Die Faszination des Königsplatzes

Wegen Corona-Pandemie: Der Architekt Thomas Jocher hat einen Film über die Architektur der Maxvorstadt gedreht 

Thomas Jocher hat einen Film über die Maxvorstadt gedreht. Thema ist unter anderem der Königsplatz.
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Thomas Jocher hat einen Film über die Maxvorstadt gedreht. Thema ist unter anderem der Königsplatz.
  • Kassandra Fischer
    vonKassandra Fischer
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Der Architekt Thomas Jocher hat einen Film über die Architektur der Maxvorstadt gedreht. Im Gespräch mit Hallo verrät er, wie lange das gedauert hat, welche Herausforderungen es gab und wie es überhaupt dazu kam.

MAXVORSTADT - Eigentlich wollte er mit seinen Studierenden einen Spaziergang machen, dabei bedeutende Gebäude im Viertel besprechen. Wegen der Corona-Pandemie fiel das ins Wasser. Doch davon ließ sich Thomas Jocher, pensionierter Architekt und Lehrbeauftragter an der Hochschule München, nicht unterkriegen – und drehte kurzerhand einen Film über die Architektur der Maxvorstadt, der inzwischen kostenlos abrufbar ist (siehe Infobox). Hallo hat mit ihm über die Entstehung des außergewöhnlichen Projekts gesprochen.

München: Film über die Maxvorstadt - Interview mit Thomas Jocher

Herr Jocher, knapp eine Stunde führen Sie im Film „Take Max“ durch die Maxvorstadt. Warum dieses Viertel?

Es ist eine wahre Goldgrube, was dort architektonisch zu finden ist. Doch der Wert der Maxvorstadt liegt auch in seiner Vergangenheit. Es gibt wenige Viertel in der Stadt, die so geschichtsträchtig sind.

An was denken Sie?

An den Königsplatz – er ist ein Ort, um den sich seit fast 200 Jahre alle reißen. Einst von einem König geplant, zur NS-Zeit als Aufmarschplatz missbraucht und im vergangenen Jahr wurde er in einen Rummelplatz verwandelt. Ein Platz, der so viel durchgemacht hat, ist einmalig.

Sie sind Architekt, kein Filmemacher. Welche Herausforderungen hatten Sie zu meistern?

Filme machen ist inzwischen wahnsinnig leicht. Jeder kann sein Handy auf etwas halten. Die Herausforderung ist es, ein Konzept zu haben.

Was hatten Sie sich vorgenommen?

Mir war es wichtig, einen Film darüber zu machen, was man bei einem normalen Spaziergang gar nicht sehen kann: Wer alles hinter den Vorhängen steht. Architekten, Städteplaner – alle, die irgendwie beteiligt sind, kommen zu Wort.

Wie lange hat das Projekt gedauert?

Ein halbes Jahr verging von der Idee bis zum fertigen Film. Ursprünglich dachte ich, es reichen vier bis sechs Wochen – aber Pustekuchen. Ich war dann angefixt.

Architektur der Maxvorstadt genießen 

Von der Hochschule München über die Abtei Sankt Bonifaz bis hin zu den Museumsgebäuden im Kunstareal oder unterschiedlichen Formen des Wohnungsbaus – „Take Max“ bietet Einblicke für alle Architekturfans und steht kostenfrei auf www.takemax.de zur Verfügung. Gedreht wurde der No-Budget-Film lediglich mit einfachen Fotoapparaten und einem Handy. Für Regie und Drehbuch war Thomas Jocher selbst verantwortlich. Von Vorteil sei es beim Projekt gewesen, dass er sich gut in der Architekturszene auskenne. „Viele haben mitgemacht, weil sie mich kennen“, so der 69-Jährige aus Milbertshofen.

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