Oscarverleihung am Wochenende

Scharfschützen & Turnschuhe - Münchnerin gibt Einblicke in die Oscar-Verleihung

+
Viviane Geppert moderiert für Pro7 die Verleihung in Los Angeles.

Wenn in Hollywood die Oscars verliehen werden, ist Viviane Geppert hautnah dabei. Die Moderatorin über Scharfschützen, Film-Favoriten und die richtige Abendgarderobe

Es ist die bekannteste Preisverleihung in der Filmindustrie: Die Academy Awards oder besser gesagt – die Oscars. Alles, was Rang und Namen hat, wird in der Nacht von Sonntag, 9., auf Montag, 10. Februar (deutscher Zeit ab 23 Uhr), über den Roten Teppich des Dolby Theatre in Los Angeles schweben. Bereits zum vierten Mal für den Sender Pro7 live vor Ort ist Moderatorin Viviane Geppert. Während des Interviews mit der Bogenhauserin, klingelt es an ihrer Tür: Der Paketbote – letzte Bestellungen vor der Reise nach LA treffen ein. Warum viele Stars bei Elton John die Show verfolgen und was Scharfschützen mit dem Roten Teppich zu tun haben, erklärt Geppert von A bis Z. 

Moderatorin Viviane Geppert (28) von A bis Z

Aufregung: Momentan bin ich voller Vorfreude, erst am Tag vor den Oscars kommt die Nervosität. Aber ich brauche das Adrenalin auch, um gut abliefern zu können.

Berge: Da ich im Schwarzwald aufgewachsen bin, kommt bei mir das Gefühl von Heimat und Ruhe schon in den Bergen auf.

Chaos: Es ist viel mehr Chaos vor Ort als man denkt. Der schöne Rote Teppich ist nur ein ganz kleiner Teil. Dahinter geht das Gewusel erst richtig los.

Diät: Ich mag das Wort nicht so gerne. Ich habe letzte Woche eine Saftkur gemacht, um meinen Körper ein bisschen zu reinigen und auf Null zu setzen. Klar mache ich vor den Oscars mehr Sport und versuche, Süßigkeiten und Alkohol wegzulassen.

Eklat gab es bisher eigentlich keinen. Aber wir haben mal alle auf Jennifer Lawrence gewartet. Der Teppich war eigentlich schon zu Ende. Sie steckte im Stau und ist dann nur vorbeigerannt und hat der Presse „I am so sorry“ zugeschrien.

Favorit: „Marriage Story“ hat mir gut gefallen, weil Scarlett Johansson wahnsinnig gut gespielt hat. Den Oscar als beste Hauptdarstellerin würde ich ihr total gönnen. „1917“ könnte bester Film werden.

GNTM: Meine Teilnahme bei Germany’s next Topmodel war lustig und eine coole Zeit. Ich liebe GNTM und schaue es immer noch gerne – vor allem wegen der Looks, Shootings und der Fotografen.

High Heels: Es ist nicht so glamourös wie es im Fernsehen aussieht. Unsere Übertragungswägen stehen auf einer Art Trailerpark. Mich sieht man dann oft mit der Schleppe meines Kleides in der einen Hand, High Heels in der anderen und Sneakern an den Füßen (lacht). Die habe ich immer dabei.

Instagram ist schon ein krasser Sog. Klar ist es für einen selbst das Wichtigste, beim Event vor Ort gewesen zu sein. Aber heute gehört ein Foto, ein Video oder eine Instagram-Story einfach dazu. Im Urlaub versuche ich schon, mein Handy mal wegzulassen.

Joaquin Phoenix hat gute Chancen, den Oscar als bester Hauptdarsteller für „Joker“ mit nach Hause zu nehmen.

Kleider: Mit der Kleiderauswahl fängt man eigentlich ein bis zwei Monate vor den Oscars an. Dieses Jahr war es bei mir aber relativ spontan. Bei einem Kleid der Wiener Designer- in Eva Poleschinski war es dann Liebe auf den ersten Blick. Schmuck trage ich von Sévigné aus München.

Live-Übertragungen wie bei den Oscars sind eine große Herausforderung. Es kann alles schiefgehen: Die Übertragung funktioniert nicht, das Kleid verrutscht oder man macht einen peinlichen Versprecher.

Make-Up: Bei den Oscars starten wir um 8 Uhr morgens mit den Haaren und dem Make-Up und sind dann so um 11 Uhr auf dem Weg.

Nicht einmal alle Schauspieler der nominierten Filme bekommen einen Platz bei der Verleihung. Die schauen dann auf Partys, zum Beispiel bei Elton John. Wir von Pro7 haben eine Viewing-Lounge in unserem Hotel.

Oberflächlich: Privat bewege ich mich wenig in dieser Welt und habe die gleichen Freunde wie früher. Ich glaube, dass es viele tolle Menschen in der Branche gibt. Aber auch die „Bussi-Bussi-Gesellschaft“.

Party: Die After-Show-Party fällt für uns leider aus, weil wir immer bis mitten in der Nacht drehen.

Qual: Das Schwierigste ist, dass die Promis am Roten Teppich für die Interviews stehen bleiben. Es gibt eine „Fast Lane“. Wenn sie keine Lust auf die Presse haben, laufen sie einfach an allen Journalisten vorbei.

Regen: In den letzten Jahren hat es in der Woche vor der Verleihung immer wieder genieselt. Dann wird ein Dach für den Roten Teppich aufgebaut.

Scharfschützen liegen auf den Dächern rund um die Veranstaltung. Die Akkreditierung darf man nur verkehrt herum tragen, damit niemand ein Foto davon machen kann. Das ist echt ein Hochsicherheitstrakt.

Telepromter gibt es keine. Formuliere ich einen Satz komisch, können wir nicht einfach neu drehen.

Urlaub ist es in Los Angeles nicht, weil wir jeden Tag drehen und auf Abruf sind.

Viktualienmarkt: Ich bin vor sechs Jahren nach München gezogen. Es ist gefühlt dauernd schönes Wetter, wir haben den Viktualienmarkt, den Englischen Garten. Ich will nie mehr weg.

West, Kanye: Ich habe mal auf der New York Fashion Week gedreht und war bei der Show von Kanye West. Da habe ich ihn und Kim Kardashian interviewt. Gleichzeitig sind Jay-Z und Beyoncé vorbeigegangen. Da musste ich schon kurz mal die Luft anhalten.

Xmal: Es gibt nie die eine Frage, die ich immer bei einem Promi-Interview stelle. Ein Kompliment ist immer ganz gut als Einstieg.

Yoga möchte ich unbedingt mal ausprobieren. Wenn ich Sport mache, will ich meistens kickboxen oder rennen. Die Ruhe würde mir, glaube ich, ganz gut tun (lacht).

Ziele: Ich finde es cool, dass mein Job es mir ermöglicht, so viele Reiseziele zu sehen.

Sophia Oberhuber

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen:

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Zum Start der Fastenzeit – Ernährungswissenschaftlerin im Hallo-Interview 
Zum Start der Fastenzeit – Ernährungswissenschaftlerin im Hallo-Interview 
Rosalie Thomass: "Das Känguru ist wie Pippi Langstrumpf"
Rosalie Thomass: "Das Känguru ist wie Pippi Langstrumpf"
Der Herr über 3822 Wahlurnen
Der Herr über 3822 Wahlurnen

Kommentare