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Eberhofer-Autorin Rita Falk im Interview über ihren Tapetenwechsel und die Premiere von „Rehragout-Rendezvous“

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Von: Sebastian Obermeir

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Mit Krimis rund um den Provinz-Polizisten Franz Eberhofer wurde Rita Falk berühmt.
Mit Krimis rund um den Provinz-Polizisten Franz Eberhofer wurde Rita Falk berühmt. © Astrid Eckert

Vor zwei Jahren zog die Erfolgsautorin nach München. Jetzt ist es Zeit für einen Tapetenwechsel. Aber Abschied vom Provinzpolizisten Franz Eberhofer nimmt sie – wenn überhaupt – in Raten. Denn jetzt gilt es die Premiere seines elften Falls „Rehragout-Rendezvous“ zu feiern. Und damit wächst die Verantwortung...

Frau Falk, wo gibt es denn das beste Rehragout in Ihrer aktuellen Wahlheimat, dem Lehel?

Das weiß ich leider gar nicht. Ich hab drei Lieblingslokale hier, aber da gibt’s kein Reh­ragout. (lacht)

Die Versuchung, die Handlung von „Rehragout-­Rendezvous“ in die Stadt führen zu lassen, war dann nicht so groß, oder?

Nein, aber weil der Plot schon festgestanden ist. Es waren acht Kapitel fertig, als ich nach München gezogen bin. Da kann man schlecht einen glaubhaften Schlenker einbauen…

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Wie kam es zu Ihrem Umzug?

Vor zwei Jahren ist mein Mann gestorben und ich hab es nicht mehr ausgehalten in unserem gemeinsamen Haus. Da hab ich dann eine kleine Wohnung in München gesucht. Aber jetzt gehe ich wieder aufs Land zurück. Ich bin und bleibe einfach ein Land-Ei.

Werden Sie die Stadt trotzdem vermissen?

Es tränen mir eineinhalb Augen! Ich habe München schon sehr schätzen und lieben gelernt. Die Ecke dort am Englischen Garten ist einfach ein Traum und im Viertel hier ist es so ein bisschen wie im Dorf. Das kommt meiner Lebensvorstellung schon nahe – dieser nachbarschaftliche, freundschaftliche Umgang. Da fällt es mir schwer, Abschied zu nehmen.

Hat sich mit der Umgebung auch das Schreiben verändert?

Man verändert sich nach so einem Schicksalsschlag generell, glaube ich. Ich bin viel achtsamer geworden, bin nicht mehr so schnell und weniger ungeduldig. Der Moment zählt viel mehr. Ich lebe im Hier und Jetzt, was nächste Woche ist, interessiert mich relativ wenig.

Denken Sie dann darüber nach, wie lange es mit dem Eberhofer noch weitergehen soll?

Seit fünf Teilen nehme ich beim Schreiben immer so etwas wie Abschied und denk mir: Dieses Mal wird es das letzte Buch sein. Dann erscheint der neue Teil und ich kann nicht zählen, wie oft ich den Satz höre: „Bitte Frau Falk, hören Sie ja nicht auf!“ Da verspüre ich dann eine gewisse Verantwortung.

Inwiefern?

Ich bin ein Teil dieser Menschen, die verantwortlich sind, dass die Leute da draußen etwas zu lachen haben. Ich glaube, je übler die Situation im realen Leben ist, ob politisch oder gesundheitlich, desto mehr lieben es die Leute, einfach mal abzutauchen. Sie können dann Urlaub in Niederkaltenkirchen machen, von dem ganzen Wahnsinn, der sonst passiert.

Den aktuellen Teil stellen Sie jetzt beim Krimifestival vor. Wie steht es um Ihre Krimi-­Leidenschaft?

Oh, das ist eine schwierige Frage, weil ich mich da outen muss. Ich kann keine Krimis mehr lesen.

Aus Angst?

Ich halte diese Spannung einfach nicht aus. Früher hab ich Stephen King rauf und runter gelesen, aber das kann ich nicht mehr. 300 Seiten, bis ich weiß, wer der Täter war? Nein, das geht nicht mehr.

Ein Rita-Falk-Thriller steht also außer Frage?

Dafür bin ich nicht der Typ, nein. Es würde mich stressen. Ich schreibe mit Freude und Entspannung. Das könnte ich mir nicht antun, dass ich beim Schreiben fix und fertig am Computer sitz.

Entspannung finden Sie eher beim Malen, oder?

Ja, ich nehme den Pinsel und lasse der Fantasie freien Lauf. Die Malerei war lange Zeit ein Hobby – wie das Schreiben übrigens auch. Wenn eine Freundin damals nicht gesagt hätte, ich soll die Texte rausschicken, würden meine Bücher heute noch in der Schublade schlummern. Ähnlich war es mit dem Malen. Ein Fotograf kam für eine Homestory. Er hat den Stapel Bilder in der Ecke gesehen und fand sie großartig. Dann fand sie auch eine Kunsthistorikerin toll und ab 13. August sind sie in einer Ausstellung zu sehen.

Am Ammersee, zum ersten Mal gänzlich öffentlich.

Ich bin echt nervös, wie es beim Publikum ankommt.

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Zur Person

„Der Franz ist so, wie wir gern wären, wenn wir dürften“, das bekommt Rita Falk von unzähligen Polizisten gesagt, wie sie im Interview erzählt. Mit Franz Eberhofer hat die 58-Jährige den wohl erfolgreichsten Polizeibeamten Bayerns erschaffen. Seit elf Büchern ermittelt er nun in Niederkaltenkirchen. Mit „Winterkartoffelknödel“ ging es los, jetzt wird das „Rehragout-Rendezvous“ aufgetischt. Auch im Kino ist Eberhofer höchst erfolgreich: Im Sommer läuft „Guglhupfgeschwader“ mit Sebastian Bezzel an.

Nach dem Tod ihres Mannes 2020 zog Falk nach München. Nach dieser zweijährigen Zwischenstation geht es für die Autorin nun weiter ins Allgäu.

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