Moosachs Landtags-Vertreter sucht noch eine Bleibe in „seinem“ Viertel

Die Wohnungsnot trifft auch ihn

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Für Moosach im Landtag: Benjamin Adjei.

Moosach – Sein Siegeszug für die Münchner Grünen sorgte bei der Landtagswahl für eine große Überraschung – Im Interview erklärt Benjamin Adjei (Grüne), warum er noch nicht in seinem Stimmkreis wohnt

Er war der Überraschungssieger der bayerischen Landtagswahl: Benjamin Adjei (28, Bündnis 90/Die Grünen) zog mit dem fünften Direktmandat im Stimmkreis Moosach-Feldmoching-Nymphenburg direkt in den Landtag ein – und das, obwohl er nicht mal in seinem Stimmkreis wohnt. Warum das noch immer so ist, verrät der Taufkirchner zur 100-Tages-Bilanz in Hallo.

Herr Adjei, werden Sie schon erkannt?
Ich bin zweimal auf der Straße angesprochen worden, was beide Male zu sehr interessanten Gesprächen geführt hat.

Was sind die Schwerpunkte, die Sie bemerken?
Ökologie, Mobilität und Wohnraumproblematik. Spannend finde ich den Kontakt, den ich jetzt mit verschiedenen Bürgerinitiativen im Stimmkreis habe und intensivieren möchte. So bekomme ich ein umfassendes Bild über Probleme, Moosach betreffend.

Gibt es dabei Top-Themen?
Das Schaffen von Wohnraum, dazu der Erhalt der Grünflächen etwa der Erhalts des Eggartens (Hallo berichtete) oder das Thema Lärmschutz an der Güterzugstrecke in der Lerchenau.

Hat die Münchner Stadtteil-Politik ihr Leben verändert?
Mein Büro vom Landtag werde ich wohl erst im Februar zur Verfügung gestellt bekommen, noch organisiere ich viel, meine Mitarbeiter haben auch gerade erst ihre Arbeit bei mir begonnen.

Leben Sie schon in Moosach?
Im Moment suche ich eine neue Wohnung, bevorzugt in Moosach oder Neuhausen. Dann geht die Stimmkreisarbeit richtig los.

Wo sehen Sie in Moosach mit den angrenzenden Stadtteilen Handlungsbedarf?
In Moosach gibt es viele Bauprojekte, die dringend benötigten Wohnraum schaffen; gleichzeitig folgt daraus eine stärkere Belastung der Verkehrsinfrastruktur. Stadtteilübergreifende Mobilitätspolitik mit Tangential- und Querverbindungen könnte ein gutes Gesamtkonzept entwickeln. Der S-Bahn Nordring oder die Seilbahn am Frankfurter Ring.

Was wollen sie demnächst konkret im Landtag angehen?
Ich werde mich die kommenden fünf Jahre vorwiegend dem Thema Digitalisierung widmen. Auch das muss überregional angegangen werden.Hier setze ich mich für eine umfangreiche Digitalstrategie nach schwedischem Vorbild ein, die versucht, Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ohne Risiken und Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren.

Das heißt konkret?
Ausbau der Netzinfrastruktur für den digitalen Wandel. Wer mit der S-Bahn nach Moosach oder Feldmoching fährt, weiß, dass wir selbst im Münchner Stadtgebiet Funklöcher haben. Deutschland liegt hinter anderen Ländern weit zurück.

Interview: Marie-Julie Hlawica

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