Hermann Giefer von A bis Z

Verabschiedet sich Dahoam is Dahoam-Star?

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Komödienstadel,Ein Bayer in der Unterwelt

BR-Star Hermann Giefer spielt jetzt mit Serien-Kollegen im Komödienstadel – ist das seine Abschiedsvorstellung? Hallo hat ihn interviewt...

Er wollte nie mehr Theater zu spielen. Doch zum 60. Geburtstag des Komödienstadels, ließ sich TV-Star Hermann Giefer noch mal auf die Bühne am Nockherberg locken. 

„In der Gruppendynamik von den ,Dahoam is Dahoam‘-Kollegen habe ich mich überreden lassen“, erzählt der 72-Jährige, der in Mittenwald lebt. 

Denn in der Produktion des Stücks „Der Bayer in der Unterwelt“, das am Sonntag, 20. Oktober, um 20.15 Uhr im BR ausgestrahlt wird, spielen ausschließlich die Darsteller der beliebten bayerischen Seifenoper. 

Giefer, sonst in der Rolle des Brauerei-Chefs Martin Kirchleitner, spielt Luzifers Vater, den Senior-Teufel, der immer noch über die Unterwelt herrscht. 

Wie er sich sein Ableben vorstellt, wann er sich aus „Dahoam is Dahoam“ zurückzieht und wo er sein „Dallmayr-Bairisch“ gelernt hat, verrät er im Interview.

Maren Kowitz

Hallo München verlost gemeinsam mit dem BR eine exklusive „Dahoam is Dahoam“-Studioführung für vier Personen am Lansing-Set bei Dachau. 

Wer gewinnen will, schreibt mit dem Stichwort: Giefer an Hallo München, Dessauerstraße 10, 80992 München oder an aktion@hallo-muenchen.de.

Schauspieler Hermann Giefer (72) von A bis Z

Arbeit: steht für mich für Angenehmes. Als Gast- und Landwirtschaftssohn war ich früh ans Arbeiten gewohnt und arbeite gerne körperlich.

Bayerischer Bierorden: Den habe ich wegen meiner sympathischen Darstellung eines Brauereibesitzers verliehen bekommen. Aber ich verstehe nichts vom Bierbrauen, die Dinge, die ich in der Serie wissen muss, muss ich mir antrainieren und auswendig lernen.

C-Strang: also die komische Nebenhandlung, spiele ich am liebsten. Die Komik ist eigentlich, was man privat nicht so vermuten mag, meine Stärke.

Dallmayr-Bairisch: Als gebürtiger Koblenzer musste ich Bairisch lernen. Mein erstes Engagement war beim Chiemgauer Volkstheater in den 70er-Jahren. Da mussten wir so ein Bairisch sprechen, das man auch noch auf Tournee in Niedersachsen verstanden hat. Ich nenne das Dallmayr-Bairisch, weil dort so gepflegte Münchner einkaufen gehen.

Einsiedler: Ich war immer ein Einzelgänger und bin am liebsten alleine in der Natur, wo ich nicht reden muss. Aber ich bin ein gläubiger Mensch und dann ist man nie ganz allein.

Forsthaus Falkenau: Ich war der einzige Waldarbeiter beim Förster Rombach, der wirklich einen Baum umschneiden konnte. In der Serie habe ich 21 Jahre gespielt – die kam mir schon sehr entgegen.

Goldene Hochzeit: Im Juli 2020 sind meine Frau Sofie und ich 50 Jahre lang verheiratet. Ich hoffe, unser großer Meister lässt uns das noch gemeinsam erleben. Aber wir haben schon ein bisschen mit der Familie geplant.

Hofbräuhaus: Dieses Jahr habe ich dort bei der Vorstadt- hochzeit den Vater der Bräutigams gespielt. Wir haben in den Jahrhundertwende-Kostümen geprobt, als Prince Charles drei Meter an uns vorbeiging. Das hatte was Kurioses.

I

sar: Man kann nicht aufhören zu schwärmen. Ich habe die ganze Isar abgeradelt. Am schönsten ist sie von Mittenwald bis zur Quelle. Zwischen Vorderriß und Wallgau sieht es teilweise wie in Kanada aus.

Jugend: An die habe ich nicht nur schöne Erinnerungen. Ich hatte ein sehr strenges Elternhaus. Als sechsfacher Großvater weiß ich, dass man eine gewisse Strenge braucht, aber die war nie mein Ding.

Kundschelamant ist ein alter bairischer Begriff für einen Schelm, der Kunde bringt. So habe ich das historische Freilichttheater genannt, das ich von 1994 bis 2004 in Mittenwald organisiert habe.

Lebensende: Manche Kollegen sagen, sie möchten auf der Bühne sterben. Ich habe da andere Vorstellungen, wo ich mich hinlege. Auf meiner Bergwiese ist schon ein Gedenkstein, wo sich meine Lieben an mich erinnern sollen.

München, Mittenwald, Murnau, Meran: Meine Lieblingsorte fangen alle mit M an. München ist die schönste Stadt, die ich kenne. Mein Sohn wohnt mit der Familie mitten in Schwabing – bei ihm übernachte ich, wenn ich in München bin.

Nostalgie: Ich mag es, an den Seinsbach zu radeln und dort zu sitzen, wo ich als Mulitreiber bei der Bundeswehr täglich Pause gemacht habe.

Old Shatterhand: Die vier Jahre bei den Karl-May-Festspielen waren für mich ein Sprungbrett. Danach kamen die größeren TV-Rollen. Aber es war eine harte Zeit: Man musste jeden Stunt selbst machen, hatte Kampftraining und Reittraining. Es war nicht geschenkt, aber ein Geschenk von oben.

Pierre Brice: Mit ihm, der den Winnetou zu meinem Old Shatterhand gespielt hat, hat sich eine innige Freundschaft entwickelt. 

Quote: Traurig, dass sich alles nur noch nach Quote richtet. Aber kommerziell gesehen bin ich eine komplette Niete – das hat sich in meinem Leben oft gezeigt. Ich denke vielleicht zu naiv. 

Raucher: Ich habe nie geraucht, aber viel Kinowerbung dafür gemacht. Über den Dächern von Paris musste ich diesen Zigarettenstummel im Mund halten und sprechen. Dabei haben mir konstant die Augen getränt.

Skilehrer: So habe ich mich früher über Wasser gehalten. Auf der Piste wurde ich angesprochen, ob ich nicht Werbung machen will. Ich war erstaunt, wie viel Geld ich dafür bekommen habe.

Theater: Damit hatte ich abgeschlossen. Aber die Komödienstadel-Produktion hat mir so viel Spaß gemacht. Es kann sein, dass ich mich wieder hinreißen lasse.

Ungeduld: Bei mir selbst muss zack, zack alles stimmen. Im Umgang mit Kollegen gelte ich dagegen als besonders geduldiger Mensch.

Verbeugungsmuffel war ich immer. Dieses 25 Mal rausrennen und sich verbeugen empfand ich immer als peinlich. Mir wäre es am liebsten gewesen, der Vorhang geht zu und ich fahre nach Hause.

Wirt: Bevor „Dahoam is Dahoam“ startete, war ich für den Wirt vorgesehen. Da war ich aber noch fest beim „Bergdoktor“ und im „Forsthaus Falkenau“. Später hat mir dann der Produzent die Rolle des Brauerei-Chefs Martin Kirchleitner angeboten. Die fand ich viel schillernder.

Xaver: Michael Schreiner, der in „Dahoam is Dahoam“ den Knecht Xaver gespielt hat, ist gerade mit 69 Jahren gestorben. Wir haben uns gut verstanden. Nun ist er nicht mehr. Schade!

Yvonne Catterfeld: Ich habe 2005/06 ihren Vater gespielt in der historischen ARD-Telenovela „Sophie – Braut wider Willen“. Sie war bezaubernd und wahnsinnig herzlich.

Zukunft: Ich möchte mich nach und nach aus „Dahoam is Dahoam“ zurückziehen. Mein Vertrag mit der Produktionsfirma läuft Ende November aus. Ab nächsten Jahr werde ich nur noch als Gast auftreten.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Eine große Auswahl weiterer spannender Interviews finden Sie in unserer Übersicht.

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