauptinstrument spiele ich noch Geigen von Philipp Augustin. Die verwende ich vor allem bei Konzerten, wenn die Einfuhrbestimmungen schwierig sind, wie etwa in Russland oder den USA. Dort gibt es viele bürokratische Hürden und Papierkram, den ich so ein wenig umgehen kann.

Bei einem so internationalem Konzertkalender: Wie fühlt es sich an, in München zu spielen?
Teilweise gar nicht so anders. Ich habe in der Zwischenzeit in vielen Städten schon häufiger gespielt, teils auch mit denselben Orchestern und Dirigenten. Ein Auftritt fern von hier kann sich deshalb genauso wie nach Hause kommen anfühlen. Gleichzeitig ist es so, dass ich das Münchner Publikum schon genau kenne. 

Was zeichnet es denn aus?
Das Münchner Publikum ist sehr anspruchsvoll und teilweise etwas konservativ. Bei einem Konzert, bei dem ich Alfred Schnittke gespielt habe, haben sehr viele Leute den Saal verlassen. Während des Stücks. Wir haben das Programm in vielen anderen Städten auch gespielt, aber in München war das extrem. In Neumarkt am Tag zuvor hat keiner den Saal verlassen.

Wie ging es Ihnen dabei?
Natürlich ist es schade. Aber ich denke, dass das alles auch ein Prozess ist. Das Publikum muss auch zur Neugierde erzogen werden. Ich meine damit nicht, dass man schlechte Musik programmieren soll. Aber man sollte das Programm nicht so Mainstream wie möglich machen, nur um zu gefallen.

Sind Sie als Musikerin für die Abwechslung auch dankbar?
Ich brauche eine gesunde Mischung. Da soll Beethoven dabei sein, aber ich will auch zeigen, was sonst noch existiert.

Kürzlich haben Sie das Projekt „Kindersinfoniker“ – ein Orchester mit Kindern – gestartet. Wie läuft es?
Die erste Probe war letzte Woche. Es war schön zu sehen, wie motiviert alle sind. Es sind Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren im Orchester dabei. Da war ich neugierig, wie die zusammen spielen würden. Wir haben versucht zu mischen, wer neben wem sitzt. Dass nicht nur die Älteren und die Jüngeren zusammensitzen. Aber bei der Probe zeigte sich: Musik verbindet immer.

Nicht nur Kindern bringen Sie etwas bei, sondern auch Studenten an der Hochschule für Musik und Theater München. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Ihren Studenten mitgeben?
Da meine Studenten ja den Berufswunsch haben, Musiker zu werden, versuche ich, ihnen das nötige Handwerkszeug mitzugeben. Und eine gewisse Neugierde. Sie sollen auch in zehn Jahren noch neugierig sein und neues Repertoire lernen wollen. 

Außerdem will ich ihnen vermitteln, dass es nicht um den Erfolg geht. Wenn einer kommt und sagt, ich werde Solist, dann kann er eigentlich schon fast wieder umdrehen. 

Vor zwei Jahren haben Sie den JF Club gegründet und vertreiben Ihre Aufnahmen jetzt ausschließlich selbst dort. Wie kam es dazu? Was möchte ich aufnehmen, zu welchem Stück möchte ich etwas sagen, wann möchte ich arbeiten – diese Entscheidungen wollte ich frei treffen und machen, worauf ich Lust habe. Ohne Zwang, jedes Jahr eine CD mit einer bestimmten Länge mit bestimmten Stücken zu machen. 

Ich bin sehr zufrieden, diesen Weg zu gehen. Außerdem nutze ich weder Twitter, Facebook, Instagram schon gar nicht. Das ist mir zu oberflächlich. Mit meiner eigenen Plattform kann ich in Kontakt mit den Menschen treten – auf einer Plattform, die nicht von Oberflächlichkeit bestimmt ist.

von SEBASTIAN OBERMEIR

ZUR PERSON 

Dass sie später einmal Violinistin werden würde, wusste Julia Fischer schon als kleines Kind. „Es gab nie einen anderen Berufswunsch“, sagt die in Gauting lebende Musikerin. 

Mit vier begann sie, Geige zu spielen, mit acht gab sie ihr erstes Konzert in Orchesterbegleitung. 

Heute, mit 36 Jahren hat sie mit den bedeutendsten Orchestern der Welt die Bühne geteilt, etwa mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern oder den Petersburger Philharmonikern. 

Neben ihrer Konzerttätigkeit ist Fischer als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater München tätig. Fischer lebt mit ihrem Ehemann und zwei gemeinsamen Kindern in Gauting.

GEWINNEN SIE KARTEN FÜR DAS KONZERT VON JULIA FISCHER

Es braucht manchmal nicht viel, um die volle Kraft der Musik erlebbar zu machen: eine Violine und ein Klavier reichen, um einen „Kosmos der exaltierten Spielfreude und Virtuosität“ zu erschaffen. 

Das Konzert von Star-Geigerin Julia Fischer und dem Pianisten Aris Blettenberg, das unter diesem Motto steht, beweist dies nur allzu eindrucksvoll. 

Die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Gabriel Faure, Francis Poulenc und Franz Schubert klingen hierbei groß und unvergesslich – umso mehr im Ambiente des Prinzregententheaters, Prinzregentenplatz 12. 

Karten für das Konzert am Dienstag, 19. November, kosten zwischen 38,35 und 74,20 Euro und sind unter der Telefonnummer 54 81 81 81 erhältlich. Beginn ist um 20 Uhr. 

Verlosung

Hallo München verlost 5x2 Karten sowie fünf Drei-Monats-Zugänge zum JF Club (www.jfclub.de). 

Teilnahmeschluss: 10. NOVEMBER

Das Gewinnspiel ist beendet.
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