Aufregung um Alufolie

Müll-Mythen: Abfallwirtschaftsbetrieb-Expertin klärt die wichtigsten Fragen der Hallo-Leser

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Tetra Paks gehören in den Kunststoff-Container.

München – Darf Alufolie in den Alu-Container? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die Hallo-Leser in der vergangenen Woche. Abfallwirtschaftsbetrieb-Expertin Helga Seitz klärt auf.

DenMüll-Mythen auf der Spur war Hallo in der Ausgabe vom 30. März – Experten der Abfallwirtschaft München (AWM) klärten die gängigsten Missverständnisse auf. Besonders der Hinweis, wie man Alufolie entsorgen sollte, stieß bei Lesern auf Unverständnis. Helga Seitz vom Nachhaltigkeitsmanagement der AWM geht nochmal in die Tiefe und beantwortet weitere Zuschriften. von Sabina Kläsener

Helga Seitz, Abfallwirtschaftsbetrieb-Expertin..

Wohin kommt die Alufolie?
„Das ist tatsächlich kompliziert. Wenn wir von der Meterfolie sprechen, die aus reinem Aluminium besteht, diese kann hochwertig recycelt werden. Am besten bringt man sie auf den Wertstoffhof in den Container für ‚nicht Eisenmetalle‘. Die Meterfolie ist keine lizensierte Verkaufsverpackung, daher gehört sie eigentlich nicht in den Dosen/Alu Container an den Wertstoffinseln – aber wenn sie hier eingeworfen wird, wird sie dennoch auf alle Fälle recycelt, da es sich um das gleiche Material handelt wie die Verpackungen, die hier eingeworfen werden. Der Joghurt-Deckel gehört in den Alu-Container.
Ob die Folie aus reinem Aluminium ist, zeigt der Knüll-Test: Bleibt sie geknüllt, ist sie zu 100 Prozent aus Aluminium. Die beste Methode wäre aber, die Folie gar nicht mehr zu verwenden. Beispielsweise für die Verpackung von Brot gibt es mit Metall-Dosen-Alternativen zur Einwegverpackung.“

Wohin gehören Tetra Paks?
„Tetra Paks sind Verpackungen und müssen an den Wertstoffinseln im Container für Kunststoffe entsorgt werden. Sie bestehen aus einem Verbundmaterial, das allerdings nicht gut zu verwerten ist.“

Alufolie aus reinem Aluminium muss am Wertstoffhof entsorgt werden.

Wohin entsorgt man rohe, schlecht gewordene Eier?
„Am besten im Bio-Müll. Allerdings kann das eine Sauerei sein. Ein Tipp: In Zeitung einpacken, damit diese die Flüssigkeit aufsaugen kann, wenn sie zerbrechen. Noch besser wäre, so einzukaufen, dass die Eier nicht schlecht werden.“

Wohin werfe ich Medikamenten-Blister?
„Abgelaufene Medikamente werden verbrannt. Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir, sie an der Problemstoffannahme am Wertstoffhof oder beim Giftmobil abzugeben. Man kann sie aber auch zu Apotheken bringen, die aus diesem Grund abschließbare Restmülltonnen haben.“

Wohin kommen gebrauchte Servietten?
„Gebrauchte Servietten gehören in den Restmüll.“

Wie viel der mithilfe der dualen Systeme gesammelten Materialien werden tatsächlich recycelt?
„Dazu gibt es unterschiedliche Angaben, die zwischen 25 und 50 Prozent liegen. Die Wiederverwendungsquote liegt hingegen bei 20 bis 25 Prozent. Wenn Kunststoff recycelt wird, entstehen kleine Pellets, das sogenannte Recyclat, aber teilweise gibt es keinen Abnehmer dafür, da der recycelte Kunststoff nicht für alles einsetzbar ist.“

Duale Systeme: Das steckt hinter dem Begriff

Die Dualen Systeme sind in Deutschland für die haushaltsnahe Sammlung und Entsorgung von gebrauchten Verkaufsverpackungen zuständig. Die gesetzliche Grundlage dazu ist die 1991 in Kraft getretene Verpackungsverordnung, die die Wirtschaft verpflichtet, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen.

In München erfolgt die Sammlung von Verpackungen über die rund 930 Wertstoffinseln im Stadtgebiet. Hier stehen Container für Grünglas, Weißglas und Braunglas, für Kunststoffe und für Dosen/Aluminium.

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