Baustelle Kindererziehung

„Kinder und andere Baustellen“ - ZDF-Komödie über Kita-Schließung erinnert an Corona-Situation in München

In „Kinder und andere Baustellen“ renovieren die Eltern Tülin (Yasemin Cetinkaya), Marlene (Julia-Maria Köhler), Karl (Stephan Grossmann), Renate (Valerie Niehaus) und Rosi (Marlene Morreis) auf eigene Faust.
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In „Kinder und andere Baustellen“ renovieren die Eltern Tülin (Yasemin Cetinkaya), Marlene (Julia-Maria Köhler), Karl (Stephan Grossmann), Renate (Valerie Niehaus) und Rosi (Marlene Morreis) auf eigene Faust.

In der neuen ZDF-Komödie kämpfen Eltern mit der Kita-Schließung. Damit ist der Film ganz nah dran an der Corona-Realität in München. Valerie Niehaus im Interview...

  • In „Kinder und andere Baustellen“ kämpfen Eltern mit der Kita-Schließung.
  • Die ZDF-Komödie erinnert an die Corona-Realität.
  • Die in München aufgewachsene Schauspielerin Valerie Niehaus im Interview.

Münchner Eltern stehen derzeit vor großen Herausforderungen. Während in der ZDF-Komödie „Kinder und andere Baustellen“ die Kita wegen Asbest geschlossen wird, machen in der Realität Corona-bedingte Schließungen und Quarantäne-Auszeiten den Eltern zu schaffen.

Was man in beiden Fällen tun kann, ob der Staat eingreifen muss und wie man als Schauspielerin Familie und Beruf vereint, verrät die in München aufgewachsene Valerie Niehaus (46, 2.v.r., bekannt unter anderem aus „Verbotene Liebe“ und der „heute-show“) im Interview.

Frau Niehaus, angenommen, Ihr Sohn wäre noch in diesem Alter: Wie würden Sie auf Kita-Schließungen reagieren?
Ich glaube, ich hätte versucht, Strukturen zu schaffen. Das kann in diesem Stresstest, den wir gerade durchmachen, helfen: Zeiten festlegen, zu sagen, wir essen um 12, von neun bis elf muss man lernen, erst danach darf man spielen. Disziplin kann viel Ruhe bringen! Da während des Lockdowns nicht gedreht werden durfte, war ich zu der Zeit auch viel zu Hause und mache das übrigens auch ohne Kindererziehung so: Wenn es keinen Fahrplan von außen gibt, der das Leben strukturiert, mache ich mir selbst einen strukturierten Tag.
Der Schauspiel-Beruf ist also ganz gut mit Familie vereinbar?
Für mich ging das immer gut. Ich führe aber auch ein recht diszipliniertes Leben, vor allem als mein Sohn klein war. Natürlich habe ich damals versucht, vermehrt in Berlin zu drehen, damit ich so gut es ging, da sein konnte. Aber als Schauspieler arbeitet man projektbezogen. Das heißt, es gibt Perioden, da ist man nur zuhause und dann ist man auch mal über längere Zeiträume weg. Aber es gibt auch als Schauspieler kein Allgemeinrezept, jede Familie muss selbst herausfinden, wie es für sie klappt. Andere sind vielleicht geselliger, als ich es war, gehen mehr raus, wollen mehr unternehmen. Ich habe das nicht vermisst, aber für andere ist es sicherlich schwieriger.
Im Film liegt die Lösung darin, dass die Eltern die Situation selbst in die Hand nehmen.
Eigeninitiative ist oft besser, als sich auf den Rücken zu legen und lediglich die Hand aufzuhalten. Der Film ist eine Einladung, Initiative zu ergreifen. Die Situation in Deutschland ist nun leider so, dass es für viele nicht reicht, wenn nur ein Elternteil arbeitet. Wir müssen in der Frage nach guter Kinderbetreuung als Gesellschaft dranbleiben und Lösungen einfordern.
Und die Verantwortung des Staats?
Der Film ist durchaus auch eine Auseinandersetzung damit, was der Staat ermöglicht beziehungsweise was nicht... In nordischen Ländern klappt es ja auch, eine Familie mit dem Beruf zu vereinbaren. Mir geht es dabei aber nicht um den Gegensatz von „Die da oben“ und den Leuten, das mag ich nicht. Wir alle sind der Staat. Und wir alle müssen etwas machen.
Zurück zum Film: Ist ein Dreh mit Kindern besonders erfüllend oder besonders anstrengend?
Mit Kindern zu drehen ist sehr süß und lustig, aber man hat auch eine andere Verantwortung. Bei diesem Dreh konnten die Kinder Spaß haben, durften herumlaufen. Ich denke, es war für sie bestimmt eine schöne Zeit. Aber wenn ein Drama gedreht wird, und ein Kind in dramatische Situationen kommt, dann ist es die große Aufgabe der Crew, dem Kind zu vermitteln: Wir spielen das nur. Man muss nicht noch mehr Angst machen, das Leben ist ohnehin Herausforderung genug.
Sie haben in München Ihre Jugend verbracht, sind in Harlaching aufgewachsen. Was verbinden Sie mit der Stadt?
Ich bin ein großer Fan der Landschaft, der klaren Luft. In Berlin spürt man, dass man in dieser riesigen Maschine „Stadt“ lebt. München hat sich behalten, einladend zu sein. Wenn ich an München denke, denke ich an: Ferien, Freizeit, Biergarten. Ich könnte noch stundenlang schwärmen. Ich habe München seitdem immer vermisst, aber zurückgezogen hat es mich nie. Vielleicht aber in Zukunft, wer weiß?!
Verlassen haben Sie München für die Rolle in „Verbotene Liebe“. Stimmt es, dass Sie die Zusage am selben Tag wie das Abiturzeugnis erhielten?
Oh ja! Morgens war ich beim Casting, um 11 war die Zeugnisverteilung. Mir war schon vorher schlecht, und ich wusste nicht wirklich warum: Aus Sorge, ob ich das Abitur geschafft habe oder ob ich den Job kriege. Dann wurde mir gesagt, Du hast die Rolle, ich erhielt das Zeugnis und dachte: Was für ein guter Tag!

Kinder und andere Baustellen“ ist am Donnerstag, 5. November, um 201.5 Uhr im ZDF zu sehen.

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