Hallo München-Interview

EHC-Red Bull-München-Kapitän Patrick Hager über eine DEL im Tiefschlaf, Corona & die Playoffs

Patrick Hager, Kapitän der Red Bulls, im Interview mit Hallo München.
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Patrick Hager, Kapitän der Red Bulls, im Interview mit Hallo München.
  • Marco Litzlbauer
    vonMarco Litzlbauer
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Die DEL-Hauprunde geht in ihre zweite Phase - wieder oben mit dabei, die Eishockey-Spieler des EHC Red Bull München. Hallo hat mit dem Kapitän Patrick Hager gesprochen.

Wenn auch aktuell vor leeren Rängen, so dürfte die Finalrunde der Deutschen-Eishockey-Liga heuer noch spannender werden als sonst. Wie er den verkürzten Modus findet, woran man bis zu einem möglichen Viertelfinale noch arbeiten muss und warum Münchner Spieler plötzlich aufs Alter schauen, verrät der Kapitän der Red Bulls hier.

Patrick Hager im Interview: „Sollte nicht erkennen können, um welches Drittel es sich handelt“

Herr Hager, Gratulation zum ersten Sieg im vierten Spiel gegen Ingolstadt. Haben die Red Bulls jetzt den Code der Ingolstädter geknackt?

Bei den Spielen davor hat ja auch meist nicht viel gefehlt – häufig haben wir uns am Ende des Drittels noch ein Tor gefangen. Aber wir haben am Dienstag mit das stärkste Spiel der ganzen Saison gemacht. Wir wissen selbst, dass es bisher nicht immer reibungslos funktioniert hat – hatten auch gerade in der Defensive viel Verletzungspech. Aber auf dem Spiel gegen Ingolstadt können wir aufbauen. Wichtig ist ja, dass man am Ende der Hauptrunde in Top-Form ist.

Ihr Team hat wie so oft in dieser Saison vor allem im ersten Drittel die Tore gemacht. Zufall oder bewusstes Ziel, den Gegner anfangs zu überrennen?

Die Starts waren nie das Problem, das stimmt. Am Rest müssen wir arbeiten. Unser Ziel ist es immer, 60 Minuten konstantes Eishockey zu spielen. Wenn man sich einen Teil der Aufzeichnung ansieht, soll man nicht an der Spielweise erkennen können, welches Drittel gerade läuft oder ob wir vor- oder zurückliegen. Das ist unser Ziel.

Wie wichtig ist Ihnen der Gruppensieg? Ist Mannheim noch einzuholen?

Wir wollen Erster werden, definitiv! Wir dürfen nichts mehr her schenken. Wenn wir doch Zweiter oder Dritter werden, nehmen wir das auch an.

Dann könnte ausgerechnet wieder Ihr Ex-Verein Ingolstadt der Playoff-Gegner im Viertelfinale sein.

Umso wichtiger war der Sieg jetzt. Wir haben ein Zeichen gesetzt und können mit einem guten Gefühl ins nächste Duell gehen.

Patrick Hager im Interview: „Es wäre sicher cleverer gewesen, früher anzufangen“

Die kompletten Playoffs werden heuer in einer Best-Of-Three-Serie gespielt – deutlich kürzer als sonst.

Es ist eine besondere Saison. Bis Anfang Dezember war die Liga im Tiefschlaf, jetzt haben wir 14 Spiele in 28 Tagen. Es wäre sicher cleverer gewesen, früher anzufangen, dann hätte man auch mehr Zeit für die Playoffs gehabt. Aber nochmal: Es steht eben alles im Zeichen von Corona, das muss man so akzeptieren. Und es lässt alles noch enger zusammenrücken. Früher haben sich die stärkeren Teams meist durch die Tiefe des Kaders ausgezeichnet, was sich vor allem in den Spielen fünf, sechs, sieben gezeigt hat. Bei nur drei Duellen ist alles sehr ausgeglichen. Es sind „Do-or-Die“-Spiele: Man darf sich kein schlechtes Spiel leisten – für die Zuschauer eigentlich sehr spannend.

Die vor Ort in der Halle aber fehlen. Haben Sie sich daran mittlerweile gewöhnt?

Natürlich stellt sich eine gewisse Gewohnheit ein. Aber es bleibt dabei: Es ist nicht annähernd so wie vorher. Die Fans sind das Salz in der Suppe – daheim wie auswärts. Dafür spielst du dieses Spiel. Wir hoffen alle, dass die Fans bald wieder in die Halle dürfen.

Vor Corona durften sich die Red Bulls über stetig steigendes Fan-Interesse freuen. Natürlich durch den sportlichen Erfolg, aber eben auch durch die elektrisierende Stimmung in der Halle. Da diese aktuell fehlt: Könnten da einige Fans wieder verloren gehen?

Das wird man erst danach beantworten können. Man könnte ja auch argumentieren, dass die Münchner danach ausgehungert sind und noch mehr in die Halle drängen als vorher. Zudem macht unser Verein auch außenrum wahnsinnig viel, um die Attraktivität von Eishockey zu vermitteln. Ich bin sicher, dass wir künftig eher mehr Leute für unseren Sport begeistern können – nicht zuletzt durch die neue Halle.

Patrick Hager im Interview: „Jeder, der aktuell hier spielt, will dort auflaufen“

Die Ende 2022 fertig sein soll – vor kurzem wurde der Grundstein gelegt. Sie predigen sonst immer ein „Von-Spiel-zu-Spiel“-Denken. Hand aufs Herz: Wie sehr spukt der SAP-Garden schon in Ihrem Kopf herum?

Natürlich ist die Vorfreude groß. Und für jeden von uns, der einmal dort auflaufen darf, wird es dann eine enorm große Freude sein.

Ihr Team-Kollege Yannic Seidenberg ist 37 und hat schon verkündet, auf jeden Fall so lange spielen zu wollen, dass er auch im SAP-Garden noch aufläuft. Steht Patrick Hager dann als Kapitän der Münchner an seiner Seite?

Hey, ich bin über vier Jahre jünger – also hoffe ich das doch stark (lacht)! Natürlich arbeitet jeder, der hier aktuell spielt, darauf hin, auch dann noch für München auflaufen zu dürfen. Vom Alter her sollten es eigentlich alle schaffen – und den Rest hat ja jeder selbst in der Hand.

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ZUR PERSON

Der „Kapitano“, wie Patrick Hager in den Gängen der Eishalle auch gerufen wird, trägt seit Herbst 2019 das „C“ auf dem Trikot der Red Bulls mit der Nummer 52. Das Amt des Team-Kapitäns hat er von Michael Wolf übernommen. Dessen Rückkehr zu den Münchnern – im Bereich Managing Sports – wurde jüngst bekannt gegeben.

Ihn auch nach der Karriere an die Münchner zu binden, sei „die einzig richtige Entscheidung“, findet Hager. Er kenne die sportlichen Abläufe und Bedürfnisse wie kaum ein Zweiter. Patrick Hager selbst war 2017 aus Köln an die Isar gewechselt. Eine Rückkehr in die Heimat: Der heute 32-Jährige begann seine Eishockey-Karriere in der Nachwuchsliga bei den Starbulls Rosenheim.

Dort lebt er seit seiner Rückkehr nach Bayern auch wieder – zusammen mit seiner Frau und drei Kindern. In der DEL dekoriert mit zwei Meistertiteln (2014 mit Ingolstadt und 2018 mit München) kann Hager in sportlicher Hinsicht über 100 Länderspiele und nicht zuletzt 2018 olympisches Silber mit der Nationalmannschaft auf der Haben-Seite verbuchen.

Marco Litzlbauer

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