Europameisterschaft in Polen

Münchens rasende Polizistin startet bei der EM im Sprint

Die Läuferin Amelie-Sophie Lederer aus München.
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Die Läuferin Amelie-Sophie Lederer aus München.
  • Andreas Schwarzbauer
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Amelie-Sophie Lederer aus München holte den deutschen Meistertitel im Sprint. Welche Chance die Polizistin sich für die EM ausrechnet und wie das Training während Corona abläuft...

Die Moosacherin Amelie-Sophie Lederer hat im 60-Meter-Sprint die Deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathletik gewonnen. Damit hat sich die 26-Jährige, die für die LG Stadtwerke München startet, für die Europameisterschaft qualifiziert. Die EM findet am kommenden Wochenende in Polen statt.

Welche Chancen sich Lederer dort ausrechnet, wie Training und Wettkämpfe unter Corona-Bedingungen ablaufen und welches große Ziel sie für dieses Jahr noch hat, verrät Lederer im Hallo-Interview.

Frau Lederer, Sie haben mit einer Zeit von 7,12 Sekunden die Hallen-Meisterschaft über 60 Meter gewonnen. Haben Sie mit dem Sieg gerechnet?
Nein, ich habe zwar auf eine Medaille gehofft, aber der Titel kam unerwartet. Ich hatte eine schwierige Vorbereitung, weil ich den letzten Abschnitt meiner Polizeiausbildung gemacht habe und im Prüfungsstress war. Es war oft schwierig, den Kopf fürs Training freizubekommen. Seit 1. Februar bin ich fertig und für den Sport freigestellt, so dass ich mich ganz aufs Laufen konzentrieren kann.
Die Meisterschaft fand inmitten der Pandemie statt. Wie liefen die Wettbewerbe ab?
Bei der Meisterschaft waren in der Halle keine Zuschauer zugelassen und wir wurden zweimal getestet, bevor wir hinein durften. Der Wettkampf lief dann aber nicht anders ab als gewohnt. Trotzdem war es ein ungewohntes Gefühl. Die Stimmung und das Publikum haben schon gefehlt.
Hat Corona auch Auswirkungen auf Ihr Training?
Im Frühjahr vergangenes Jahr waren alle Sporthallen geschlossen. Auch für den Profisport gab es zunächst keine Ausnahmen. Da habe ich draußen auf irgendwelchen Feldwegen trainiert. Diesen Winter konnte ich als Bundeskader-Athletin ohne größere Einschränkungen in die Werner-von-Linde-Halle im Olympiapark.
Welche Chancen rechnen Sie sich bei der Europameisterschaft am Wochenende aus?
Ich bin diese Saison die drittschnellste Zeit in Europa gelaufen, aber ich fahre trotzdem ohne Druck nach Polen und versuche, meine gute Form zu bestätigen. Mal schauen, was dabei rauskommt.
Sie wollen im Sommer gerne bei den Olympischen Spielen in Tokio starten. Sind Sie durch die deutsche Hallen-Meisterschaft dafür schon qualifiziert?
Nein, das hängt von der Freiluftsaison ab, die im Mai startet. Ich muss bei internationalen Wettkämpfen über 100 Meter Punkte für eine Rangliste sammeln oder die Olympia­norm von 11,15 Sekunden erfüllen. Ich bin optimistisch, dass es klappt. Die Strecke ist zwar draußen 40 Meter länger als in der Halle, aber man trainiert das Gleiche. Wenn man technisch sauber arbeitet, kann nicht viel passieren.
Wie sind Sie zur Leichtathletik gekommen?
Ich habe relativ spät, mit zwölf Jahren, angefangen. In meinem Heimatort in der Nähe von Ansbach hat mich ein Vater, dessen Tochter Leichtathletik gemacht hat, irgendwo laufen gesehen und gefragt, ob ich mal zum Training mitkommen will. Ich habe rasch Spaß daran gefunden und war gleich recht schnell.

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