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Carin C. Tietze im Gespräch mit Hallo München

Carin C. Tietze: Lieber Sport-Programm statt Spießer-Einladung

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„Bei ‚Das perfekte Promi-Dinner‘ wäre ich fehl am Platz. Bei mir gibt’s keine Tisch-Deko, kein passendes Geschirr zum Besteck, nichts. Hauptsache, es schmeckt!“

Spießiges Dinner? Ohne Carin C. Tietze! Wie sich die Schauspielerin einen Kennenlernen mit der künftigen Verwandtschaft vorstellt und warum sie regelmäßig einen Adrenalin-Kick braucht, lesen Sie hier.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren steht die in den USA geborene Starnbergerin in „Sommerabend“ auf der Theaterbühne. Ein Grund nervös zu sein? Nicht, wenn man den Adrenalin-Kick seit Kindheitstagen braucht. Damals als Ski-Rennfahrerin auf zwei Brettern, heute als Schauspielerin und Synchronsprecherin auf jenen, die ihr die Welt bedeuten. von Sebastian Obermeir

Frau Tietze, im Stück „Sommerabend“ (Hallo verlost Tickets) treffen sich zwei Elternpaare bei einem Gartenfest, um einander kennenzulernen, weil es zwischen den Kindern ernst wird. Könnten Sie sich...
Oh, nein! Das wäre mir zu spießig, das bei mir zu machen. So „Grüß Gott, kommen Sie doch rein!“ Angenommen eines meiner Kinder will sich fester binden und wir sollen die Eltern kennenlernen: Dann würden wir eher zum Essen gehen. Bei „Das perfekte Promi-Dinner“ wäre ich vollkommen fehl am Platz. Bei mir gibt’s keine Tisch-Deko, kein passendes Geschirr zum Besteck, nichts. Hauptsache, es schmeckt!

Wie haben Sie Ihre Schwieger­eltern kennengelernt?
Ich komme aus der Zeit der Scheidungskinder, das war also eine Patchwork-Family und es gab mehrere Treffen.

Die aber nicht so eskalierten, wie das Treffen im Stück?
Ich weiß noch, wie ich die Mutter meines Mannes kennengelernt habe. Sie lebte auf einem sehr abgelegenen Bauernhof mit einem riesigen Obstgarten und als Erstes habe ich gleich einen Auftrag bekommen: „Geh mal in den Garten und stich ein paar Gänseblümchen aus für den Salat!“ Während mein Mann Zeitung gelesen hat, dachte ich mir so: Na toll! Der erste Schock war aber gleich verflogen.

Wie sieht denn Ihr perfekter Sommerabend aus?
Wenn ich mit meinem Stand-up-Paddleboard über den Starnberger See paddle, dann irgendwo einkehre und bei Vollmond zurückpaddle.

Idylle pur! Ist die Isar zu reißend fürs Paddleboard?
Wir sind auch schon die Isar runter. Dabei haben wir viele Sachen rausgeholt. Unter anderem eine Unterwasserkamera – mit den Leuten auf den Bildern, die die Kamera verloren haben. Leider darf ich die nicht auf Facebook posten, aber ich hab die Kamera mal gepostet. Es hat sich niemand gemeldet.

Sie haben hauptsächlich fürs Fernsehen gedreht. Jetzt spielen Sie zum ersten Mal seit 30 Jahren Theater. Sind Sie bei den Vorstellungen nervös?
Ich bin positiv aufgeregt. Beim Film hat man vor jedem „Ruhe Bitte“ diese Anspannung und Konzentration. Vielleicht bin ich also ganz gut trainiert. Ich liebe dieses „Gleich geht’s los“. Als Kind bin ich Ski-Rennen gefahren. Du hängst mit der Startnummer 30 oben am Start rum, gehst den Kurs im Kopf durch, dann sind es nur noch Fünf vor dir. Du musst schon wieder aufs Klo. Die Stiefel sind aber zu, es gibt keine Toilette. Und dann stehst du am Start. Einmal durchatmen und los geht’s.

Wäre das nicht auch eine Karriere für Sie gewesen – Skifahrerin?
Ich habe dann mit 16 aufgehört, Skirennen zu fahren. Ich wollte lieber was erleben. Das kannst du aber nicht, wenn du immer trainieren musst.

Wenn Sie nicht auf Skiern, am Paddleboard, auf der Bühne oder vor der Kamera stehen, stehen sie hinter dem Mikrofon als Synchronsprecherin. Welche Figuren sprechen Sie da?
Ich habe eine tiefe Stimme. Ich spreche oft fülligere Frauen. Ich weiß nicht genau warum. Manchmal gibt es auch Rollen und Figuren, da findet man sich nicht rein. Man kriegt gesagt: Du passt super drauf, doch für mich ist jeder Satz ein innerer Kampf.

Sprechen Sie auch regelmäßig für die gleichen Schauspielerinnen?
Bei den Frauen ist man leider nicht so treu wie bei den Männern. Wen ich öfter spreche und liebe, ist Martha Plimpton. Die habe ich jetzt in drei Serien gesprochen.

Was entgegnen Sie Kritikern, die sagen, Synchronisation sei nicht so gut wie das Original?
Deutschland ist das Land, das sich am meisten Mühe gibt und auch am professionellsten ist. Ein Problem ist aber, dass man nicht mehr hinterherkommt. Inzwischen ist es ja so, dass eine US-Serie eine Woche später bei uns ausgestrahlt werden soll. Das ist Akkordarbeit, wo auch Qualität auf der Strecke bleiben kann. Es gibt zu wenige Schreiber, dadurch sind die Bücher nicht so gut. Wir müssen im Studio an den Texten arbeiten.

Zur Person

Geboren wurde Carin C. Tietze am 3. Oktober 1964 in Denver. „Meine Mutter ist ursprünglich Münchnerin. Die Ehe meiner Eltern in den USA ging auseinander, sie hat ihre Eltern hier besucht und hat beschlossen, hier zu bleiben.“

Schon als Kind wollte Carin C. Tietze Schauspielerin werden – den Traum hat sie sich erfüllt: Tietze ist in zahlreichen Fernsehsendungen wie „Derrick“, „Der Bergdoktor“, „München 7“ oder „Hubert und Staller“ zu sehen – und damit berühmt geworden. „Letztens beim Skifahren fährt mir einer hinterher, bis ich stehen bleibe. Dann sagt er: ‚Ge, sind Sie Sabrina aus Hubert und Staller?‘ Und ich frage mich nur, wie kann der das nur erkennen! Ich habe Helm und Skibrille auf.“ 

Ihre Stimme dürfte vielen ebenso bekannt vorkommen: Als Synchronsprecherin leiht sie etwa Juliette Binoche (Der englische Patient), Tilda Swinton (Die Chroniken von Narnia), dem Cowgirl Jessie aus „Toy Story“ oder Esmeralda aus „Der Glöckner von Notre-Dame“ ihre Stimme.

Tietze lebt mit ihrem Mann, dem Regisseur Florian Richter, und zwei Kindern am Starnberger See.

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