200 Jahre städtische Friedhöfe: Der Friedhof Planegg

Mehr Platz für Urnen

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Die Friedhofswärter Arthur Brugger (links) und Klaus Telian vor der Urnenhalle mit 252 Nischen.

Planegg – Urnengräber und -nischen werden am Friedhof Planegg immer populärer. Um der Nachfrage gerecht zu werden, debattiert der Gemeinderat in Kürze eine Neugestaltung

Jubiläum „200 Jahre städtische Friedhöfe“: In der Hallo-Serie stellen wir Gesichter, Anekdoten und Besonderheiten der bekanntesten Münchner Gottesäcker vor. Heute: der Friedhof Planegg.

Der Friedhof der Gemeinde Planegg wurde 1927 gegründet. Er umfasst eine Fläche von circa 4,1 Hektar und beherbergt rund 3200 Gräber.

252 Nischen für Urnen hat der Friedhof Planegg. Extra dafür ist 1998 ein sogenannter Urnenhain geschaffen worden, der aber längst aus allen Nähten platzt. „Im Inneren ist gar nichts mehr frei“, sagt Friedhofswärter Arthur Brugger. Zwar gebe es in dem Haus noch einige Wandplatten ohne Gravur. „Die sind aber alle vorreserviert.“ Von den vier Außenwänden sind ebenfalls drei voll belegt. Neben den Nischen gibt zwar noch 350 Urnengräber auf dem Friedhofsareal. „Aber es ist absehbar, dass sich etwas ändern muss“, sagt Bruggers Stellvertreter Klaus Telian.

Genau das plant die Gemeinde. Bereits 2017 stellte sie mithilfe eines Landschaftsplanungsbüros einen Umbau zur Diskussion, der beispielsweise auch Baumgräbern einen Platz geben sollte. Nicht alle Gemeinderäte sahen darin Sinn. Doch die Nachfrage nach Urnengräbern ist weiter hoch. „Heutzutage ist der Pflegeaufwand, den ein normales Grab für eine Erdbestattung verursacht, für viele Angehörige nicht mehr machbar, weil sie oft auch nicht mehr vor Ort leben. Daher sind sie auf weniger pflegeintensive Gräber wie Urnengräber angewiesen“, erklärt Gemeindesprecherin Martina Sohn.

Das Grab von Karl Valentin.

Im Mai oder Juni soll darum erneut ein Umbau vorgeschlagen werden. „Wenn der Gemeinderat zustimmt, könnten die Arbeiten im nächsten Schritt ausgeschrieben werden“, teilt Sohn mit. Möglicherweise könnte schon im Herbst der Umbau beginnen.

Konkret vorgesehen ist, den parkähnlichen, nordöstlichen Teil des Friedhofs besser zu nutzen. Um die dort bereits vorhandenen Bäume könnten Röhren für Urnen in die Erde versenkt werden. Außerdem sollen in Richtung Münchner Straße Urnenstelen eingerichtet und Bänke aufgestellt werden. Der Übergang zwischen Urnenhalle und Park mit Urnenstelen soll – etwa durch eine geschwungene Hecke – verschönert werden.

Romy Ebert-Adeikis

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