„Der Scheuer Andi arbeitet für mich“

Hart, härter, Hofbräu: Maibock-Redner Django Asül verrät erste Details

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Geht mit der bayerischen Staatsregierung hart ins Gericht: Django Asül beim Maibockanstich.

Altstadt – Er ist ein Meister der geschliffenen Pointe – und in Sachen scharfes Politiker-Derblecken ein echter Routinier: Django Asül tritt am 3. April zum zwölften Mal ans Pult des Maibock-Redners

Jeder, dem der Nockherberg dieses Jahr zu nett war, hat noch eine Hoffnung: Kabarettist Django Asül derbleckt am 3. April beim traditionellen Maibockanstich im Hofbräuhaus die Landespolitiker vor 600 geladenen Gästen. Warum er sich auf sein zwölftes Mal als Maibock-Redner besonders freut, verrät er im Hallo-Interview. von Maren Kowitz

Ihr Gastgeber, Finanzminister Albert Füracker, kam beim Nockherberg-Starkbieranstich nicht vor. Bei Ihnen jetzt umso mehr?
Er ist – aus satirischer Sicht leider – kein allzu großer Trampel, der durch den Acker pflügt, deswegen bietet er nicht so viel Angriffsfläche. Wenn man ihn unter einem Schlagwort zusammenfassen müsste, wäre das: Solidität.

Wie fanden Sie Maxi Schafroths Debut auf dem Nockherberg?
Ich habe die Nockherberg-Rede nicht gesehen. Da könnte man mich jetzt genauso gut nach dem Wetter in Timbuktu fragen, um eine nicht seriöse Antwort zu kriegen. Unabhängig davon bin ich sowieso gut ausgelastet mit der Aufgabe, auch dieses Jahr eine passable Maibockrede abzuliefern. Und da interessiert mich: Wie komme ich an meinen Stoff.

Und, was macht die Stoffsammlung?
Ich kann mich nicht über Materialmangel beklagen. Aber ich habe den Scheuer Andi extra noch um Input gebeten, deswegen hat er jetzt seine sexy Plakataktion gemacht.

Für unseren Bundesverkehrsminister ist in einer Rede über Landespolitik noch Platz?
Da greift die niederbayerische Landsmannschaft. Und der Andi gibt halt auch viel her: Wenn ihn die Autoindustrie im Stich lässt, stürzt er sich auf die Fahrradhelmindustrie...

Die Wahl hat die Landtagspolitik durchgemischt. Freuen Sie sich auf frische Opfer: die Grünen?
Ich freue mich über alles, was nicht Richtung Stillstand geht. Und die Grünen bereiten mir fast schon infantile Freude – zwischen auftrumpfen und doch nichts zum Sagen zu haben, das ist ein schöner Spannungsbogen. Und Katharina Schulze und Ludwig Hartmann tun ja der Politik auch gut.

Inwiefern?
Sie mischen sich gerne ein. Die bayerische Opposition fiel in den letzten Jahren nicht durch eine übermäßige Anteilnahme auf. Jetzt gibt es öfter mal neue Fragestellungen – allein durch die Pulverisierung der SPD.

Doch ein Fixpunkt bleibt: Markus Söder...
Die schwierigste Frage ist: Wie engt man das Feld Söder ein, dass Raum für andere ist? Er ist omnipräsent, hat ein neues Kabinett, muss sich mit den Freien Wählern arrangieren und Frieden stiften in den eigenen Reihen. Ich kann mich nicht beklagen, dass er zu wenig liefert. Aber meine Rede wird keine Hommage an den Ministerpräsidenten werden. Ich gehe lieber auf Gesichter ein, gerade weil sie so selten zu sehen sind.

Der BR überträgt den Maibockanstich und Django Asüls Rede aus dem Hofbräuhaus am Mittwoch, 3. April, um 20.15 Uhr.

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