Hallo-Interview

Unter Volldampf Richtung Meisterschaft ‒ EHC Red Bull München Stürmer Maxi Kastner im Interview

EHC Red Bull München Stürmer und Nationalspieler Maxi Kastner im Hallo-Interview.
+
EHC Red Bull München Stürmer und Nationalspieler Maxi Kastner im Hallo-Interview.
  • VonKevin Wenger
    schließen

EHC Red Bull München Stürmer und Nationalspieler Maxi Kastner über seinen Olympia-Dämpfer, die anhaltende Erfolgsserie des Klubs und seine Ziele im Interview.

Der EHC Red Bull München steuert auf die heiße Phase in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu. Mittendrin steht der Stürmer und Nationalspieler Maxi Kastner (29). In seiner siebten Saison mit dem EHC will er seinen vierten Meistertitel mit dem Verein feiern. Der Garmischer ist eine echte Identifikationsfigur des Klubs, er hat in der DEL nur für die Red Bulls gespielt.

Im Gespräch mit Hallo erzählt er, warum die Mannschaft nach einem langen Tief zum Ende des vergangenen Jahres jetzt wieder wie ein Meisterschaftsfavorit spielt und was seine Ziele mit Verein und Nationalmannschaft sind.

Gewinnen Sie Karten für die nächsten drei Heimspiele im Olympia-Eisstadion.

Herr Kastner, der EHC erlebt gerade eine furiose Punkteserie. In den vergangenen elf Spielen konnte die Mannschaft immer Punkte mitnehmen und hat nur ein Spiel im Penaltyschießen verloren. Das erinnert eher an alte Glanztage, als an den Negativlauf vom Dezember…

Ja, allerdings. Wir hatten damals Schwierigkeiten, die kleinen Dinge im Spiel richtig zu machen und die Gegner nutzten die Fehler dann konsequent aus. Dadurch haben wir auch viele Spiele mit nur einem Tor Unterschied verloren. Das hat uns natürlich geärgert.

Wie können Sie diesen Aufschwung erklären, den die Red Bulls seit der Olympiapause Mitte Februar erleben?

Wir gehen wieder zurück zu den Basics und spielen einfacher. Wir hatten die ganze Saison über schon Meetings mit Mentaltrainern und dem Trainerteam. Während der Negativserie haben wir als Mannschaft einen Anker gesucht, um die Serie auch im Kopf zu stoppen. Auch wenn es sehr nervig war während der Corona-Zwangspause Anfang Januar nicht spielen zu können, haben wir besonders auch diese Zeit genutzt, um uns neu zu besinnen. Jetzt spielen wir wieder sicher von hinten heraus und können so einfacher spielen.

Mehr Sicherheit in der Defensive haben sicher auch die im Januar verpflichteten Spieler Henrik Haukeland und Andrew O’Brien gegeben…

Eigentlich hatten wir mit Andrew MacWilliam ja schon einen Verteidiger, der hart spielen kann und das eigene Tor sichern kann, aber er fiel lange Zeit verletzt aus und diese Komponente hat unserem Spiel dann gefehlt. Jetzt haben wir mit Andrew O’Brien einen zweiten harten Verteidiger, der uns enorm hilft. Natürlich ist auch Henrik Haukeland ein absoluter Top-Torhüter und dass wir jetzt noch mit dem Danny (aus den Birken Anm.d.Red.) zwei super Goalies haben, gibt uns allen viel Sicherheit.

Auch Sie persönlich erleben nach der Olympiapause einen Aufschwung und haben Ihren Scoring-Touch wieder gefunden…

Ich denke, dass auch mir diese Pause gutgetan hat, um wieder auf die Basics zurückzukommen, wobei ehrlicherweise die Nicht-Nominierung für die Olympischen Spiele dieses Jahr echt an meinem Ego gekratzt hat. Seitdem will ich beweisen, dass ich in die Nationalmannschaft gehöre. Deshalb will ich jedes Spiel 100% geben und solange es der Mannschaft weiterhilft, bin ich glücklich.

Durch die zahlreichen coronabedingten Spielverschiebungen spult der EHC teilweise ein echtes Mammutprogramm ab. Erst unter der Woche mussten Sie am Dienstag gegen Ingolstadt und gleich am Mittwoch in Straubing antreten. Wie kräftezehrend ist der Spielplan?

Diese vielen Spiele zehren eher an den mentalen Kräften, als am körperlichen Vermögen. Wir müssen natürlich jetzt in der Saisonendphase in jedem Spiel wach sein und 100% geben. Es warten auch noch direkte Vergleiche mit den Top-Teams aus Berlin und Wolfsburg (Erster und Zweiter der Tabelle Anm.d.Red.), in denen wir selbstverständlich beweisen wollen, dass wir der Favorit auf den Titel sind.

Sie sind ja auch noch im direkten Kampf um die Plätze 1-4 verwickelt…

Genau, und unser Anspruch ist es, am Ende immer ganz oben zu stehen und uns natürlich dann auch durch eine Platzierung mindestens in den Top 3 für die Champions League zu qualifizieren. Deshalb wollen wir die Hauptrunde weiter so spielen und auch erfolgreich abschließen, aber dazu müssen wir geschlossen als Team jedes einzelne Spiel, egal ob Topspiel gegen Berlin oder gegen einen Abstiegskandidaten, mit voller Kraft angehen.

Das ist sicherlich auch das Ziel für die Play-Offs, die dieses Jahr im Best of 5 Modus gespielt werden. Damit braucht man einen Sieg weniger als normalerweise in den DEL-Playoffs. Könnte Ihnen die Kürze der Serie, ähnlich wie letztes Jahr (Aus im Viertelfinale gegen Ingolstadt mit 2 Niederlagen Anm.), in die Suppe spucken?

Wie Sie es schon sagen, kurze Serien sind für die Underdogs immer besser, weil man einfach weniger Siege braucht, um eine Runde weiterzukommen. Ich denke, es ist auch für jede Mannschaft eine riesige Herausforderung, uns viermal in einer Serie zu schlagen. Letztes Jahr lief es wirklich schlecht für uns, das erste Spiel haben wir verdient verloren, einfach weil wir nicht gut gespielt haben. Und im zweiten entscheidenden Spiel haben wir eigentlich besser als Ingolstadt gespielt und uns dann unglückliche Gegentore gefangen und dann waren die Play-Offs für uns schon rum. Natürlich ist auch dieses Jahr alles möglich, aber sowas wie letzte Saison soll und wird sich nicht wiederholen.

Wie fällt kurz vor Ende der Hauptrunde Ihre persönliche Bilanz zu Ihrem Spiel aus? Sie können schließlich noch Ihren eigenen Bestwert an Scorerpunkten in der DEL übertreffen…

Mein Primärziel ist das natürlich nicht, aber jeder Sportler lügt, wenn er sagt, dass er nicht seine eigenen Rekorde und Bestmarken übertreffen will. Es zählt nur die Mannschaft und auch wenn es schön wäre, meinen Bestwert zu übertreffen, will ich nur Meister werden und der Mannschaft weiterhelfen. Da ist es auch egal, ob als Top-Scorer in den Play-Offs oder nur mit einem Punkt.

Sie hatten bereits Ihre Nicht-Berücksichtigung für den Olympia-Kader von Nationalcoach Toni Söderholm angesprochen, obwohl Sie bei der WM vergangenes Jahr in Riga dabei waren. Was sind Ihre Ziele in Hinblick auf die Zukunft im Nationalteam?

Die WM letztes Jahr hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch weil wir am Ende den vierten Platz erreichen konnten. Das will ich öfter erleben und diese Nicht-Nominierung hat mich nochmal angetrieben. Ich will mich im Kader der Nationalmannschaft etablieren und dann auch in vier Jahren bei den nächsten Olympischen Spielen dabei sein.

Gewinnen Sie Karten für die nächsten drei Heimspiele im Olympia-Eisstadion.

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Tiere arbeiten halt nicht nach Drehplan“
INTERVIEWS
„Tiere arbeiten halt nicht nach Drehplan“
„Tiere arbeiten halt nicht nach Drehplan“
„Der Riedl braucht keinen Karriereschub“
INTERVIEWS
„Der Riedl braucht keinen Karriereschub“
„Der Riedl braucht keinen Karriereschub“
Normal? Nichts für ihn! Wolfgang Fierek über seine Zweit-Heimat und Wege, die kein anderer geht
INTERVIEWS
Normal? Nichts für ihn! Wolfgang Fierek über seine Zweit-Heimat und Wege, die kein anderer geht
Normal? Nichts für ihn! Wolfgang Fierek über seine Zweit-Heimat und Wege, die kein anderer geht
Homebase Hasenbergl – Willy Astor über seine Jugend in München und seine Erziehungsmethoden
INTERVIEWS
Homebase Hasenbergl – Willy Astor über seine Jugend in München und seine Erziehungsmethoden
Homebase Hasenbergl – Willy Astor über seine Jugend in München und seine Erziehungsmethoden

Kommentare