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Olympiapark-Chefin Marion Schöne im Hallo-München-Interview über die Sommersaison – und was noch kommt

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Von: Benedikt Strobach

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Olympiapark-Chefin Marion Schöne im Hallo-Interview über vergangene und kommende Highlights.
Olympiapark-Chefin Marion Schöne im Hallo-Interview über vergangene und kommende Highlights. © Benedikt Strobach

European Championships, Superbloom-Festival und Ed Sheeran waren nur ein paar Highlights im Olympiapark München. Was noch ansteht, verrät Geschäftsführerin Marion Schöne im Interview...

Sie begrüßt zum Gespräch mit einem Lächeln und auch danach bleibt die Laune stets gut. Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH (OMG) hat auch allen Grund zur Freude.

Hinter ihr liegt ein Sommer, der musikalische, sportliche und kulturelle Höhepunkte hatte, wie kaum einer zuvor. Nicht umsonst spricht die 59-Jährige in Superlativen von den European Championships, dem Superbloom-Festival sowie Konzerten von Ed Sheeran und weiteren Top-Stars.

Was für sie das Highlight des Sommers war, wie sie zu ihrer Kritik an manchen Sportverbänden steht und welche Projekte in naher und fernerer Zukunft im Olympiapark anstehen, verrät sie Hallo München von A bis Z.

Marion Schöne (60), Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, von A bis Z

Auftritte: Ob Ed Sheeran, Peter Maffay oder David Garrett – Musiker fühlen sich bei uns wohl. Hier stimmt für sie das Gesamtpaket.

Bewerbung für Olympia stehe ich gemischt gegenüber. Die European Championships haben uns schon an unsere infrastrukturellen Grenzen gebracht. Olympische Sommerspiele wären deutlich größer und würden knapp doppelt so viele Athletinnen und Athleten mit sich bringen. Das wäre nur mit Partnerstädten stemmbar.

Corona hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet. Wir haben es geschafft, niemanden entlassen zu müssen. Wenn es im März 2022 aber nicht wieder losgegangen wäre, hätte das anders aussehen können.

Dackel gehören zu München und natürlich zu Olympia 1972. Auch wenn ich kein „Hundemensch“ bin, ein Fan von Waldi bin ich natürlich – keine Frage.

Eisstadion: Wenn der EHC Red Bull München dort auszieht, ist im Moment eine Zwischennutzung als Actionsporthalle geplant. Was die endgültige Nutzung des Areals betrifft, so steht diese noch nicht fest. Es gibt allerdings eine Machbarkeitsstudie für eine Konzert- und Veranstaltungshalle mit einer Kapazität für 6.000 Personen am Standort.

Fußball: Türkgücü München könnte erneut acht bis zehn Partien im Olympiastadion in der Wintersaison spielen. Besonders schön ist, dass auch der FC Bayern und der TSV 1860 noch einmal zurückkehrt sind: Am 23. Oktober gab es das Legenden-Benefizspiel MÜNCHEN VEREINT.

Gastgeber: Wir freuen uns sehr, Gastgeber für die European Championships gewesen zu sein, zu denen wir 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen durften.

Highlights gab es bei den European Championships viele. Eines davon war für mich der Leichtathletik-EM-Tag, an dem Gina Lückenkemper und Niklas Kaul im Olympiastadion Gold geholt haben. Wie sich die Athletinnen und Athleten sowie die Fans gegenseitig gepusht haben, war unglaublich.

Israel: Dass sich die Hinterbliebenen des Olympia-­Attentats nach Jahren mit dem Bund auf eine Entschädigung einigen konnten, ist sehr wichtig gewesen. Dadurch war es möglich, dass die Gedenkveranstaltung für das Attentat am 5. September würdig, friedlich und mit der entsprechenden Wirkung nach außen begangen werden konnte.

Jahrhundert-Sommer ist, was wir heuer im Olympiapark erleben durften. MASH, der Sommernachtstraum, die European Championships und das erste Superbloom-Festival, Millionen Menschen – es war ein wahres Sommermärchen.

Kritik: Ich stehe zu meinen Äußerungen nach den European Championships. Dabei ging es nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen, sondern darauf hinzuweisen, dass wir uns seitens einiger beteiligter Verbände mehr Unterstützung erwartet hätten.

Lieblingssport: Ich habe früher Volleyball gespielt. Was mich aber gerade auch im August begeistert hat, war der Klettersport. Wie die Athletinnen und Athleten hier die Wände erklommen haben, hat mich fasziniert.

München ohne Olympiapark wäre undenkbar! Vor allem die Olympischen Spiele 1972 haben aus dem „Millionendorf“ die heutige „Weltstadt mit Herz“ gemacht.

Nachhaltigkeit wird auch im Sport immer wichtiger. Wie dies umgesetzt werden kann, haben wir mit den European Championships gezeigt, unter anderem damit, dass existierende Sportstätten genutzt wurden.

Olympiaturm: 48 Millionen Euro wird uns die Sanierung kosten. Dabei werden Betriebstechnik, etwa die Aufzüge, und Brandschutz erneuert. Die Arbeiten gehen von Juni 2024 bis Mai 2026.

Projekte: Uns erwarten 2022 noch weitere musikalische Highlights: etwa kommen Bryan Adams, Marteria und die Night of the Proms. 2023 kehrt das Superbloom- Festival zurück – und die Münchner können im nächsten Jahr zehn Open-Airs im Olympiastadion erleben – Rammstein tritt allein viermal auf.

Qualifikation für das Weltkulturerbe: Der Olympiapark ist ein architektonisches Highlight des 20. Jahrhunderts. Davon gibt es noch nicht viele auf der Liste. Die Bewerbung wird noch einige Jahre laufen. Im November 2023 müssen wir es nun auf die deutschlandweite Bewerberliste schaffen.

Riem als übergroßen Konzertstandort finde ich nicht zeitgemäß. Wenn Menschen bei Robbie Williams so weit entfernt stehen, dass sie nichts erkennen, bringt das nichts. Dass etwa Ed Sheeran lieber an drei Tagen hintereinander im Olympiastadion auftritt, bestätigt das aus meiner Sicht.

SAP Garden: Die neue Halle wird ein Dorado für Breiten- und Profisport. Leider wird sie nicht zur Handball-EM 2024 fertig. Aber: Wir konnten mit der Olympiahalle als Ersatz-­Spielort einspringen.

Theresienwiese: Das glücklicherweise abgesagte Rammstein-Konzert zeigt auch: Mega-Veranstaltungen auf Flächen, die erst infrastrukturell ertüchtigt werden müssen, sind nicht notwendig. Rammstein wird deshalb im Olympiastadion stattfinden.

Urlaub konnte ich heuer erst im Spätsommer machen. Ich habe Ende September meine Tochter in Mecklenburg-Vorpommern besucht und den Herbst in den bayerischen Bergen genossen.

Veranstaltungshalle am Flughafen: Diese Entwicklung sehen wir mit Sorge. Natürlich muss man erst einmal abwarten, ob sich der Standort etabliert. Die Halle dort wäre ein wirtschaftlicher Einschnitt für uns. Aber auch dieser Herausforderung stellen wir uns!

Wadlbeißer ist jemand, der im positiven Sinne hartnäckig seine Ziele verfolgt. Das finde ich für mich zutreffend.

X-mal findet man mich bei Veranstaltungen im Olympiastadion. Es ist auch wunderbar zu sehen, wie die Menschen vom Olympiaberg aus das Open-Air genießen.

Y-Chromosom, fehlend: Seit 2017 bin ich als erste Frau Geschäftsführerin des Olympiaparks. Bis Ende 2026 werde ich das auch bleiben. Wie es danach weitergeht, werden wir sehen.

Zeltdach und Stadion werden in den kommenden Jahren saniert. Beginn im Stadion ist im Dezember 2023. Zwischen Dezember 2025 und Mai 2027 muss es ganz geschlossen werden. Das Zeltdach kommt danach. Für die Stadionsanierung sind momentan 130 Millionen Euro angesetzt.

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