Nika Femme Power

Mit neuer Veranstaltungsreihe: Sie kämpfen für mehr Frauen-Power

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Nicola Schwartze (links) und Karolin Böck, setzen sich für Musikerinnen ein. Aber einmal Snoop Dogg zu managen fänden sie auch nicht schlecht.

„Wenn man bei Festivals die ganzen Männer wegnimmt, bleibt nicht mehr viel übrig.“ Deshalb will Nika Femme Power jetzt aufstrebende Künstlerinnen in der Musikbranche fördern.

München – Es ist dieser „kleine Sexismus“, der Karolin Böck (36) und Nicola Schwartze (23) wütend macht. „Mich hat ein Tontechniker mal gefragt: Wie alt bist du? 16?“, erinnert sich letztere. „Ich dachte nur, hey, ich bin der Veranstalter, ich bezahle dich!“ 

Schwartze und Böck sind Konzert-Veranstalterinnen, machen Promotion und Management. Vor zwei Jahren haben sie sich bei einem Musik-Label kennengelernt und schließlich ihr eigenes kleines Unternehmen „Nika Music“ gegründet. 

Mit einer neuen Veranstaltungsreihe, die jetzt am Donnerstag. 19. September, startet, wollen die beiden weibliche Künstler in der Münchner Musikbranche unterstützen. Hallo hat das Duo in seiner „Büro-Küche“ in Haidhausen besucht. von Daniela Borsutzky

Frau Böck, Frau Schwartze, wie ist die aktuelle Situation für Frauen in Musikszene aus Ihrer Sicht?
Böck: Schwierig. Der Blick auf weibliche Musik ist zu soft. Wenn man beispielsweise bei Festivals mal die ganzen Männer wegnimmt, bleibt nicht mehr viel übrig.
Schwartze: Allerdings ist es schwer zu sagen, woran es genau liegt. Da müsste man vermutlich weit ausholen – wie kleine Kinder schon in Rollen gedrängt werden, bei Equal Pay...

Und wie wollen Sie das ändern?
Böck: Mit der Veranstaltungsreihe „Nika Femme Power“, die monatlich im Zehner, einer Live-Location am Sendlinger Tor, stattfindet, wollen wir den Fokus auf die Frau setzen. Männer sind aber nicht verboten, es ist wundervoll, wenn Männer Feministen sind (lacht).
Schwartze: Außerdem wollen wir versuchen, lokale Bands und welche von außerhalb zu kombinieren. Sodass Kontakte geknüpft werden können und die Künstler sich auch gegenseitig unterstützen können.
Böck: Der Eintrittspreis liegt bei zehn Euro. Wir wissen aber, dass es genug Leute gibt, die nicht einfach mal so zehn Euro entbehren können. Daher haben wir uns für die Pop-Programmförderung für nicht-kommerzielle Konzertreihen für 2020 beim Kulturreferat beworben. Es wäre toll, wenn wir diese bekommen. Dann könnten wir den Eintritt auf Spendenbasis machen. 

Wie unterscheidet sich die Musikszene in München von der in anderen Großstädten?
Schwartze: Ich war überrascht, wie gut der Zusammenhalt ist. Es gibt keine Ellenbogengesellschaft.
Böck: Es ist natürlich immer bitter zu hören, wenn wieder ein Künstler nach Berlin zieht. Oder wenn wieder eine Location schließen muss, weil sich ein Nachbar wegen Lärmbelästigung beschwert. Oder wenn ein tolles Projekt aufploppt und gleich wieder vorbei ist, weil es ja nur eine Zwischennutzung ist. Und es wäre schön, wenn man bis 22 Uhr an der Isar sitzen und danach immer noch auf ein Konzert gehen kann – und nicht um halb elf alles vorbei ist.

Nika Femme Power

Die Veranstaltungsreihe „Nika Femme Power“ startet am Donnerstag, 19. September. Den Auftakt machen das Münchner Schwesternduo „Fleur en Fleur“ mit ihrer Musik im 90er-Jahre R’nB-Style sowie die Berliner Rapperin „Alice Dee“. Beginn ist um 19.45 Uhr im „Zehner“, Thalkirchnerstraße 10. Karten gibt es zu zehn Euro an der Abendkasse. Einlass ab 19 Uhr.

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