Was ändert sich 2019 in den Vierteln?

München-Süd: Die große Jahresvorschau der Bezirksausschuss-Chefs

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Der letzte Bauabschnitt des Quartiers am Südpark soll 2019 fertig werden.

München-Süd – Der Süden wächst immer weiter – Streitthema Nummer 1: Nachverdichtung in Fürstenried West – BA-Chef Ludwig Weidinger erklärt die Lage im Interview

Ludwig Weidinger (CSU), Chef des Bezirksausschusses Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln.

Bevölkerungswachstum, große Bauprojekte, Nachverdichtung: Der Münchner Süden ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Ludwig Weidinger (CSU), Chef des Bezirksausschusses Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln verrät im Hallo-Interview, was im Jahr 2019 im Stadtviertel wichtig wird.

Herr Weidinger, Ende Mai erhielten Sie das lang ersehnte Verkehrskonzept für den Münchner Süden. Können die Bürger in 2019 nun auf Entlastung der Straßen und der öffentlichen Verkehrsmittel hoffen?
Wir sind mit dem Verkehrskonzept unzufrieden. Es werden lediglich Einzelmaßnahmen vorgeschlagen, aber es fehlt ein Gesamtkonzept. Der öffentliche Nahverkehr lässt weiterhin zu wünschen übrig. Busse fahren nur im 20-Minuten-Takt. Die Entlastung durch die frühestens 2026 fertiggestellte Tram-Westtangente wird unterschiedlich beurteilt. Beim angestrebten 4-Minuten-Takt für die U3 bin ich gespannt, wie er funktionieren wird. Denn jetzt klappt schon häufig der 5-Minuten-Takt nicht. Aus meiner Sicht wird die Situation bei der U3 erst dann wirklich besser, wenn die U9 kommt und die U3 dann durchgehend eigene Gleise hat.

Wie sieht es denn dann mit den Radwegen aus?
Der Bezirksausschuss wird sich gleich zu Anfang des Jahres damit beschäftigen. Wir wünschen uns nach wie vor einen Fuß- und Radweg entlang der ehemaligen Stäblistraßentrasse. Auch an vielen anderen Stellen müssen Radwegverbindungen verbessert werden. Ein Radl-Schnellweg in die Stadt wäre ein großer Wunsch, der wohl noch längere Zeit unerfüllt bleibt.

Was ist der aktuelle Stand bei den wichtigsten Bauprojekten im Münchner Süden?
Das Quartier am Südpark und der Bau der Stadtsparkasse in Fürstenried Ost werden 2019 fertiggestellt. Auf dem ehemaligen Siemensparkplatz an der Gmunder Straße wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr mit der Umsetzung des Entwurfs des Siegers des Architektenwettbewerbs begonnen. Der Eigentümer des Campus Süd hat gewechselt. Was da 2019 passieren wird, ist noch ungewiss. Für den Siemens Sportpark wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Der Bezirksausschuss hätte dort gerne Erholungsfunktionen und Sportmöglichkeiten für die Bürger vor Ort. In Fürstenried West laufen außerdem die Planungen für 600 weitere Wohnungen. Vor allem im Bereich der Forst-Kasten-Allee führt dies zu einer sehr dichten und hohen Bebauung.

Bereitet Ihnen die Nachverdichtung Sorgen?
Das Hauptproblem ist, dass die verkehrliche und soziale Infrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum nicht im gleichen Maße mitwächst. Das macht mir Sorgen. Es gibt keine Schule mehr ohne Containerbauten. Im Prinzip ist alles von der U-Bahn bis zur Meldestelle überlaufen.

Neben den Herausforderungen im neuen Jahr gibt es sicher auch viele schöne Anlässe. Was steht im Viertel an Feiern und Festen an?
Ich freue mich sehr auf die ganzen Veranstaltungen. Vom 27. Juni bis zum 3. Juli findet gemeinsam mit Sendling eine Stadtteilwoche statt. Da sind wir momentan bei den Vorbereitungstreffen. Am 20. September gibt es zum Weltkinderspieltag 2019 große Spielaktionen auf der Wiese beim TSV Solln. Und auch sonst wird es viele Feste geben und überall etwas los sein bei uns.

Sophia Oberhuber

Streitthema: Nachverdichtung in Fürstenried West

Die geplanten Nachverdichtungsmaßnahmen in Fürstenried West sorgen für Streit.

In Fürstenried West sind Neubauten und Aufstockungen der bestehenden Bebauung geplant. Das sorgt für Streit. Anwohner befürchten riesige Wohntürme und Überlastung der Infrastruktur. Zum Thema findet am Montag, 14. Januar, ab 16 Uhr 30 die kostenfreie Messe „Forum Lebenswertes München“ im Bürgersaal Fürstenried, Züricher Straße 35, statt.

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