Mario Barth im Gespräch mit Hallo München

Mario Barth: „Ich frage mich, wann ich Vater werde...“

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 Mario Barth ist bekannt für seine kecken Sprüche: Die meisten findet er mitten im Alltag, wie er jetzt Hallo verrät.

„Männer sind faul, sagen die Frauen“: Mario Barths neues Programm verspricht allerlei Klischees, Spaß und die ein oder andere (bitter süße) Wahrheit...

Urlaub mit dem Teenager-Patenkind, der beste Freund erwartet Nachwuchs und die eigene Mutter entdeckt das Smartphone – genug Stoff für das neue Programm des Comedians. Wie sich Münchner Männer von denen in Berlin unterscheiden, wie faul er selbst ist und worüber er privat lacht, erklärt der 46-Jährige in Hallo. von SABINA KLÄSENER

Herr Barth, Ihr neues Programm heißt „Männer sind faul, sagen die Frauen“. Sie sagen: Männer sind nur aktive Nichtstuer. Was darf frau darunter verstehen?
Loriot hat es damals perfekt dargestellt, Wissenschaftler haben es untersucht: Ein Mann setzt sich hin und macht nichts. Wenn dann die Frau fragt: ‚Hast du nichts zu tun?‘, geht’s los: ‚Bring das Bild im Flur an.‘ Dabei will er gerade bewusst nichts tun. Lustig, dass sich selbst Gehirnforscher damit auseinander gesetzt haben.

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Beruflich kann man Ihnen mit zahlreichen Shows, einer TV-Sendung und Werbeauftritten keine Faulheit nachsagen. Wie sieht es privat aus?
Der Mann hilft schnell dem Freund beim Renovieren. Wenn es darum geht, zuhause ein Bild aufzuhängen, kann das auch nach fünf Jahren noch hinterm Schrank stehen. Ich persönlich mache so etwas sofort. Das ist reiner Selbstschutz, sonst schaffe ich nicht alles.

Sie geben auf der Bühne immer Vollgas. Wie tanken Sie Kraft?
Ich bin ein bewusst lebender Mensch, gehe regelmäßig zum Sport. Wenn ich esse, dann esse ich. Und wenn ich laufe, dann laufe ich. Auf Tour habe ich meine Crew dazu gebracht, dass zwischen 18 und 19 Uhr Essenszeit ist – ohne Handys. Sonst schaffst du die Schlagzahl nicht, die wir auf Tour haben.

„Wenn der Münchner dein Freund ist, dann ist er dein Freund“

Münchner Mann versus Berliner Mann – welche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten gibt es?
Die Berliner haben weniger zurückgegelte Haare. Aber das kann man nicht pauschal sagen. Ich glaube, es gibt mehr Gemeinsamkeiten.

Zum Beispiel?
Wenn der Münchner dein Freund ist, dann ist er dein Freund. Das kann ein bisschen dauern. Und die Menschen sind in München sehr hilfsbereit. Da wirst du nicht angepöbelt, wenn du nach dem Weg fragst. Aber die Bedienung in den Cafés und die Taxifahrer sind genauso unfreundlich wie in Berlin – da fühle ich mich gleich wie zuhause.

Und bei den Frauen?
Die Münchner Frauen sind hübscher gekleidet. Das liegt bestimmt auch an der Nähe zu Italien. In Berlin gibt es auch Bezirke, die ziemlich hip sind. Aber dann gibt’s auch welche, zum Beispiel im Prenzlauer Berg, die ihre T-Shirts selber nähen. Da ist alles sehr vegan.

Das klingt so, als fänden Sie Ihre Gags im Alltag. Wie lange brauchen Sie bis Sie genug Stoff für ein Programm haben?
Das ist ein Auf und Ab. Es gibt Jahre, da muss man suchen. In letzter Zeit kam viel zusammen. Mein Patenkind war mit der Schule fertig, hatte ein gutes Zeugnis und ich dachte mir: ‚Komm, dann fährst du mit ihr in den Urlaub.‘ Gleichzeit kam meine Mutter auf die Idee, Sachen wie Instagram erkunden zu wollen. Um mich herum werden alle Väter – ich frag mich, wann ich an der Reihe sein werde. Da wird heute viel Bohei drum gemacht.

Und früher?
Wir wurden einfach geboren – und so schlecht ist meine Generation nicht geraten. Wir sind auch mal hingefallen, Pflaster drauf und gut. Heute dürfen sich Kinder nicht mehr weh tun. Unsere Eltern standen rauchend daneben und haben gelacht (lacht).

Apropos – worüber können Sie lachen?
Das ist die Kehrseite als Comedian: es ist schwierig, zu einem Kollegen zu gehen. Ich kenne die Tricks und weiß früh, wohin er will. Das geht Sterneköchen vermutlich ähnlich. Paul Panzer finde ich sehr amüsant und erfrischend. Dieter Nuhr hat ein tolles Handwerk. Herzhaft lache ich im Freundeskreis.

Zur Person

„Die Münchner Frauen sind hübscher gekleidet. Das liegt bestimmt auch an der Nähe zu Italien."

Ein Münchner Berliner: Zwar wurde Mario Barth am 1. November 1972 in Berlin geboren – seine Mutter stammt aber aus München. „Die Stadt ist sehr schön, man kann toll Essen gehen, die Architektur ist schön – und du bist relativ schnell in den Bergen“, erklärt er die Vorzüge der Stadt.

Nach dem Besuch einer katholischen Privatschule machte Barth, der fünf Geschwister hat, eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker bei Siemens. Heute macht er Comedy der Superlative: Mit 116 498 Menschen unterhielt er binnen 24 Stunden das größte Live-Publikum der Welt! Barth lebt mit Freundin in Berlin.

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