Erkan und Stefan im Gespräch mit Hallo München

Erkan und Stefan: „Die Leute lachen uns schon wieder aus“

+
Erkan und Stefan über die Kampagne metootoo: „Jetzt dürfen die Bunnies auch zurückgrabschen.“

Krass! Sie sind zurück. Wo sich das Duo seit dem letzten Kinofilm herumtrieb und welche Stationen jetzt anstehen, haben Erkan und Stefan im Interview verraten.

Ey, krass! Zwölf Jahre später und gleicher Style: Erkan und Stefan gehen wieder auf Tour – inklusive Handtuch und Statement-­Kette. Warum das Comedy-Duo jetzt zurückkommt, wie sich München und sie selbst verändert haben und wie sie zu Trump und zur metoo-Kampagne stehen, verraten die zwei im Hallo-Interview . von Sabina Kläsener

Erkan und Stefan, wenn man euch sieht, möchte man meinen, ihr wärt nie weg gewesen. Aber wo wart ihr die letzten zwölf Jahre?
Stefan: Wir haben Anlauf genommen für den absoluten Mega-Kick.
Erkan: Also wir sind rumgekommen. Ich persönlich war auch mal in der Maxvorstadt, Isarvorstadt habe ich abgecheckt, dann bin ich mal in der Au aufgewacht – das war schön.
Stefan: Ich hab den Hauptbahnhof klar gemacht.

Aber jetzt müsst ihr wieder ran.
Erkan: Ich hab gearbeitet, in einer Druckerei. Aber ich hab einfach zu viel Druck gemacht.
Stefan: Und ich hab im Sonnenstudio Bunnies umgedreht. Das war mein Ding. Jetzt haben wir wieder voll Bock. Und wir merken auch, dass es genauso viel Spaß macht wie früher. Die Leute lachen.
Erkan: Das ist das Schlimme: Die Leute lachen uns schon wieder aus.

Ihr habt euch kein Stück verändert.
Erkan: Doch, doch. Wir haben viel gelernt. Zum Beispiel die Eiswürfel. Ich hab die vorher aus so Blöcken rausgeschnitten. Dass du die Form hinkriegst, ist viel einfacher, wenn du in Form Wasser reingießt und dann wird das automatisch ein Würfel.

Prominenz im Büro: Erkan und Stefan auf Besuch bei Hallo München.

Modisch ist alles wieder komplett in. Ihr braucht kein Style-Update.
Erkan: Wir waren halt damals der Zeit voraus. Und dann war die Welt halt so ein bisschen auf Standby. Da war die Merkel da, hat alles so auf Standby gemacht. Und jetzt wird die Zeit halt wieder krasser, jetzt besteht die Möglichkeit, dass wir Bundeskanzlerin haben, also Frau als Bundeskanzler, die heißt wie Maschinengewehr. AKK.

„Veganer Döner macht nicht schöner“

In der Tat krasse Zeiten mit Trump, Tinder und veganem Döner...
Erkan: Veganer Döner macht nicht schöner. Das ist eine Lüge. Der Trump hat uns motiviert, wenn der Pussygrabber der mächtigste Mensch der Welt werden kann, müssen wir dazu was sagen. Wir haben auch klare Aussagen zur metoo-Kampagne. Wir machen metoo 2.0 – metootoo. Es ist unfair, dass immer nur die Männer die Bunnies anfassen. Jetzt dürfen die Bunnies auch zurückgrabschen.

Ihr seid also Feministen.
Erkan: Wir sind Bunnyisten (lacht).

Ihr tretet seit 1994 zusammen auf, 25 Jahre Bromance, Silberhochzeit.
Stefan: Woa krass.

Euer Geheimnis?
Stefan: Abstand, wie bei jeder Fernbeziehung.

Die Dosis macht das Gift.
Stefan: Genau. Hey Silberhochzeit – wo fahren wir hin?
Erkan: Wir könnten mal nach Dings schauen, Haidhausen.
Stefan: Ne, das ist mir zu etepetete.

Stefan, du bist schon 40 geworden, Erkan wird es im Dezember. Eine Zahl die Angst macht?
Erkan: Mir macht des null Angst. Ich hab beschlossen, ich zähl nur die krassen Jahre mit.

Und in denen gezählt bist du wie alt?
Erkan: Mitte Zwanzig.
Stefan: Zwei (beide lachen). Ich glaub ich mach nen Punkt in die Mitte, dann bin ich 4.0, einfach nur hart aufgelevelt.

Wie hat sich eure Hood verändert?
Stefan: Schon krass. Es gibt mehr U-Bahnstationen als früher. Da haben sie ein paar dazu gebaut, was gut ist.
Erkan: Also generell die Hood München hat voll ge-gendert.
Stefan: Gentrifiziert meinst du.
Erkan: Ge-gendert, ja. Früher gab es arm und reich und jetzt gibt es halt drittes Geschlecht in den Häusern. Unten arm, oben reich.

„Wir waren von Anfang an Luxus“

Ihr wurdet aber noch nicht luxussaniert.
Stefan: Ne, noch nicht. Wir luxussanieren selber.
Erkan: Wir waren von Anfang an Luxus, schau mal meine Kette an.
Stefan: In dem Augenblick, in dem ich eine Wohnung betrete, ist die luxussaniert. Hey, hier war der Stefan drin, dann kannst du es für mehr vermieten.

Krass! Sogar das Dönertier ist mit am Start.

Wie ist das Feedback auf euer Comeback?
Stefan: Die Leute haben voll Spaß dran.
Erkan: Es ist schon krass: Du warst lang weg, andere hätten die Chance gehabt, auch Erkan und Stefan zu machen. Wir haben die Tür geöffnet, ohne das wir uns selber bereuchweihern wollen. Aber es gibt einfach keine krassen Duos.

Das könnte Sie interessieren: Hallo bringt Sie zur Show von Erkan und Stefan

Das heißt neue Comedy-Stars wie Faisal Kawusi...
Stefan: Der ist auch ein Duo, aber in einer Person (beide lachen). Hey du, alles legitim. Hauptsache, die Leute lachen, sind happy und es werden nicht so voll krass Gefühle verletzt.
Erkan: Die Welt da draußen ist total Unsinn. Damit die Unsinn sein kann, muss es Dinge geben wie uns, die Sinn machen. Verstehst du? Ohne Sinn kein Unsinn.

In den Medien gibt es schon etwas Gegenwind, ob es euch damals gebraucht hat, geschweige denn jetzt. Was sagt ihr dazu?
Erkan: Ganz cool. Das haben die schon bei der ersten Radiofolge gesagt, beim ersten Kinofilm, beim zweiten Kinofilm, beim dritten Kinofilm. Das ist halt immer so copy paste.
Stefan: Wir hören halt einfach nicht.
Erkan: Das Schlimmste, was uns passieren könnte, wenn so Langweiler uns cool fänden. Stell dich mal vor. ‚Häkeln heute‘ schreibt dann so: ‚Erkan und Stefan sind so lustig.‘
Stefan: ‚Das ist voll unser Ding.‘
Erkan: Das ist doch voll respektlos. Der hat uns einen riesen Gefallen getan, wenn so ein respektloser Huso uns kritisiert.
Stefan: Aber wenn wir den erwischen, hey (beide lachen).

Zur Person

Auf dem Boden geblieben: Mit Rad und U-Bahn kamen Erkan und Stefan zum Gespräch mit Hallo-Redakteurin Sabina Kläsener.

Erkan Maria Moosleitner alias John Friedmann wurde im Dezember 1979 geboren und wuchs im Hasenbergl auf. Angst vorm 40. Geburtstag hat er nicht: „Ich hab beschlossen, ich zähl nur die krassen Jahre mit!“ 

In Neuperlach wurde Stefan Lust aka Florian Simbeck im Mai desselben Jahres geboren. Der Neu-40-Jährige erklärt: „Ich mach nen Punkt in die Mitte, dann bin ich 4.0, einfach nur hart aufgelevelt!“ 

Kennengelernt haben sich die beiden bei einer U-Bahn-Fahrt – der Beginn einer großen Freundschaft. Erst unentgeltlich im Radio bei Energy, dann auf immer größer werdenden Bühnen zeigten sie ihre Kombination aus türkischem Akzent, Bairisch aus dem Münchner Norden und englischem Slang: „Ey, krass!“

 2000 erschien der erste Kinofilm unter der Regie von Michael Bully Herbig, Teil 2 und 3 folgten 2002 und 2005. Zwei Jahre später verabschiedeten sie sich von der Bühne.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Klüpfel und Kobr – Überlebenstraining für Allgäuer Autoren
Klüpfel und Kobr – Überlebenstraining für Allgäuer Autoren
Lebewohl Wolkenthron – Das Traumtheater Salome auf Abschiedstour
Lebewohl Wolkenthron – Das Traumtheater Salome auf Abschiedstour

Kommentare