Was soll sich 2019 im Viertel verändern?

Schwanthalerhöhe: Die große Jahresvorschau der Viertel-Chefs

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Der Neubau des MJKZ wird sich noch einige Zeit verzögern.

Westend/Schwanthalerhöhe – Im neuen Jahr tut sich einiges im Münchner Westen – Kontinuierlicher Einsatz lautet das Motto – Viertel-Chefin Sibylle Stöhr erklärt , wo 2019 mehr Leben einkehren soll

Vorsitzende des Bezirksausschusses, Sibylle Stöhr (Grüne).

2018 war im Viertel einiges los, es war sozusagen ein „Kulturjahr“. 2019 will sich die Bezirksausschuss-Chefin Sibylle Stöhr (Grüne) „kontinuierlich für ein schönes Westend“ weiter einsetzen. Im Interview verrät sie, was ansteht.

Frau Stöhr, Leerstand im Viertel ist ein Dauerbrenner. Wie ist der aktuelle Stand?
Beim sogenannten Schnitzelhaus an der Holzapfelstraße tut sich endlich was. Künftig werden hier Büros entstehen. Das gegenüberliegende Dönerhaus hingegen verfällt immer weiter, der Gehweg kann nicht mehr benutzt werden. Das schadet der Allgemeinheit ungemein, hier muss die Stadt eine kreative Lösung finden und auf Landes- beziehungsweise Bundesebene muss sich die Gesetzgebung ändern.

Wie sieht es heuer mit Baustellen aus?
Das Forum Schwanthalerhöhe hat bereits teilweise eröffnet, im Frühjahr wird dann der Rest fertig.
Der Bau des Multikulturellen Jugendzentrums hingegen verzögert sich, was sehr schade ist. Das Kösk kann bis 2020 drinnen bleiben. Obwohl es eigentlich nur eine Zwischennutzung ist, hat es sich zu einer Institution entwickelt. Ein sehr niederschwelliger, unkommerzieller Treffpunkt.

Das „Schnitzelhaus“ wird 2019 nach jahrelangem Leerstand wiederbelebt.

Welche kulturellen Neuigkeiten gibt es außerdem?
Ende Januar bekommen wir an der Geroltstraße 24 eine Erinnerungstafel. Dort wohnte der städtische Bauaufseher Josef Zott. In seiner Wohnung fanden heimliche Treffen des katholisch-monarchistischen Widerstands statt. Wir sind immer sehr dahinter, dass wir solche Tafeln bekommen, denn es ist wichtig, dass man sich erinnert.
Seit November 2018 wird mit einem großen Programm an die Revolution vom 7. November 1918 gedacht. Noch bis Mai finden viele Veranstaltungen in unserem Viertel statt. Besonders freue ich mich auf den Vortrag über den Revolutionär Gustav Landauer am 9. April im EineWeltHaus.
Und natürlich finden wieder unsere Kunst- und Kulturtage sowie die Westend Musiknacht statt.

Welche Themen stehen beim Bezirksausschuss dieses Jahr im Fokus?
Wir planen eine Bavariapark-Offensive. Uns erreichen immer wieder Beschwerden, dass die Wege nicht in Ordnung sind. Wir wollen uns dem Park als Gesamtkomplex annehmen. Er ist ein Naturdenkmal, aber keiner weiß es, weil es keine Schilder gibt, die die Historie darstellen.
Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass München mit dem Verein „Rad und Tat“ eine dritte Wagenburg auf dem MK2 Gelände bekommt.
Ebenso befürworten wir einen Erhalt des „Haus mit der roten Fahne“. Hier läuft derzeit vor dem Landgericht eine Räumungsklage gegen den dort ansässigen Verlag „Das freie Buch“.

Und wie sieht die Zukunft der Theresienwiese aus?
Es war ja im Gespräch, die Theresienwiese als Ausweichfläche für Veranstaltungen zu nutzen, während ab 2022 das Olympiastadion für 20 Monate saniert wird. Doch wir halten an unserer klaren Linie fest, dass die Theresienwiese weiterhin als freie Fläche für die Bürger zur Verfügung steht. Eine langfristige Einzäunung lehnen wir strikt ab.

Daniela Borsutzky

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