Der Reiz des Krimis

Münchner Heimat und rheinische Mentalität ‒ Schauspieler Tim Bergmann im Gespräch mit Hallo München

Tim Bergmann ermittelt als Oliver von Bodenstein im Taunuskrimi „Muttertag“.
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Tim Bergmann ermittelt als Oliver von Bodenstein im Taunuskrimi „Muttertag“.
  • Sabina Kläsener
    VonSabina Kläsener
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Der in Düsseldorf geborene Schauspieler lebt seit 30 Jahren in München. Nun ermittelt er im neuesten Taunuskrimi von Nele Neuhaus „Muttertag“. Warum es auch beim neunten Fall Neues zu entdecken gab, wie er seinem 50. Geburtstag entgegenblickt und warum er auch nach zwei Pandemie-Jahren daheim glücklich ist, verrät er hier.

Herr Bergmann, mit „Muttertag“ erscheint ein neuer Taunuskrimi, recht harter Tobak. Der erste Teil wird am Valentinstag ausgestrahlt – auf seine Art romantisch oder ein perfektes Kontrastprogramm?

Wenn man es in einen Zusammenhang bringt, ist es natürlich ein Kontrastprogramm. Der Fall bringt es mit sich: Wenn man es mit einem Serienmörder zu tun hat, und das zum ersten Mal im Taunuskrimi, ist es natürlich mehr als ein Routine-Fall.

Hallo München verlost fünf Exemplare des neuen Taunuskrimi „Muttertag“ von Nele Neuhaus.

Das heißt, obwohl es der neunte Fall ist, war es etwas Neues für Sie?

Genau, das ist das Tolle, dass Nele Neuhaus sich in den Pausen zwischen den einzelnen Veröffentlichungen sehr genau überlegt, was kann und soll der nächste Fall sein. Im Krimi-Genre kommt man nicht daran vorbei, sich auch mal mit einem Serienmörder auseinanderzusetzen. Bei den meisten Fällen hat man es bei Serienmördern mit Menschen zu tun, die über Jahrzehnte scheinbar ein ganz normales Leben führen. Sogar Familie und Bekannte, die in direkter Nachbarschaft leben, kriegen davon nichts mit.

Man kann Sie als Krimi-Experte bezeichnen. Was macht das Genre so reizvoll?

Es wird oft gesagt, in Deutschland gibt es so viele Krimis. Das ist kein rein deutsches Phänomen, wenn man nach Schweden und Dänemark schaut – die sind Großmeister darin. Aber auch die Engländer und Franzosen lieben dieses Genre. Ich denke, dass wir uns vor allem in unseren westlichen Kulturen, in denen es den Menschen im Durchschnitt gut geht, den Luxus leisten, im Privaten in menschliche Abgründe zu schauen. Das Genre Krimi ist erfolgreich, seit es Fernsehen gibt, und das wird es vermutlich bleiben.

Sie sind in Düsseldorf geboren, leben seit 1991 in München. Wie viel Rheinländer, wie viel Münchner steckt in Ihnen?

Ich bin so lange in München wie an keinem anderen Ort bisher. Die ersten vier Jahre habe ich in Düsseldorf gelebt, dann sind wir aufs Land gezogen. Nach dem Abitur ging es nach München. Und ich bin dann sehr gerne in dieser Stadt „hängen geblieben“. Ich habe den Süden Deutschlands immer schon gemocht. Als Kind schon, wenn wir in den Ferien hier waren, oder auch nur auf der Durchreise. So habe ich München kennengelernt – da war ich glaube ich zehn. Mir war sofort klar: Diese Stadt mag ich, die ist besonders. Wenn man in die Stadt reinkommt, hat man...

Ein gutes Gefühl.

Genau, und so war es von Anfang an. Natürlich ist München ganz anders als Düsseldorf, Köln oder das Ruhrgebiet. Aber das ist ja auch das Schöne. Von der Mentalität bin ich natürlich auch Rheinländer, spätestens wenn ich dort bin, hört man es auch ein bisschen (lacht). Es macht mir dann einfach Spaß, das Rheinländische in mir hervorzuholen. Aber meine Heimat ist ganz klar München. Dafür bin ich auch viel zu lange und gerne hier.

Im März werden Sie 50. Ist es für Sie ein Meilenstein?

Gar nicht. Tatsächlich ist es nur eine Zahl. Alter, das ist ein weites Feld, worüber man sich lange unterhalten könnte. Das Älterwerden begegnet einem, wenn überhaupt, wenn man in den Spiegel guckt. Ansonsten bin ich noch jenseits davon, dass ich das körperlich merke. Ja, und die Zahl ist mir Gott sei Dank Wurscht. Ich war nie der „Geburtstagsfeierer“, nicht weil ich das negiere. Im Gegenteil: Ich bin sehr froh über meinen Geburtstag, weil ich da nämlich geboren wurde (lacht). Aber ich kann das auch in kleinem Rahmen ganz privat zelebrieren.

In einem früheren Interview haben Sie gesagt, Sie seien gerne Hausmann, als Abwechslung zum Reisen für Dreharbeiten. Nach zwei ruhigen Jahren, schielen Sie manchmal auf den Koffer?

Nein. Tatsächlich hat es sich gerade in der Pandemie bestätigt, wie glücklich ich mich schätzen kann, ein solches Zuhause zu haben. Einen Ort, an den ich gerne zurückkomme, an dem ich mich gerne aufhalte, jenseits meiner Arbeit. Besonders schön ist es allerdings, wenn man mal von Zuhause aus arbeitet, aber die meisten Filme habe ich nicht in München gedreht. Ich bin einfach sehr gerne Zuhause, so ist mir auch in Zeiten der Lockdowns die Decke nicht auf den Kopf gefallen.

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