Paul Sedlmeir im Gespräch mit Hallo München

„Der Riedl braucht keinen Karriereschub“

Für die Rolle des Martin Riedl hat Schauspieler Paul Sedlmeir ein klares Ziel vor Augen: Weitermachen!
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Für die Rolle des Martin Riedl hat Schauspieler Paul Sedlmeir ein klares Ziel vor Augen: Weitermachen!
  • Sebastian Obermeir
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In knapp 150 Folgen hat er sich als Martin Riedl zum unverzichtbaren Teil von „Hubert ohne Staller“ gemausert. Warum er dafür kein Vitamin B der Schauspieler-Dynastie Hörbiger, der er angehört, brauchte, wieso seine Figur trotzdem nie der Boss werden könnte und wann es vor der Kamera gefährlich wird, verrät er im Interview. 

Herr Sedlmeir, der zweite Satz Ihres Wikipedia-Eintrags lautet: „Er gehört zur Hörbiger-Familie.“ Das klingt ja fast nach Mafia… So schlimm ist es aber nicht, oder?
(lacht) So gesehen, nein. Aber ja, ich gehöre zur Hörbiger-Familie. Mafiöse Züge hat das aber nicht. Es ist ein großer Clan und ich kenne nicht mal alle Verwandten. Der Name ist vielen Leuten noch ein Begriff. Ich gehe damit aber nicht hausieren oder so was, um Gottes Willen!
Sind Sie über ihren Onkel, Christian Tramitz, zu Hubert und/ohne Staller gekommen?
Weniger über meinen Onkel, als über den Produzenten Oliver Mielke. Ich habe damals als Praktikant bei der Produktionsfirma angefangen. Irgendwann habe ich ihn gefragt, ob ich vor die Kamera darf. Und so hat sich das Ganze entwickelt.
Fast 150 Folgen später haben Sie jetzt bestimmt eine noch größere Familie, oder?
Absolut. Dadurch, dass wir schon zehn Jahre Hubert und/ohne Staller machen, ist das eine große Film-Familie. Es sind ja nicht nur die Schauspieler, die seit Jahren dabei sind, da stecken ja wahnsinnig viele Menschen dahinter.
Seit 2019 läuft die Serie ohne Helmfried von Lüttichau. Vermissen Sie Johannes Staller?
Natürlich ist es seit seinem Weggang anders geworden, und ja, manchmal vermisse ich ihn. Das Stalleresque fehlt halt ab und zu. Aber er ist nun mal nicht mehr da. Und ich finde, wir haben diese Umstellung und Neuorientierung gut hinbekommen.
Seinen Ausstieg begründete von Lüttichau auch damit, dass ihm das Serienkorsett zu eng geworden war. Ist das für Sie verständlich?
Das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann oder will. Jedenfalls nicht für ihn. Mir passt das Korsett noch sehr gut und ich hoffe, dass wir noch lange ermitteln.
Lassen Sie mich anders fragen. Wie geht es Ihnen denn: Macht es noch immer Spaß, eine neue Folge zu drehen oder schleicht sich auch mal Trott ein?
Absolut! Wir machen das zwar seit zehn Jahren, aber jede Staffel ist wieder neu und aufregend und ich freue mich drauf. Klar, es gibt gewisse Abläufe, die gehen einem in Fleisch und Blut über, und die sind auch nicht mehr besonders aufregend, aber das passiert hinter der Kamera: Kostüm, Maske, Drehbuchlesungen und so weiter. Vor der Kamera ist Gewohnheit der Tod des Schauspielers, das darf einem nicht passieren.
In den neuen Folgen muss die Polizei umziehen. Wie kam es dazu?
Tatsächlich erging es uns wie in der Serie: Uns wurde der Mietvertrag gekündigt. Und wir sind sehr happy, dass wir eine tolle, neue Location gefunden haben.
In der sogar Platz für einen eigenen Arbeitsplatz für Martin Riedl ist. Macht er einen Schritt auf der Karriereleiter?
Der braucht keinen Karriere­schub. Er mag seinen Job so wie er ist. Er ist einfach ein gutmütiger Typ und steht sich damit auch oft selbst im Weg. Wenn er zum Beispiel eine gute Idee hat, dann springen die Kollegen sofort drauf und verbuchen das auf ihr Erfolgskonto. Aber das juckt ihn nicht, er macht einfach mit viel Engagement weiter seinen Job.
Wie viel Riedl steckt eigentlich in Paul Sedlmeir?
Sagen wir so: Ganz so tollpatschig bin ich im Alltag nicht, aber im Ansatz schon. Gottseidank stecken aber auch meine anderen Rollen in Ansätzen in mir. Zum Beispiel die lustigen Rollen, die ich in Binge Reloaded spiele, das gibt es ab Anfang Dezember auf Prime Video zu sehen.
Klingt nach Switch Reloaded.
Das ist ein Nachfolger, ja, mit einem Hammer-Konzept. Das Original war so toll, da lag die Latte sehr hoch, das hat uns auch wahnsinnig motiviert. Man wird sehen, dass sich das auch in der Serie widerspiegelt.

Zur Person Paul Sedlmair

Geboren wurde der Schauspieler Paul Sedlmeir 1981 in Starnberg. Zu seinem aktuellen Wohnort gibt er sich kryptisch: „Ich wohne im Landkreis München, aber mehr verrate ich nicht.“ Aber es dürfte nicht weit sein zum Revier der Wolfratshausener Polizei: „Das ist supergeil, wenn man direkt vor der Haustür seinen Arbeitsplatz hat.“ Damit dürfte Sedlmeir aber nicht nur das Set von Hubert ohne Staller meinen, sondern auch weitere Drehorte für andere Filme und Serien (Schmitz & Family, Der Beischläfer, Binge Reloaded), Theaterbühnen und Synchronstudios.

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