Teresa Rizos im Hallo-Interview

Von „Dahoam is dahoam“ auf die Kabarettbühne: Teresa Rizos im Interview bei Hallo München

Die Münchner Schauspielerin Teresa Rizos traut sich auf der Bühne viel und experimentiert gerne.
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Die Münchner Schauspielerin Teresa Rizos traut sich auf der Bühne viel und experimentiert gerne.
  • Sabina Kläsener
    VonSabina Kläsener
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Als Franzi ist Teresa Rizos vielen bekannt. Wie das erste Interview der Münchner Schauspielerin verlaufen ist und wo München selten schön ist, verrät sie hier.

Frau Rizos, auf der Bühne spielen Sie als Franzi Riedinger die Jodel-Lehrerin. Wie kamen Sie eigentlich zum Jodeln?

Lustigerweise eher durch Karl Valentin. Da gibt es eine Szene, der verhexte Scheinwerfer, wo er vor dem Publikum einen Scheinwerfer repariert und sich dabei ziemlich ungeschickt anstellt. Und dann tritt irgendwann eine Sängerin auf und jodelt den Erzherzog Johann Jodler. Das fand ich so toll, seitdem wollte ich es lernen und habe es mir autodidaktisch beigebracht.

Hallo verlost dreimal zwei Karten für den Auftritt von Teresa Rizos im Theater im Fraunhofer.

Ihre Bühnenrolle Franzi sagt, der bayerische Lebensstil macht glücklich. Was macht Sie glücklich?

Mich machen unterschiedliche Sachen glücklich: Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden zu verbringen. Mein Beruf macht mich extrem glücklich. Aber auch Zeit alleine zu verbringen, nach draußen zu gehen, in die Natur. Das ist mir ganz wichtig, dass man Zeit hat, zu regenerieren.

Sie wollten schon mit vier Jahren Schauspielerin werden, ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Wie erklären Sie sich die Faszination im Nachhinein?

Wenn ich im Kindergarten ein Gedicht oder ein Lied gehört habe, dann konnte ich mir das sehr schnell merken. Und ich habe das auch gerne vor der Familie vorgeführt. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, war ich mit meinem Papa im Zoo. Da wurde aufgezeichnet und ein Fernsehteam hat mich gefragt, ob sie ein Interview machen dürfen. Ich war so aufgeregt und habe mir gedacht, jetzt endlich werde ich entdeckt.

Zu Beginn fanden Sie sich selber als Kabarettistin gar nicht so lustig. Hat Ihnen die Bühnenrolle Franzi den Einstieg leichter gemacht?

Es war tatsächlich so, beim ersten Auftritt bin ich tausend Tode gestorben. Ich habe gemerkt, ich brauche erstmal eine Rolle, vermutlich, weil ich es vom Schauspiel gewöhnt bin. Das hat mir total geholfen, weil ich ja auch zum Teil nicht immer so nette Sachen sage auf der Bühne.

Sie trauen sich schon was.

Da ist es eben gut, wenn ich mir selber sagen kann: Nein, das bin nicht ich, das ist nur die Franzi.

Mittlerweile treten Sie auch als „Ich“ auf. Weil die Erfahrung und das Selbstbewusstsein da sind?

Inzwischen habe ich auch Lust zu experimentieren. Es ist total spannend, sich da so auszuprobieren, es schreibt einem auch niemand was vor, das ist das Schöne.

Das Experimentieren ist Ihnen auch beim Schauspiel wichtig, nicht nur die „süße Blondine“ zu spielen.

Total. Ich liebe es zu drehen, diesen Alltag am Set. Das hinkommen, die Zeit in der Maske, die leichte Aufregung und die Zeit vor der Kamera. Das reicht halt nicht, wenn man Rollen spielt, die einen nicht wirklich im Kern interessieren, mit denen man wirklich was anfangen kann, etwas ausdrücken will von sich selber. Das habe ich erst in meinen 20ern erkannt, was mich eigentlich antreibt. Dass es mir nicht reicht, irgendwas zu spielen.

In der Serie „Servus Baby“ spielen Sie mit Maxi Schafroth zusammen. Da ist der Gedanke an den Nockherberg nicht weit ...

Vielleicht wenn ich so 30 Jahre Erfahrung habe (lacht). Momentan überlasse ich die politische Seite lieber anderen. Denn ich finde, heute redet jeder auch privat so viel über Politik und die wenigsten davon sind Experten. Und wenn man das öffentlich macht, dann sollte man sich richtig gut auskennen. Da habe ich andere Schwerpunkte.

Also noch keine Aspirantin für die Fastenrede. Und das Singspiel?

Darauf hätte ich richtig Lust.

Angelehnt an den Namen des Bühnenprogramms: Wo sind denn selten schöne Ecken in München?

Ich bin total gerne in München, fahre aber auch gerne wieder raus. Ich lebe auch ein bisschen außerhalb, am Stadtrand. Ich liebe die Wälder und Felder rund um München. Aber auch Haidhausen, ganz viele Ecken. Es ist für mich fast wie ein Ausflug nach München und finde es schön, dass so viele Leute da sind, dass man so viel sieht.

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Zur Person:

Das, was man sich wünscht, geht in Erfüllung – irgendwie und irgendwann, glaubt Teresa Rizos: „Aber es dauert immer dreimal so lange, wie es mir recht wäre – in dem Moment zumindest.“ Aufgewachsen ist Rizos, geboren am 12. Juli 1986, im Münchner Südosten, dem sie bis heute treu geblieben ist. Mit Sieben sang sie im Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, lernte Klavier und Violoncello. Weitere Bühnenerfahrung sammelte sie im Jugendclub der Kammerspiele. Ihre erste Hauptrolle hatte sie in „Dahoam is Dahoam“, wo sie von 2007 bis 2012 in fast 1000 Folgen mitspielte. Ihr komödiantisches Talent konnte sie in der prämierten BR-Serie „Servus Baby“ zeigen. Für Rizos eine bereichernde Arbeit: „Ich fand es auch mal schön, eine Serie explizit zu München zu haben, die so deutlich macht, wo wir sind.“ Daher hoffe sie auf eine dritte Staffel. Ende März 2022 ist sie mit „JGA“ im Kino zu sehen.

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