„Ich möchte eine positive Atmosphäre für die Bürger schaffen“

Sein Plan fürs Viertel: Andreas Klose über politische Ziele – und Privates

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Der neue Viertel-Chef Andreas Klose an einem seiner Lieblingsorte in der Isarvorstadt: dem Gärtnerplatz.

Isarvorstadt – Er ist der neue „Bürgermeister der Isarvorstadt“ und tritt die Nachfolge von Alexander Miklosy an. Im Hallo-Interview spricht Andreas Klose über neue Ziele und seinen populären Vorgänger

„Grüß Gott, Herr Bürgermeister“: Seit der Wahl zum Vorsitzenden des Bezirksausschusses (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wird Andreas Klose (Rosa Liste) von Freunden und Bekannten gerne so begrüßt. 

In der letzten Sitzung des Gremiums wurde Klose mit 20 zu zwei Stimmen zum Viertel-Chef ernannt. Die Grünen haben der Rosa Liste den Vortritt bei der Kandidatur gelassen. Auch die SPD entschied sich dazu, niemanden zu nominieren. 

Wieso die Kandidatur für den 52-jährigen Kreditanalysten so wichtig war, was er im Viertel verändern will und warum er die Trauer um seinen Vorgänger, Alexander Miklosy, und seinen BA-Vorsitz strikt trennt, erklärt der neue Chef vom Gärtnerplatz im Hallo-Interview. 

von Sophia Oberhuber

Herr Klose, Sie treten nach dem Tod von Alexander Miklosy im Dezember letzten Jahres ein schweres Erbe an. Wie gehen Sie damit um?
Natürlich ist da die Trauer um Alexander als politischen Begleiter und guten Freund, aber ich trenne das bewusst. Man hat mich gewählt, weil ich Andreas bin und nicht ein Freund von Alexander Miklosy.

Haben Sie sich schon vor seinem Tod überlegt für den Vorsitz zu kandidieren?
Ich bin an den Weihnachtsfeiertagen nach Alexanders Tod in mich gegangen und habe mich dann schließlich zur Kandidatur entschieden. Das Mandat ist für die Rosa Liste und die LGBT-Community sehr wichtig. Man muss Flagge zeigen.

Seit 2000 leben Sie in der Isarvorstadt. Was ist Ihnen in „Ihrem“ Viertel besonders wichtig?
Ich habe kein Auto und fahre alle Strecken mit dem Fahrrad. Die Fahrradwege müssen sowohl in der Isar-, als auch in der Ludwigsvorstadt ausgebaut werden. Auch eine Erhöhung des Wohnanteils im südlichen Bahnhofsviertel ist mir wichtig. Und ich möchte eine positive Atmosphäre für die Bürger schaffen – zum Beispiel mit Begrünung.

Gilt das auch für die Theresienwiese?
Die Theresienwiese hat derzeit schon genug Veranstaltungen das Jahr über zu verkraften. Eine Ausweitung der Veranstaltungstage kann es daher nicht mehr geben. Ein Zurückdrehen der Dauerveranstaltungen halte ich aber für sehr schwierig und meistens auch für unmöglich. Daher sollen die Freiräume in den Zwischenzeiten auf alle Fälle bleiben und geprüft werden, inwieweit die Wiese auch grüner werden kann.

Der Gärtnerplatz ist das Herz des Viertels – sorgt aber immer wieder für Ärger. Haben Sie dazu konkrete Pläne?
Man muss einen Kompromiss für alle Beteiligten finden und zwischen den Anwohnern und Party-Gängern vermitteln. Wir wollen seit Jahren eine fest installierte Toilette errichten. Und gerade diskutiert der BA mit den Wirten über ein Pfandsystem, um den Glasmüll zu vermeiden. Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Wo sind Ihre persönlichen Lieblingsorte im Viertel?
Am liebsten bin ich in der Natur und dort, wo man zur Ruhe kommen kann – wie am Südfriedhof oder an den Isarauen. Im Sommer ist es mir da dann aber zu voll.

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