Volker Klüpfel und Michael Kobr im Gespräch mit Hallo München

Klüpfel und Kobr – Überlebenstraining für Allgäuer Autoren

+
Klüpfel und Kobr sind schon seit der Schulzeit ein Team.

Jetzt betritt das Duo literarisches Neuland. Ob sie bald einen Thriller in München spielen lassen und worin man die Stärken des Anderen sieht, erzählen sie hier...

Herr Klüpfel, Herr Kobr, nach zehn Kluftinger Krimis gibt es jetzt den ersten Thriller. Was hat Sie gereizt, das Terrain zu wechseln?

Volker Klüpfel: Einfach auszuprobieren und auch ein bisschen, um zu beweisen, dass wir das andere auch können. Kluftinger Krimis sind humoristische Krimis, wir haben das Buch „In der ersten Reihe sieht man mehr“ geschrieben, das war Humor ohne Krimi. Und jetzt machen wir quasi Krimi ohne Humor.

Michael Kobr: Auch ein bisschen der Wunsch nach Abwechslung, mal was anderes zu schreiben, was einen anderen Ton hat. Mit einer komplett neuen Welt, die man so erschafft und nicht mir den Figuren, die einen doch irgendwie festlegen.

Haben Sie wieder vor Ort, also im Wald, recherchiert?

Klüpfel: Dieses Survival-Ding sollte man schon mal gemacht haben, wenn man darüber schreiben will. Es befruchtet die Recherche, man kommt auf Ideen, die man sonst vielleicht nicht hätte. Und selbst, wenn das nicht der Fall wäre, kann man es anders beschreiben.

Was war das Eindrucksvollste, was Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen haben?

Klüpfel: Dieses Ausgesetzt sein – wir konnten ja gehen. Aber lass es uns noch eins weiterdrehen und ich muss hier bleiben. Man spürt die Natur schon anders, wenn man nicht nur durch den Wald spaziert, sondern weiß, jetzt macht man sich auch noch was zu essen, baut noch eine Falle und geht mit dem Kompass wohin.

Kobr: Wenn das Lager eingerichtet ist, das Feuer gemacht, die Gemüsesuppe auf dem Feuer kocht, ist aber auch viel Zeit. Ab da ist es dunkel bis zum nächsten Morgen um sieben. Und dann sitzt man halt und es ist fünf Uhr nachmittags. Das Handy ist dann eh irgendwann leer oder hat keinen Empfang.

Also erstaunlich, dass das Buch bei unter 400 Seiten geblieben ist.

Kobr: Das stimmt (lacht).

Klüpfel: Wir wollten nicht die Langeweile eines Survival-Camps episch ausbreiten.

Haben Sie sich vorher Gedanken gemacht, wie die Fans darauf reagieren, dass Sie einen neuen Ton anschlagen?

Kobr: Wichtig war, dass wir es ganz deutlich kommunizieren, dass es was Neues, ganz anderes ist. Dann kann es nicht zu so großen Enttäuschungen kommen. Nicht jeder unserer Kluftinger-Leser ist auch gleichzeitig ein Thriller-Leser. Die können auch nicht alle mitgehen, deswegen sollte es auf keinen Fall eine Mogelpackung werden.

Sie schreiben seit gut 16 Jahren gemeinsam Bücher. Gibt es Sachen, die der Eine besonders gut kann und welche, für die der Andere zuständig ist?

Klüpfel: Was der Michi besonders gut kann, da fällt mir eigentlich nichts ein (lacht).

Kobr: Also die Stärken hab halt ich, das wolltest du sagen. Von Stärken würde ich beim Volker gar nicht reden (lacht). Es hat sich so ergeben, das stellt man auch nicht mehr in Frage.

Klüpfel: Wir haben tatsächlich irgendwann mal beschlossen, jeder muss alles und jeder darf alles schreiben. Wenn man sagen würde: Du machst nur Büroszenen und ich nur Actionszenen. Das würde zu Unzufriedenheiten und vielleicht auch zu Ungleichgewichten im Lesefluss führen.

Haben Sie schon mal überlegt, ein Buch in München spielen zu lassen?

Klüpfel: Eigentlich nicht. Irgendein Verlag hatte mal vorgeschlagen, dass eins auf dem Oktoberfest spielen sollte aus verkaufstechnischen Gründen.

Aber nicht Ihre Szenerie?

Kobr: Das kommt immer auf den Plot an.

Klüpfel: Kluftinger macht schon mal keinen Sinn, denn das ist nicht sein Dienstbereich.

Kobr: Beim Thriller hat es sich nicht aufgedrängt. Aber natürlich ist es durchaus denkbar. Es ist schon im weitesten Sinne unsere Stadt, die große Stadt, da kennt man sich auch besser aus als in Dortmund, Düsseldorf und Mainz. Also von daher, wenn wir mal bei uns eine Großstadt brauchen, dann liegt München nahe.

Kommt es nach dem Thriller zu einem Kluftinger-Comeback?

Klüpfel: Comeback? Er war ja nicht wirklich weg. Es gibt noch so ein paar offene Fragen.

von SABINA KLÄSENER

ZUR PERSON

Seit der Schulzeit sind sie ein Team: Volker Klüpfel (*1971) und Michael Kobr (*1973). Beide stammen aus dem Allgäu, das nicht nur als Inspiration für mittlerweile zehn Büchern über Kommissar Kluftinger diente, sondern bis heute ihre Heimat ist. 

Klüpfel studierte Politikwissenschaft und Geschichte, sammelte Erfahrungen bei Zeitungen und beim Rundfunk, bevor er den Sprung zum Buchautor wagte. Kobr studierte mehrere Fächer, zwei bis zum Abschluss: Germanistik und Romanistik. Bevor auch er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Realschullehrer.

Wer selbst Krimis schreibt, liest dann was im Urlaub? „Bei mir ist es zur Zeit ein bisschen schwer mit dem Lesen, denn ich habe ein dreijähriges Kind“, erklärt Volker Klüpfel, aber wenn, „vom Genre her eher leichte Spannungslektüre.“ 

Michael Kobr bleibt dem Genre ebenfalls treu: „Bei mir dürfen auch Krimi-Serien mit – auf dem E-Reader.“ Der verhindere ein kleines Jugendtrauma: „In den 80er-Jahren kennt man noch das Gefühl, dass einem im Urlaub das Buch ausgeht und man von den Eltern verzweifelt Utta Danella Bücher ausleiht, weil man nichts mehr hatte und es in Italien auch nichts anderes gab.“

VERLOSUNG

Ein Leben im Wald, immer auf der Flucht: So verbringen Cayenne und ihr Bruder Joshua Tag für Tag. Warum weiß nur ihr Anführer Stephan, der sie drillt und von der Gesellschaft isoliert – zur Vorbereitung auf den Kampf ums Überleben, der für Cayenne schlagartig real wird. 

„Draußen“ ist der erste Thriller der Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr, der am 19. November erscheint. Muss sich das Publikum warm anziehen für die Lesung? „Da ist schon der Anspruch, dass die Leute das bekommen, was sie von uns gewohnt sind: einen unterhaltsamen und lustigen Abend“, erklärt Volker Klüpfel. 

Der Vortrag wird aber angepasst: „Wenn du einen spannenden Text ständig unterbrichst, um eine Pointe irgendwo einzustreuen, dann kommt nichts mehr rüber von der Spannung.“ 

Hallo verlost 5x2 Karten für die ausverkaufte Lesung am Donnerstag, 21. November, ab 20 Uhr im Lustspielhaus, Occamstraße 8. 

Teilnahmeschluss: 19. November

Das Gewinnspiel ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.

Viel Glück!!!

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Jeanette Biedermann – Ihre wilden 90er sind zurück
Jeanette Biedermann – Ihre wilden 90er sind zurück
Kandidatur-Rücktritt – Hallo hat den ehemaligen Kandidaten über seine Gründe befragt
Kandidatur-Rücktritt – Hallo hat den ehemaligen Kandidaten über seine Gründe befragt
Christian Springer und die Stadt – Eine Liebe, die jetzt ausgezeichnet wird
Christian Springer und die Stadt – Eine Liebe, die jetzt ausgezeichnet wird
Schaffen die Red Bulls noch das CHL-Wunder? Kapitän Patrick Hager im Interview
Schaffen die Red Bulls noch das CHL-Wunder? Kapitän Patrick Hager im Interview

Kommentare