Das soll sich 2019 im Viertel ändern

Maxvorstadt: Die große Jahresvorschau der Bezirksausschuss-Chefs

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BA-Chef Christian Krimpmann berichtet über neue Mobilitäts-Konzepte im Viertel. Unter anderem pilotiert UPS ein neues Zuliefersystem.

Maxvorstadt – Im neuen Jahr verändert sich viel in Münchens Mitte – vor allem in Sachen Verkehr – BA-Chef Christian Krimpmann stellt im Interview die neuen Visionen für die Mobilität vor

Die Maxvorstadt ist ein begehrtes Viertel. Jeder will hier wohnen: Senioren, Studenten, Familien. Da wird es oftmals eng – auch für Radler, Fußgänger, Autos und andere Verkehrsteilnehmer. Welche innovativen Mobilitätskonzepte 2019 für Verbesserung sorgen sollen und wo die Stadt Freiräume aufwerten will, verrät Christian Krimpmann (41, CSU), Vorsitzender des Maxvorstädter Bezirksausschusses.

Herr Krimpmann, was passiert 2019 im Hinblick auf die Mobilität?
Die TU und BMW arbeiten zusammen an dem Ausbau vorhandener Carsharing-Angebote wie „DriveNow“ und „car2go“. Ziel ist, dass man gänzlich auf das eigene Auto verzichten kann, weil man sich ein Fahrzeug auch für länger, zum Beispiel für einen Wochenendausflug, leihen kann. Nun stellt sich die Frage, in welcher Straße man das im Viertel pilotieren kann. Da setzt die Lokalpolitik an und bringt Ideen ein.

Gibt es weitere Neuerungen auf dem Gebiet der Mobilität?
UPS pilotiert gerade ein neues Zuliefersystem. Da gibt es jetzt den ersten Container in der Türkenstraße. Dort werden Pakete abgeladen und dann mit Lastenpedelecs verteilt. Man spart sich also Lkw, die den Verkehrsfluss stören.

Apropos Verkehrsfluss: Wie geht es 2019 mit der Sanierung des Altstadtringtunnels weiter?
Diesen Winter wurde von den vier Architekten-Entwürfen zur Oberflächengestaltung einer ausgewählt. Der wird in einem Planungsworkshop am 14. Februar um 18 Uhr im Oskar-von-Miller-Forum vorgestellt. Noch vor der Sommerpause soll der Entwurf dem Stadtrat vorgelegt werden. Heuer wird zunächst der Tunnel im laufenden Betrieb ertüchtigt – eine Spur bleibt offen. Die Tunnelsanierung wird etwa drei Jahre dauern. Gegen Ende der Maßnahme startet die Oberflächengestaltung.

Während der Sanierungsarbeiten bleibt heuer nur eine Spur im Altstadtringtunnel.

Wo tut sich 2019 baulich viel?
Der Platz um das Siegestor wird umgestaltet. Ich denke, dass das im Laufe des Jahres zumindest offiziell vorgestellt wird oder auch schon in die Umsetzung geht. Das Baureferat hat uns informiert, in welcher Form das stattfinden soll – aus meiner Sicht genial: mit offenen Sitzgelegenheiten, einer Verbreiterung des Gehwegs. Die Kopfsteinpflasterfläche vor und hinter dem Siegestor wird reduziert. Am Geschwister-Scholl-Platz möchte man Blumenkübel aufstellen mit weißen Rosen.

Nicht allzu weit vom Siegestor entfernt entsteht der Entwicklungscampus Königinstraße. Was passiert dort als nächstes?

Der erste Gebäude-Komplex für den neuen Campus steht bereits, das Nano-Institut. Nun wird weiter gebaut. Einige Anwohner haben Kritik geäußert wegen der jahrelangen Baustelle und weil manche die alten Gebäude lieb gewonnen haben.

Was spricht für den Campus?
In der Gesamtheit können wir in der Maxvorstadt froh sein, dass wir eine physikalische Fakultät an dieser Stelle bekommen, die klein genug ist, um hier bleiben zu können und leise genug, um niemanden zu belästigen. Schade ist, dass eine Tiefgarage gebaut wird, die nur für Instituts-Angehörige ist. Der BA hatte sich eine öffentliche Garage gewünscht mit einem Teil für Anlieger.

Was tut sich im Kunstareal?
Da wird nun für sechs Jahre die Neue Pinakothek umgebaut. Das ist aber nicht der zentrale Aspekt, wenn es um die Neugestaltung des Areals geht. Der Masterplan zur Freiflächengestaltung hat an Ideen viel hergegeben. Meine Befürchtung ist aber, dass da auf absehbare Zeit nicht viel passiert, weil es an der Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat und der Landeshauptstadt hapert.

Wie wird die Situation im Alten Botanischen Garten verbessert?
Verschiedene Institutionen arbeiten gut zusammen. Die Polizei kontrolliert öfter. Das Baureferat hat einen Bauzaun aufgestellt, damit Personen bei der Kontrolle nicht durchs Gebüsch fliehen. Und der Bezirksausschuss bespielt den Park mit Veranstaltungen wie Sport im Park. 2018 gab es dort bereits weniger Ordnungswidrigkeiten, Übergriffe und Alkoholexzesse als die Jahre zuvor. Dieses Jahr werden zwei Tischtennisplatten aufgestellt.

Laura Felbinger

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