Im Gespräch mit Hallo München

Neuer Kapitän des FC Bayern Basketball Nihad Djedovic: Kein Druck, dafür die höchsten Ziele

Nihad Djedovic mit seinem Sohn, nachdem er 2019 im Duell mit Berlin zum „Most Valuable Player“ gewählt wurde.
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Nihad Djedovic mit seinem Sohn, nachdem er 2019 im Duell mit Berlin zum „Most Valuable Player“ gewählt wurde.

Bald starten die FC Bayern Basketballer in die neue BBL-Saison. Die Mission ist klar: Der Titel soll zurück nach München. Für Neu-Kapitän Nihad Djedovic ist es seine achte Spielzeit an der Isar. Wie der 30-Jährige sein neues Amt wahrnimmt, wie er den Corona-Lockdown erlebt hat und was er von einer eigenen Statue vor der Halle hält.

Herr Djedovic, Sie gehen in Ihre achte Spielzeit beim FC Bayern, in Ihre erste als Kapitän.
Ich bin zwar nicht mehr der jüngste Spieler im Team, kann aber aus den bisher sieben Jahren viel Erfahrung mit einbringen. Damit möchte ich natürlich den jungen Spielern helfen. Zusätzlichen Druck verspüre ich dadurch aber nicht.
Was ist das Ziel für Ihre erste BBL-Spielzeit als Kapitän?
Natürlich haben wir wieder die höchsten Ziele. Wir wollen uns nicht verstecken. Jeder Spieler ist hungrig auf die neue Saison. Wir sind gerade nicht die Nummer Eins, sondern die Jäger. Und wir wollen uns den Thron zurückholen.
Mit Andrea Trinchieri hat der FCBB auch einen neuen Coach. Merkt man seine Spiel­idee bereits im Team?
Ich habe in den letzten Jahren verschiedene Trainer erlebt. Bei unserem neuen Coach haben wir die Spielidee bereits früh beobachten und in den ersten Spielen umsetzen können.
Die EuroLeague-Saison läuft bereits, letzte Spielzeit waren die Ergebnisse oft nicht zufriedenstellend. Machen die ersten guten Resultate heuer Hoffnung auf mehr?
Natürlich waren die ersten Ergebnisse gut, das kann gerne so bleiben. Wir müssen aber Schritt für Schritt gehen, von Spiel zu Spiel denken. Natürlich wollen wir besser abschneiden als letzte Saison.
Der BBL-Pokal wird in einem neuen, größeren Modus gespielt. Könnte die zusätzliche Belastung Auswirkungen auf das angestrebte Abschneiden in den anderen Wettbewerben haben?
Diese Saison ist durch den späten Beginn anders, das ist aber nichts Schlechtes. Wir haben einen tiefen Kader und unser Trainer wird dafür sorgen, dass wir weiterhin gut und frisch in die Spiele kommen werden.
Die Corona-Pandemie hat die Welt wieder fester im Griff. Fürchten Sie, dass die Saison eventuell abgebrochen werden könnte?
Eine Absage der Saison würde große Probleme für die Teams und den Sport bedeuten. Es ist wichtig, dass wir Spielen können. Wir müssen uns an die geltenden Corona-Regeln halten und hoffen, dass wir irgendwann wieder zurück zur Normalität kommen.
Wie haben Sie persönlich den Lockdown erlebt?
Ich war verletzt, von daher hat es mich zwar mit sportlichen Einschränkungen weniger getroffen, jedoch konnte ich meine Familie daheim nicht sehen, weil ich in München war und man nicht reisen durfte. Das war eine schwere Zeit für mich.
München ist für Sie mittlerweile Heimat geworden. Wo könnte man Nihad Djedovic denn am ehesten in der Stadt antreffen?
Treffen kann man mich am ehesten im Audi Dome (lacht). Gerne verbringe ich auch Zeit im Hirschgarten. Mit der Corona-Pandemie versuche ich aber vermehrt, meine Freizeit mit der Familie zu verbringen. München ist definitiv meine Wahlheimat. Ich bin hier die ersten sieben Jahre aufgewachsen und jetzt seit 2013 wieder hier. Ich möchte gerne weiterhin in München bleiben.
Kommt bald eine Nihad Djedovic-Statue vor die Halle?
Eine Statue vor der Halle? Die brauche ich nicht unbedingt (lacht). Ich spiele gerne für Bayern, wenn möglich, will ich meine aktive Karriere hier beenden. Was danach geschieht, werden wir sehen. Ich möchte dem Verein gerne weiter erhalten bleiben, es ist fast wie mit einer zweiten Familie hier.
Aber zumindest Ihr Trikot an der Hallendecke?
Das würde ich wiederum sehr gerne sehen, ja.

Zur Person Nihad Djedovic

Nihad Djedovic wurde 1990 in Visegrad, Bosnien-Herzegowina geboren. Kurz nach seiner Geburt siedelte er gemeinsam mit seiner Familie von Bosnien nach München über, wuchs hier die ersten sieben Jahre auf. Über die Stationen Sarajevo, Cornella, Obradorio, Rom, Istanbul und Berlin kam er 2013 zurück in seine zweite Heimat und geht seitdem für den FC Bayern Basketball erfolgreich auf Korbjagd. In dieser Zeit wurde er 2014 und 2019 Basketball-Meister und gewann 2018 das Double aus Deutscher Meisterschaft und BBL-Pokal. Mittlerweile ist er Rekordspieler des Vereins.

Das Finalturnier 2020 verpasste Djedovic verletzungsbedingt, was ihn aber nicht ärgert: „Dass ich diesen Sommer nicht dabei sein konnte, hat meine Motivation für diese Saison umso mehr gesteigert.“

Hallo und der FC Bayern Basketball verlosen gemeinsam ein neues Heimtrikot des FC Bayern, unterschrieben von Kapitän Nihad Djedovic. Zudem gibt es noch einen Basketball, zweimal eine Wintermütze mit Vereinslogo sowie einmal zwei FC Bayern Coronamasken zu gewinnen.

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