Im Gespräch mit Hallo München

Die „Blechbixn“ – Forsche Männersuche von der Bühne aus

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„Die Männer aus dem Publikum kommen ja immer wieder – so schlimm können wir also gar nicht sein.“

Bairische Texte und Musik in modernem Gewand: Die vier Frauen widmen sich den Besonderheiten der Männerwelt – ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Wie die eigenen Beziehungsverhältnisse die Musik verändern und was ihre Schüler zu dem außergewöhnlichen Hobby sagen, erzählt die Lehrerinnen-Band im Hallo-Interview. 

Wie würden Sie Ihre Musik jemandem beschreiben, der nicht aus Bayern kommt?
Karin Obermaier: Wir schreiben eigene Songs, singen auf Bairisch und behandeln Themen, die uns Frauen auf der Seele brennen. Es ist irgendwas zwischen Volksmusik und Pop. Dadurch ist unser Publikum auch immer sehr gemischt. Das junge Publikum tanzt auf Festivals zu unseren Songs, die ältere Generation klatscht in Stadthallen im Takt mit. Im Bierzelt spielen wir allerdings eher nicht – wir sind keine Coverband.

Ihre Texte sind ja sehr männerkritisch. Kam es schon vor, dass in Ihren persönlichen Beziehungen Männer von Ihnen eingeschüchtert waren?
Christine Westermair: Nein, das kam bisher eigentlich noch nie vor.

Karin Obermaier: Aktuell suchen wir für eine von uns einen Mann. Das kündigen wir auch auf der Bühne an.

Judith Ruhland: Ich glaube, die Männer wissen schon, dass wir das alles mit einem Augenzwinkern meinen.

Hilde Briller: Die halten das auch immer ganz gut aus. Die Männer im Publikum kommen ja auch immer wieder – dann kann es gar nicht so schlimm sein.

Was sind die Unterschiede zwischen Männern auf dem Land und in der Großstadt?
Ruhland: Die auf dem Land müssen schon noch mehr mit anpacken und gehen eher in die Richtung von traditionell gestandenen Mannsbildern.

Westermair: Es geht auch um die Heimatverbundenheit. Auf dem Land kennt man seine Nachbarn und das ganze Dorf. In der Stadt kennst du ja nicht mal die Familie, die nebenan wohnt. Das ist aber natürlich nicht männerspezifisch, aber ich glaube, das merkt man dann am Charakter. Die ländlichen Männer sind vielleicht ein bisschen geselliger.

Zurück zu Ihren Songs. Wie kommen die Themen zustande?
Obermaier: Meistens ist es ein Schlagwort oder eine Situation, ich gehe einfach mit offenen Augen und Ohren durchs Leben. Den Text zu „Unterm Kastanienbam“ hab ich zum Beispiel nach einem schönen Gespräch mit meinem Opa geschrieben.

Neben den Liedern über Männer, gibt es inzwischen auch eher ruhigere Songs über andere Themen. Vollzieht sich ein Wandel, weil Sie in andere Lebensphasen kommt?
Obermaier: Absolut! Judith hat ja jetzt das erste Bixnbaby bekommen. Da spielen dann auch ganz andere Dinge eine Rolle – man merkt, was wichtig wird. Und das ist das Schöne auf den Konzerten: Unser Publikum schätzt es, wenn wir auch mal ein bisschen ruhiger werden.

Apropos Baby – ein Grund für Sie aufzuhören?
Obermaier: Das ist gar kein Problem. Judith nimmt ihre Tochter einfach immer mit hinter die Bühne.

Ruhland: Genau! Die muss mich ja dann irgendwann ersetzen (lacht).

Obermaier: Ich fand das auch so schön, weil für Judith war das nie ein Thema aufzuhören oder zu pausieren – obwohl das natürlich völlig gerechtfertigt gewesen wäre. Stattdessen haben wir einfach die Tour verschoben und es ging weiter.

Sie sind alle als Lehrer berufstätig. Wissen die Schüler von Ihrer Band?
Westermair: Ich war einmal mit meiner Klasse auf einem Ausflug und plötzlich hat eine Gruppe angefangen „Happy Wife, Happy Life“ zu singen. Ich war so überrascht, weil ich nicht wusste, dass sie die Musik so oft hören, dass sie die Texte können. Die konnten den Text besser als ich (lacht).

Briller: Es gibt echt immer positives Feedback. Die Schüler stehen auch immer auf unserer Gästeliste.

von TIM POHL

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