Edelsteinsucher

Hans Pleschinski im Gespräch mit Hallo München über seinen Roman über Paul Heyse

Im Interview mit Hallo München spricht Hans Pleschinski darüber, was Paul Heyse für ein Mensch war und wie er zu dieser Figur für seinen Roman gekommen ist.
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Im Interview mit Hallo München spricht Hans Pleschinski darüber, was Paul Heyse für ein Mensch war und wie er zu dieser Figur für seinen Roman gekommen ist.
  • Claudia Theurer
    vonClaudia Theurer
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Hans Pleschinski ist der Auto des Romans „Am Götterbaum“, in dem es um Paul Heyse geht. Im Interview mit Hallo München verrät er, wie er zu der Figur kam...

Drei Münchner Damen, eine Stadträtin, eine Bibliothekarin und eine Schriftstellerin, machen sich auf, die Villa des ersten deutschen Literaturnobelpreisträgers, Paul Heyse (1830 bis 1914), in der Maxvorstadt in ein spektakuläres Kulturzentrum zu verwandeln.

Der Münchner Schriftsteller Hans Pleschinski hat daraus den spannenden Roman „Am Götterbaum“ (C.H. Beck) gemacht.

Herr Pleschinski, wie sind Sie auf die Figur des Paul Heyse gekommen?

Ich wusste, dass er in München ein bedeutender Dichter war. Zu seinem 100. Todestag gab es eine Veranstaltung. Danach stieß ich auf seine geheimnisvolle Villa am Königsplatz, die zu seiner Zeit ein bedeutendes kulturelles Zentrum Deutschlands war. Für mich war es spannend, mich an seine Spuren zu heften.

Was ist mit der Villa heute?

Auf dem Filetstück Münchens wohnen ganz normale Mieter. Natürlich sind Investoren interessiert. Das Haus ist die letzte Gartenvilla des ehemaligen Großschwabings, heute Maxvorstadt. Der Rechtsstreit um die Bebauung geht seit Jahren. Mit Petitionen und Bürgerbegehren gegen den Abriss. Einzig die Fassade und der Garten stehen unter Denkmalschutz. Die Mieter sind übrigens alle Heyse-Fans. Die Villa wäre der literarische Teil des Kunstareals.

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Was war Paul Heyse für ein Mensch?

Er hat offiziell den Münchner Biergarten entdeckt für ganz Deutschland. Und hat ihn als Ort der Meditation beschrieben. Das wirkt bis heute nach. Er hat die entspannte Lebensart Münchens als etwas Besonderes beschrieben. Heyse hat das literarische Leben Münchens begründet und geprägt. Das war damals zukunftsweisend. Zusammen mit König Maximilian II. wollte er die Stadt geistig lebendig machen. Er war absolut liberal und setzte sich für Mädchen und Frauen ein. Außerdem hat er das erste Gedicht gegen Tierquälerei geschrieben und den Tierschutz mächtig bestärkt.

Warum ist Paul Heyse in Vergessenheit geraten?

Er wollte das Schöne, Helle, Freundliche. Dann wurden die Zeiten düsterer. Da passte seine Dichtung nicht mehr in die laute, hektische Zeit. Er galt als Nachfolger Goethes. Und dann kamen radikalere Dichter... wie Gerhart Hauptmann oder Gottfried Benn.

Sie haben einmal gesagt, Sie leben mit Ihren Romanfiguren, wie ist das zu verstehen?

Beim Schreiben unterhalte ich mich mit ihnen, sie sind mit dabei und Figuren meiner Sprache.

Was interessiert Sie so an literarischer und künstlerischer Vergangenheit?

Ich entdecke gerne, was im Dunkel liegt. Und im Dunkel entdeckt man Edelsteine. Wenn man diese ans Licht holt, ist die Gegenwart bereichert.

Claudia Theurer

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