Der Tiertrainer m Gespräch mit Hallo München

Cesar Millan: Hallo zu Besuch beim Hundeflüsterer

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Ein Leben ohne Vierbeiner ist für Cesar Millan (Mitte) und seine Söhne Andre (links) und Calvin undenkbar. Auf ihrer Ranch in Santa Clarita, Californien, kümmern sie sich um verhaltensauffällige Hunde. Die Lamas kamen eher zufällig dazu.

Unterwegs mit dem Hundeflüsterer: Im Hallo-Interview verrät Cesar Millarn seine Besten Tipps und Tricks für unsere geliebten Vierbeiner...

„Dog Whisperer“ nennt man ihn: Cesar Millan, der Hundeflüsterer. Der gebürtige Mexikaner begeistert als Hundetrainer seit 2004 nicht nur in Amerika auf seiner Farm Hundehalter und prominente Tierfreunde, sondern hat auch in Deutschland zehntausende Fans. 

Im Herbst ist der dann 50-Jährige auf Deutschland-Tour, wo er in der Olympiahalle zeigt, wie das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund besser klappen kann. Bekannt geworden ist er durch seine Tier-therapeutische Arbeit, verhaltensauffällige Hunde zu resozialisieren – darunter zwei Pitbulls, Buddy und Junior, die er als Problemtiere adoptierte.

In seiner neuen Show dreht sich diesmal alles um das Thema Familie, Herrchen, Frauchen, Hund – und um Millans Söhne Calvin und Andre, die ihn erstmals begleiten und sich auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert haben, wie Calvin verrät: „Man kann nie zu früh beginnen, Kindern den richtigen Umgang mit Tieren zu lehren. Mir macht das großen Spaß. Kinder sind offen, unvoreingenommen und voller Gefühl. Es ist wichtig, dass sie einen vertrauensvollen, einen entspannten Umgang mit Tieren haben.“

Hallo hat den bekannten Hundeflüsterer auf Gut Aiderbichl getroffen – persönliche Hunde-Beratung inklusive. 

Vertrauen, Respekt, Liebe und ein Rudelführer

Bald ist es wieder soweit: Dann füllt Cesar Millan im Herbst zum dritten Mal seit 2014 die Olympiahalle. Erstmals gemeinsam mit seinen Söhnen Calvin und Andre widmet sich der Hundetrainer auf der Bühne natürlich ganz dem Thema Herrchen und Hund – lehrreich und unterhaltsam.

Dass hinter einer guten Beziehung zwischen Mensch und Tier aber auch viel Arbeit steckt, weiß kaum einer besser als er. Wie eine glücklichere, stressbefreite und entspannte Lebenssituation zwischen Tierhalter und seinem Vierbeiner entstehen kann, was er an München mag und wer ihm Inspiration und Vorbild ist, verrät er hier. von Marie-Julie Hlawica

Herr Millan, wie entsteht eine gute Beziehung Mensch-Tier?
Ein nervöser Mensch wird keinen entspannten Hund haben. Also setze ich hier an. Die Energie des Menschen spürt der Hund. Ist der Mensch mit sich im Reinen, wird das Verhältnis zum Tier stabil und ausbalanciert sein und beide sind glücklich.

Stichwort Hundetraining – wie gelingt es unkompliziert?
Der Mensch, Chef des Rudels, zeigt dem Hund, wann gearbeitet wird und wann Entspannung angesagt ist. Ein Beispiel: Wer hektisch mit der Leine wedelt, wenn er mit dem Hund ernsthaft trainieren will, kann nicht erwarten, dass der Hund konzentriert mitarbeitet. Denn der denkt ab dem ersten Moment: Super, jetzt wird es lustig, jetzt wird mit mir gespielt. Der Mensch muss wissen, was er erreichen will und dem Hund das mit seiner Haltung zeigen.

„Auch der Mensch muss aktiv lernen“

Viele Hunde zerren beim Spaziergang an der Leine.
Zuerst muss der Mensch lernen, einen Hund richtig an der Leine zu führen. Ein Pferd würde ja niemand vorneweg laufen und am Zaumzeug reißen lassen. Im Rudel laufen – und eins und eins sind schon ein Rudel – kann man lernen.

Wie sieht das konkret aus?
Für den Hund oder die Hunde bedeutet das eine klare Rollenverteilung. Ein Hund lernt seitlich und entspannt zu laufen, wenn er weiß: Jetzt ist Zeit für die Herde, hier gibt der Rudelführer den Ton an.

Der Mensch hat es in der Hand, dass das Hundetraining gelingt?
Sicher. Ich konzentriere mich auf den Hundehalter, sehe die Reaktion seines Tieres. Vertrauen, Respekt, Liebe: Das sind die Bausteine, so kann miteinander gearbeitet werden.

Freuen Sie sich, im Oktober wieder einen Stopp in München einzulegen?
Unbedingt! Ich liebe das bayerische Essen. Ich will unbedingt wieder ins Hofbräuhaus oder den Augustinerkeller. Ich freue mich schon jetzt auf die Leberknödelsuppe – die ist mein Favorit!

Diesmal begleiten Sie Ihre Söhne auf Ihrer „Family“-Tournee.
Ja, ich selbst arbeite ja mit Hunden und ihren Haltern, echten Problemfällen also – auf der Bühne und meiner Farm in Amerika. Meine Kinder Calvin (20) und Andre (23) haben sich auf Prävention im Umgang mit Tieren spezialisiert: Sie arbeiten schon mit kleinen Kindern. Beide haben auch TV-Shows für Kinder entwickelt.

Was passiert auf der Bühne der Olympiahalle?
Ich will nicht zu viel verraten. Aber wir werden wieder im Vorfeld der Show ein Casting durchführen und uns schwierige Fälle für Demonstrationszwecke heraussuchen und auf die Bühne bitten, um mit ihnen zu trainieren.

„Gestresste Hunde können mit Musik entspannen“

Wie relaxen Sie und ihr Hund Junior nach einem anstrengenden Tag?
Mit Musik! Ich liebe Reggae, das macht mir gute Laune. Man kann sogar gestresste Hunde mit Musik entspannen lassen. Da eignet sich Wellness-Musik, wie bei Massagen, am besten. Die Hunde absorbieren die Musik förmlich über ihre Ohren.

Sie sind für viele Tierfreunde ein echtes Idol. Wer ist Ihr Vorbild?
Jane Goodall, die große Schimpansen-Forscherin. Ich verehre sie. Sie war die erste Verhaltensforscherin, die auf die Tiere zugegangen ist, mit ihnen im Urwald gelebt hat, um ihr Wesen zu ergründen.

Milo & Millan: Einzel-Coaching für Vierbeiner der Hallo-Redakteurin

Nahm sich für Hallo-Redakteurin Marie-Julie Hlawica und ihren Hund Milo Zeit: Cesar Millan.

Auf Gut Aiderbichl, dem Gnadenhof für Tiere in Iffeldorf bei München, empfängt Hundeflüsterer Cesar Millan bei einer Deutschland-Stippvisite Pressevertreter. Alle anwesenden Redakteure haben Hunde dabei – ihre eigenen. 

Auch ich habe meine beiden „Spezialisten“ mitgenommen: Lina (2) und Milo (1), zwei Herdenschutz-Mischlinge aus dem Tierschutz, die beide im Alter von etwa sieben Monaten zu uns kamen. Beide Hunde gehen gut an der Leine, lieben Freilauf im Park, sind sozial sehr verträglich. Aber Milo hat ein Problem. Bei nahendem Lärm und viel Bewegung, ob Zug, Auto, Fahrrad, Skateboard, reagiert er panisch, will fliehen. 

Er reagiert nicht mehr auf mich. Ich versuche mittlerweile, diese Situationen zu vermeiden. Das soll – das muss sich ändern. Da kommt das Einzeltraining mit Millan gerade recht.

Wir haben Glück: Ein Zug fährt vorbei – und Milo zeigt die typische Panik. Er duckt sich, reißt an der Leine, will weg. Millan: „Das ist eine Situation, die er nie kennengelernt hat. Er hat nichts außer Angst. Ich will, dass er dir vertraut, weiß: Mein Mensch hat die Situation im Griff, alles ist ok.“ 

So war das Einzeltraining mit Cesar Millan

Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer.
Ein Nachmittag mit dem Hundeflüsterer. © best

Millan gibt mir den Tipp: „Fange bei Null an. Ein Welpe erlebt die Welt in den ersten Wochen nur mit den Sinnen: Erst mit der Nase, dann mit den Augen, dann kommen die Ohren dazu.“ Millans Theorie: Milo hat keine schlechte Erfahrungen im Welpenalter gemacht, sondern keine. Er ist wohl reizarm aufgewachsen. Gut möglich, da Milo schon als Welpe in eine Auffangstation kam.

Millan lenkt Milos Aufmerksamkeit mit einem Hundekeks auf sich. Milo lässt sich darauf ein, ist ruhig, obwohl wieder ein Zug vorbei fährt. Doch das hält nur kurz. Beim nächsten Zug wird Milo wieder panisch. Millan wendet sich ihm zu, beruhigt ihn, belohnt ihn – mit Blick, Worten und Hundekeks. So soll ich es trainieren, rät mir Millan: „Der Hund muss vertrauen, dass er bei dir in Sicherheit ist. Du musst zurück in seine Welpenphase. Er muss die Erfahrungen nachholen. In der Reihenfolge: Nase, Augen, Ohren.“

Zuhause in München kommen wieder viele neue Situationen auf Milo zu. Automatische Schiebetüren, Aufzüge, Drohnen, die über die Hundewiese fliegen, S-Bahnhöfe.

Ich übe jetzt mit ihm, wie es Millan gesagt hat, meide Situationen nicht mehr. Der S-Bahnhof macht Milo noch immer zu schaffen. Tunnel werden besser. Aber es gibt erste Erfolge: Automatische Schiebetüren und Aufzugfahren packt er jetzt schon.

Der Pack-Walk

Herausforderung für Hunde und Halter: Spaziergang im Rudel an der Leine. Der Pack-Walk ist Millan wichtig: Die Leinen sollen locker hängen, die Hunde selbstverständlich, unaufgeregt neben dem Mensch laufen. Millan: „Hunde spüren Deine Energie. Wenn Du selbstbewußter und selbstverständlicher agierst, gelingt Dir es.“

Cesar Millan – „It’s All About Family“

Alles dreht sich um die Familie – zumindest beim neuen Programm „It’s All About Family“ von Cesar Millan. 45 Termine stehen auf dem Tourplan – die Münchner Herrchen und Frauchen können den 49-Jährigen am Freitag, 25. Oktober, ab 20 Uhr in der Olympiahalle, Spiridon-Louis-Ring 21, erleben. Karten zwischen 24 und 84 Euro gibt es unter der Telefonnummer 54 81 81 81. 

Verlosung

Hallo München verlost 5x2 Karten.
Teilnahmeschluss ist am 11. August.

Das Gewinnspiel ist beendet.
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