Hallo München-Interview

Zwischen Mord und Hufschmied: Schriftstellerin Nicola Förg über ihren neuen Krimi und das Landleben

Schriftstellerin Nicola Förg spricht im Interview mit Hallo München über ihr neues Buch „Böse Häuser“ und das Leben auf dem Land.
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Schriftstellerin Nicola Förg genießt das Leben auf dem Land.
  • Sebastian Obermeir
    vonSebastian Obermeir
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In ihrem neuen Krimi behandelt Nicola Förg das Thema Wohnen. Hallo hat mit ihr über das Leben auf dem Land gesprochen

Dass die Wohnungssuche nervtötend sein kann, wissen Münchner schon lange. Wie gefährlich sie aber tatsächlich sein kann, zeigt Nicola Förg in ihrem neuen Krimi „Böse Häuser“. Denn eigentlich wollte Kommissarin Irmi Mangold nur einen Hof besichtigen, als neben ihr ein anderer Kaufinteressent erschossen wird. Hallo hat mit der Autorin über den Roman, ihr eigenes Leben auf dem Ponyhof gesprochen.

Nicola Förg im Interview: „Es gibt keine Häuser um uns, nur Wiesen und Wald.“

Frau Förg, was macht ein Haus zu einem bösen Haus?

Ich bin zwar keine große Esoterikerin, aber ich glaube schon, dass es Orte gibt, die Kraft und Energie ausstrahlen. Alte Häuser haben meist eine gute Atmosphäre, vielleicht wegen der Baumaterialien, die damals verwendet wurden: Holz, Lehm. Bei manchen Häusern hingegen steht man davor und ein kalter Schauer läuft einem den Rücken herunter. Und dann sind da moderne, effiziente Niedrigenergiehäuser: Völlig neutral, sie werden auch in 100 Jahren keinen Charme ausstrahlen.

Sie selbst wohnen auf einem Hof in Prem am Lech. Wie lebt es sich dort?

Es gibt keine Häuser um uns, nur Wiesen und Wald. Eine große, gewichtige Stille. In der Nacht ist es richtig dunkel, man kann den klaren Sternenhimmel, die Milchstraße sehen. Gerade blicke ich aus dem Fenster und sehe die Pferde herumschlendern.

Idyllisch!

Auch. Soeben war der Hufschmied da, ich rieche etwas streng, trage schmutzige Arbeitshosen. Das Leben auf dem Ponyhof ist auch manchmal weniger romantisch, als man es sich vorstellt. Viele Tiere machen auch viel Arbeit – wir haben hier Pferde, Katzen, Hunde, Ziegen, Bienen. Da ist immer etwas zu tun.

Das klingt, als ob München keine Option für Sie wäre.

Tatsächlich habe ich zwölf Jahre in München gewohnt. In einem schönen, alten – gar nicht bösen – Haus in der Unteren Weidenstraße in Untergiesing. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich jede Wurzel und jeden Stein im Isartal vom Mountainbiken persönlich kenne. Ich bin mehr der Natur- und Bewegungsmensch und ich spürte, dass ich nach langer Abstinenz wieder ein Pferd haben wollte.

Nicola Förg im Interview: „Es tut weh, dass das alles nicht stattfinden kann.“

Also raus aufs Land!

Im Moment hat das Leben auf dem Hof noch einen weiteren großen Vorteil: Wir haben auch im Lockdown unseren Rhythmus. Tiere füttern, misten, Pferde bewegen – den Tieren ist gottlob egal, was in der Welt vorgeht. Sie sind echt und wahrhaft, das hilft gegen Corona-Blues.

Corona funkt Ihnen auf anderer Ebene dazwischen: Wie bereits Ihr letzter Krimi erscheint auch „Böse Häuser“ in einer Zeit ohne Lesungen.

Das ist mein 22. Krimi. Zugegeben, die Veröffentlichung ist nicht mehr ganz so spektakulär für mich als beim ersten. Aber gerade um das Erscheinungsdatum ist es eine emotionale Zeit. Man tauscht sich aus, spricht mit Fans, beschäftigt sich durch das Lesen nochmals selbst mit dem Text. Normalerweise würde jetzt bald die Premiere beim Münchner Krimi-Festival anstehen. Es tut weh, dass das alles nicht stattfinden kann. Denn irgendwie fühlt es sich als Schriftsteller an, als ob das Buch gar nicht so richtig erscheint.

Wie schreibt es sich während des Lockdowns?

Schreiben ist für mich per se eine eher einsame Arbeit in meinem Büro, wo ich mich konzentrieren kann. Der Lockdown ändert daran nix. Aber Output ohne Input zu schaffen, ist schwierig. Ich muss gestehen: Ich lausche oft den Gesprächen am Nebentisch. Die Stammgäste im Biergarten, die haben oft großartige Geschichten zu erzählen. So etwas kann man sich nicht ausdenken. Diese skurrilen Geschichten und Dialogen aufzuschnappen, fehlt mir sehr.

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Sebastian Obermeir

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