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Wincent Weiss im Interview über die Bedeutung seiner Texte und Lieblingsorte in München

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Von: Sabina Kläsener

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Wincent Weiss als Juror bei „The Voice Kids“.
Wincent Weiss als Juror bei „The Voice Kids“. © Jörg Carstensen

Irgendwas, irgendwie, irgendwann: Die Texte des Sängers stehen für Offenheit, ein Leben ohne Zeitdruck. Im Norden geboren, zog es ihn nach München, wo er bis heute ein WG-Zimmer hat. Nun spielt er beim Tollwood. Warum ihm Nachhaltigkeit auch privat am Herzen liegt und wo seine Lieblingsecken in München sind...

Herr Weiss, Sie spielen beim Tollwood, das sich für Nachhaltigkeit einsetzt. Beschäftigt Sie das privat?

Ja, vor allem wenn man auf die eigene Familie schaut. Ich bin ein Familienmensch, möchte selbst Kinder haben, möchte Großvater werden. Wenn man sieht, wie schnell die Erderwärmung voranschreitet – für meine Kinder und erst recht deren, wird das noch viel schlimmer sein. Die Naturkatastrophen häufen sich. Wenn das so weitergeht, will ich mir das gar nicht ausmalen, wie das sein wird, wenn ich Großvater bin.

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Sie engagieren sich generell viel für Kinder. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Kinder sind unsere Zukunft, sie sind die, die in unserer Welt später etwas verändern können. Das finde ich sehr wichtig. Und es macht unfassbar Spaß, mit so ehrlichen Menschen zu arbeiten. Kinder haben diese pure Ehrlichkeit, pure Freude die aus dem Herzen kommt. Und nicht das Höflichkeitsklatschen der Erwachsenen oder Notlügen gelernt.

Geht es bei „The Voice Kids“ auch darum, Ihre eigenen Erfahrungen weiterzugeben?

Total. Das ist meine große Stärke. Ich bin in der Jury der mit der kürzesten Karriere. Bei mir ging die Karriere super schnell los. Ich kann den Kindern, aber auch den Eltern, die beratend dabei stehen, mitgeben, wie ich die mentalen Herausforderungen bewältigt habe. Das erste Mal auf der Bühne, das erste Album schreiben: Ich kann da schon mit sehr aktueller Erfahrung den Kids beistehen.

Sie arbeiten gerade am vierten Album. Ihre Titel heißen „Irgendwas“, „Irgendwie“, „Irgendwann“: Was reizt Sie an diesen Begriffen?

Mir ist die Offenheit dieser Wörter wichtig. Es gibt keinen Punkt, keinen Zeitdruck, wann ich gewisse Dinge in meinem Leben erreichen möchte. Weil es das sehr schwierig macht im Leben. Früher habe ich gedacht, ich möchte bis 30 Papa werden, heiraten. Da habe ich mir Druck gemacht, aber das braucht es nicht im Leben. Es kommt, wie es kommt und zu seiner Zeit. Es ist schön, dass es offen ist, wann es passiert, wie und mit wem. Und das nächste Album, für das ich gerade in München im Studio bin, wird „irgendwo“ im Titel haben…

Wenn Sie eh schon hier sind: Worauf freuen Sie sich in der Stadt?

Letztens war ich endlich mal wieder an der Isar, hatte Essen und Trinken dabei und bin einfach den ganzen Tag geblieben. Das habe ich früher viel mehr gemacht, als ich noch nicht so viel unterwegs war. Ich bin mit 18 nach München gezogen, habe im Restaurant gearbeitet, jetzt bin ich meistens im Studio. Ich wohne ja noch in München. Hauptwohnsitz ist im Norden in meiner Heimat. Aber ich habe in München eine WG, weil ich so oft hier bin und nicht jeden Tag im Hotelzimmer leben möchte. Ich wollte ein eigenes Bett, einen Schlafplatz in der Stadt.

Warum hat es Sie in den Süden gezogen?

Ich habe meinen Produzenten hier kennengelernt und bin während meiner Abi-Zeit am Wochenende nach München gefahren, um Musik zu machen. Und am Sonntag ging es wieder zurück für die Schule.

Also war München eine Wochenend-Affäre.

Genau. Und nach dem Abi bin ich am nächsten Tag mit dem Rucksack nach München, weil ich einfach mal länger im Studio sein wollte. Aus drei Wochen wurden drei Jahre, weil die Musik doch mehr Zeit eingenommen hat, ich meine Freundin hier kennengelernt habe. Da hat sich viel abgespielt und München war mein Heimatort.

Ich habe gelesen, dass Ihre Dating-Erfahrungen mit Tinder nicht sehr positiv waren, Sie nun hoffen, bei Festivals oder in Bars Frauen kennenzulernen. Dürfen sich die Münchnerinnen Hoffnungen machen?

(lacht) Auf dem Tollwood? Bei Konzerten ist es relativ schwierig. Weil ich auf der Bühne stehe, bin ich so weit weg, kann nicht durch die Stände schlendern. Zwischen Künstler und Publikum ist immer eine Distanz, auch wenn ich keine schaffe, sodass du nicht ins Gespräch kommst. Da muss ich die Münchnerinnen enttäuschen, da ich auf dem Tollwood zum Arbeiten bin.

Also eher mal an der Isar…

Genau. Isar, Englischer Garten, ich bin gerne in der Stadt, sitze gerne im Biergarten, trinke Augustiner in der Sonne.

Hört sich an, als wäre da Platz fürs Flirten und die Liebe.

Wo ist denn kein Platz für die Liebe? (lacht)

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Zur Person

Mit 20 nahm Wincent Weiss, am 21. Januar 1993 in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein geboren, bei der Casting-Show Deutschland sucht den Superstar teil. Er kam unter die letzten 29 Kandidaten, schied dann aus. Mit der Single „Musik sein“ schaffte er 2016 den Durchbruch. 2017 wurde er als bester deutscher Künstler bei den MTV Europe Music Awards ausgezeichnet, 2018 folgte ein ECHO als Newcomer National. Im selben Jahr synchronisierte er die Titelfigur im „Tabaluga“-Film. Zudem war er Coach bei „The Voice Kids“.

Nachdem seine ersten zwei Alben bereits die Top-3 der deutschen Charts erreichten, eroberte er 2021 mit „Vielleicht irgendwann“ die Chartspitze. Entstanden sind die Alben in München – zuerst in Pasing, nun liegt das Studio im Münchner Süden. Auch privat kennt Weiss schon ein paar Ecken der Stadt: Nach Wohnungen in Laim, Neuperlach und am Candidplatz wohnt er nun – wenn er in der Stadt ist – in einer WG in Pasing.

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