Erkan und Stefan: „Die Leute lachen uns schon wieder aus“

Erkan und Stefan: „Die Leute lachen uns schon wieder aus“

Erkan und Stefan: „Die Leute lachen uns schon wieder aus“

Krimi-Star Andreas Föhr: Wo seine Leichen liegen

Krimi-Star Andreas Föhr: Wo seine Leichen liegen

Krimi-Star Andreas Föhr: Wo seine Leichen liegen

Andreas Föhr im Gespräch mit Hallo München

Krimi-Star Andreas Föhr: Wo seine Leichen liegen

+
Lebt für den Krimi: Andreas Föhr.

Kriminalgeschichten sind seine Berufung: Im Hallo-Interview spricht der Star-Autor über seine Fälle und seinen totgeschlagenen Freund...

Mord ist mehr als sein Hobby. Er ist sein Beruf. Seine Kriminalromane rund um das Miesbacher Ermittlerduo Wallner und Kreuthner beherrschen wochenlang die Bestseller-Listen. Kein Wunder: Sie gehen unter die Haut. Aber wenn Mord und Totschlag den Freundeskreis erreichen, lässt das selbst den abgebrühtesten Krimi-Autor nicht kalt. von Sebastian Obermeir

Herr Föhr, wie wichtig ist es Ihnen, dass die Polizeiarbeit in Ihren Romanen realistisch ist?
Sehr. Vor allem weil meine Geschichten komplex und ein bisschen konstruiert sind. Wenn die Ermittlungsarbeit dann Blödsinn wäre, würde alles zerfallen und man würde gar nichts mehr glauben.

Sind Sie für die Recherche in Kontakt mit der echten Kripo Miesbach?
Ja, bei jedem Wallner-Roman fahre ich raus und unterhalte mich mit dem Kripo-Chef. Es geht da vor allem um praktische Fragen. Zum Beispiel hat eine Soko etwa 25 Leute. Die Kripo Miesbach hat aber nur 15 Leute. Wie wird das also gehandhabt?

„Es gibt etwa einen Mord pro Jahr in Miesbach“

Sind die echten Fälle genauso spannend wie die in den Büchern?
Die Kripo Miesbach hatte spektakuläre Fälle. Ein Professor hat seine Frau erschlagen und die lag drei Wochen am Tatort, während das Leben im Ort weiterging. Ein Geschäftsmann in Gmund wurde ziemlich blutig umgebracht, da wusste man zunächst überhaupt nichts. In Rottach wurde eine Ladenbesitzerin ermordet. Das alles ist also nicht so weit weg von der Fiktion. Es gibt etwa einen Mord pro Jahr in Miesbach. Was etwa dem Erscheinen meiner Krimis entspricht (lacht).

Der Tegernsee klingt ja höchst gefährlich. Wie steht es um München?
Einen so richtig gefährlichen Stadtteil gibt es nicht. Selbst das Hasenbergl würde in anderen Städten als Villengegend durchgehen.

Wo würden Sie denn als Mörder die Leiche verstecken?
Vielleicht in den Blaubergen oder in der Wolfsschlucht. Wo es unzugänglich ist. Oder wie es mein erster Mörder gemacht hat, die Leiche im Spitzingsee im Winter versenken. Ein Loch ins Eis hacken und hoffen, dass das Ganze erst im Frühjahr nach oben kommt.

So einfallsreich die Ideen auch wären: Traditionellerweise wird der Täter im Krimi sowieso geschnappt.
Ich finde es nicht gut, wenn der Mörder davon kommt. Irgendwo sehnt man sich nach dem Ausgleich in der Welt und dass der Kommissar die Gerechtigkeit wieder herstellt. Aber es geht nicht immer ganz so glatt aus. Was ich persönlich gut finde. Weil es im Leben auch so ist.

Am Dienstag, 17. September, liest Autor Andreas Föhr im Rahmen des Krimi Herbsts (www.krimifestival-muenchen.de) im Schlachthof aus seinem neuen Roman „Tote Hand“. Hallo verlost Tickets und Exemplare.

„Mord und Totschlag im Freundeskreis – das ist etwas anderes“

Sie waren mit Dominik Brunner befreundet und haben mit ihm in einer Kanzlei gearbeitet. Er ist 2009 gestorben, weil er bei einer Auseinandersetzung eingriff. Eines dieser ungerechten Verbrechen.
Ich fand es bewundernswert, wie er sich verhalten hat. Mein zweites Buch ist ihm gewidmet. Der Vorfall ereignete sich am Tag meiner ersten Lesung. Am 12. September 2009. Ich habe als Autor mit Mord und Totschlag zu tun, aber wenn es im Freundeskreis passiert, das ist es nochmal was anderes.

Tragen eigentlich Leser Buch-Ideen an Sie heran?
Immer wieder kommen Leute auf mich zu: Darüber müssten Sie mal schreiben! Aber als Vorlage für eine literarische Umsetzung eignen sich die Geschichten eher weniger. Siehe Dominik Brunner. Das ist eine tragische und erzählenswerte Geschichte. Aber nicht in dem Kontext von einem Kriminalroman.

Welche Leser-Rezension werden Sie nie vergessen?
Jemand hat fünf Sterne vergeben. Er war sehr angetan. Und der letzte Satz war: „Kluftinger in Bestform“ – ein ganz anderer Kommissar!

Zur Person

Gesetzestexte waren ihm wohl zu trocken: Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und jahrelanger Arbeit als Anwalt begann Andreas Föhr Drehbücher zu verfassen. 

Doch er wollte noch mehr: 2009 schrieb Andreas Föhr seinen ersten Roman um Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner. Auch seine andere Figur, Strafrechtsanwältin Dr. Rachel Eisenberg, hat ordentlich zu tun: Bereits zwei ihrer Fälle hat der Autor in weiteren Büchern verarbeitet.

Föhr wurde 1958 geboren und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Wasserburg. München, wo er den Großteils seines Lebens verbracht hat, bezeichnet er als seine Heimatstadt. Aber auch am Tegernsee, wo er aufwuchs, bleibt er ein Einheimischer. „Dazu zähle ich mich schon noch ein bisschen“, sagt er im Interview, „weil ich dort jeden Winkel kenne. Auch die, wo nicht so viele Touristen sind.“

Haben wir Ihr Interesse geweckt? In unserer Übersicht finden Sie weitere spannende Interviews.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare