„Bayern ist reif für eine Ministerpräsidentin“

Schauspielerin Angela Ascher spricht in Hallo München über den Dreh mit ihren Töchtern und den Nockerberg

„Die eigenen Kinder trauen sich, einen richtig anzuschreien, da gibt es keine Hemmungen,“
 erzählt Schauspielerin Angela Ascher im Hallo-Interview.
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„Die eigenen Kinder trauen sich, einen richtig anzuschreien, da gibt es keine Hemmungen,“ erzählt Schauspielerin Angela Ascher im Hallo-Interview.
  • Sabina Kläsener
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Schauspielerin Angela Ascher spielt dieses Jahr in gleich zwei Frauen-Formate mit. In Hallo verrät sie, wie es ist, mit den eigenen Töchtern zu drehen.

Nach Christine Haderthauer und Ilse Aigner nun Taxlerin, Friseurin und Metzgerin: Die Schauspielerin schlüpft gerne in verschiedene Rollen. Heuer ist sie in gleich zwei Frauen-Formaten im Fernsehen zu sehen, unter anderem mit Luise Kinseher. Über den Dreh mit ihren Töchtern und den Nockherberg spricht sie im Interview.

Frau Ascher, bei den „Fraueng’schichten“ schlüpfen Sie in verschiedene Rollen. Wie haben Sie sich privat als Lehrerin geschlagen?

Ich bin eine eher lockere Lehrerin. Es ist ja nicht immer einfach mit den technischen Anforderungen, die Lernplattform Mebis, Teams, einen funktionierenden Drucker braucht man auch noch. Da hilft es mir nicht, alles zu perfektionistisch zu sehen. Da wir erst im Sommer nach München gezogen sind, ist es für mich nicht zwingend, dass mein Kind Einser und Zweier haben muss, ich bin auch über Dreier happy. Ich finde soziale Kontakte, intakte Freundschaften, alles was Kinder glücklich und gesund sein lässt, viel wichtiger in den heutigen Zeiten. Aber ich befürchte, dass viele Kinder da auf der Strecke bleiben.

Ihre Töchter sind bei den „Fraueng’schichten“ mit von der Partie – wie war der gemeinsame Dreh?

Das ist natürlich wunderbar. Da sind sie beim Home Schooling sehr brav, wenn sie wissen, dass sie drehen dürfen (lacht). Es ist mit fremden Kindern am Set meistens so: Egal wie begabt die Kinder sind, man braucht einen Anlauf, um Distanz abzubauen – da sind in Corona-Zeiten gewisse Dinge gar nicht erlaubt, körperliche Nähe am Set. Wir haben diese Hürde nicht. Und die eigenen Kinder trauen sich, einen richtig anzuschreien, da gibt es keine Hemmungen. Das Schwierige beim Drehen ist der Zeitfaktor, alles muss zügig gehen. Wenn es die eigenen Kinder sind, hat man da schon Vorarbeit geleistet.

Geht’s dann ein bisschen strenger zu am Set oder versuchen Sie, da nicht die Mutter raushängen zu lassen?

Da behandele ich sie ganz gleich wie andere Kollegen und schone sie nicht. Sie sind da auch manchmal genervt. Wenn sie mitmachen wollen, dann müssen sie auch funktionieren, das tun sie aber auch.

Auf Instagram schreiben Sie, dass Sie die außergewöhnliche, intensive Zeit mit Ihren Töchtern schätzen – etwas, was sie in die Nach-Corona-Zeit mitnehmen wollen?

Die sind ja auch schon am groß werden. Es ist ja nicht so, dass meine Töchter 24 Stunden am Tag etwas mit einem machen wollen (lacht). Ganz wichtig ist es, dass man die Veränderungen annimmt, ob es das Alter ist oder Corona, dass man das annimmt, in welcher Phase die Kinder grad sind. Manchmal ist es nicht leicht, da wünscht man sich, dass sie klein bleiben und nicht schon so groß sind. Ich freue mich auf alle Fälle wieder, raus zu gehen, Restaurants, Theater, Museen et cetera besuchen zu können und natürlich würde ich mich freuen, wenn meine Töchter so oft wie möglich dabei wären.

Mit „3 Frauen, 1 Auto“ kommt noch ein Format heraus, das Frauen im Fokus hat. Ist es wichtig, dass es reine Frauen-Formate gibt?

Wie es seit Jahren schon reine Männer-Formate gibt, ist es sehr gut, wenn es solche Frauen-Formate vermehrt gibt. Man kann sie immer noch an der Hand abzählen und es gibt immer noch mehr Comedy-Formate, die allein von Männern gestemmt werden. Es ist unglaublich wichtig, dass wir Frauen in der Comedy unsere Räume bekommen und diese wachsen. „3 Frauen, 1 Auto“ ist das erste Serienprojekt vom BR, das im Fernsehen, in der Mediathek und im Hörfunk läuft.

Zumindest ein virtuelles Treffen: Angela Ascher und Redakteurin Sabina Kläsener genossen es, zumindest per Skype vis-à-vis sprechen zu können.

Zur Person

„Eine bayerische Erin Brokovich“: So beschreibt Angela Ascher, am 26. Dezember 1977 in Landshut geboren, eine ihrer neuen Rollen – eine Metzgerin – in der zweiten Staffel von „Fraueng’schichten“. Ab Freitag, 19. März, ist sie dann im BR unter anderem als Bürgermeisterin zu sehen.

„Die Rolle hat sehr gereizt, da konnte man viele Themen reinpacken.“ Wie political correctness, die natürlich richtig sei, aber auch ins Absurde gezogen werden könne. Aufgewachsen in Dorfen sammelte Ascher erste Erfahrungen in der Schultheatergruppe.

Die Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und ein Stipendium an der Filmhochschule Los Angeles folgten. Seit 1997 ist sie in verschiedenen Rollen in Film und Fernsehen zu sehen.

Ab 2011 spielte sie Christine Haderthauer beim Nockherberg, ab 2013 Ilse Aigner, 2014 sogar beide. Die Mutter zweier Töchter (12 und fast 15) wohnt im Lehel. „München ist meine emotionale Heimat.“

„Reif für eine Ministerpräsidentin“

„Maxi Schafroth hat eine scharfzüngige und trotzdem sehr warmherzige Fastenpredigt gehalten. Er entwickelt sich immer mehr zum politischen Gewissen Bayerns. Eine Wahnsinnsleistung unter diesen Umständen“, resümiert Angela Ascher den diesjährigen –größtenteils digitalen – Nockherberg.

„Aber natürlich: So sehr die Derbleckten unten im Saal fehlen, so sehr fehlt auch das Singspiel.“ Auf die Frage, wie sehr ihr Ilse Aigner, ihre Paraderolle, fehlt, erklärt sie: „Ich habe die Ilse Aigner unglaublich gerne gespielt. Am Nockherberg ist wichtig, was grad politisch passiert und was die Vorlage liefert.

Ich gehe davon aus, dass Markus Söder nach Berlin geht und dann hoffe ich, dass Ilse Aigner nachrückt – unabhängig von mir als Darstellerin. Das wäre eine zwingende Sache, Bayern ist reif für eine Frau als Ministerpräsidentin. Dann wäre das natürlich am Nockherberg sehr spannend.“

Ilse Aigner (li.) und Angela Ascher (re.) auf dem Nockerberg.

Sabina Kläsener

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